01. November 2013, 20:23 Uhr

Grüne schlagen Mountainbike-Strecke im Rosbacher Wald vor

Rosbach v. d. H. (sky). Damit sich Nutzergruppen mit unterschiedlichen Interessenlagen im Rosbacher Stadtwald nicht in die Quere kommen, haben die Grünen einen Vorschlag unterbreitet: Sie wollen das Freizeitangebot der Stadt durch die Einrichtung eines »Flowtrails« für Mountainbiker am Winterstein erweitern.
01. November 2013, 20:23 Uhr
Eine exklusive Strecke für Biker im Wald? Die Grünen finden die Idee gut. (Fotos: dpa/sky)

Mit einem »Flowtrail« könnten die Aktivitäten der Mountainbiker an einem Ort im Wald gebündelt werden, hoffen die Grünen. Gemeint ist eine Freizeit- und Trainingsstrecke, die auch eine Tourismusattraktivität darstellen könnte, und von der die Stadt, Gewerbetreibende sowie die örtliche Gastronomie durchaus profitieren könnten – und sei es nur indirekt. So sagen es zumindest die Befürworter. Mit diesem Gedanken können sich aber nicht alle Ortsvertreter anfreunden.

»Am Thema Mountainbike kommen wir nicht vorbei, denn es hat sich zu einer Sportart entwickelt und ist längst kein Hype mehr«, meinte Bürgermeister Thomas Alber bei der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses, wo Interessenvertreter Michael Bohn auf Anregung von Peter Scholz (Grüne) die Ziele der Mountainbiker formulierte und Beispiele aus bereits realisierten Projekten schilderte.

Es sei ein »wahnsinniger Trend mit einem unheimlichen Fahrspaß auf Forstwegen mit vielen spielerischen Elementen«, bei dem vor allem die Abfahrten für Begeisterung sorgten. Für das eher mühselige bergauf gebe es die Möglichkeit eines Liftbetriebs. Etwa drei Kilometer lang könnte die Strecke am Winterstein werden – versehen mit Steilkurve, Rampen oder Holzstegen, die eine Interessengemeinschaft in Eigeninitiative bauen könnte. »Wer da Zeit investieren will, ist ein echter Könner auf dem Rad und bringt auch Herzblut für sein Hobby mit«, meinte Bohn. Hier könnte ohne Zusatzkosten für die Stadt eine neue Sportstätte entstehen, bei der »Fahrradhändler aus ganz Europa ihre Fahrräder testen« könnten. Das bestehende Gefälle vom »Kuhkopfkamm« bis zur Sang biete optimale Voraussetzungen. Die touristischen Möglichkeiten einer Stadt in unmittelbarer Nähe eines Ballungsraumes mit hervorragender Verkehrsanbindung würden in Rosbach seiner Meinung nach ohnehin viel zu wenig genutzt, wie dieses Beispiel zeige. Deshalb wolle er Vorschläge unterbreiten.

Eher verhalten klangen die Reaktionen der Ausschussmitglieder auf so viel Enthusiasmus, denn so einfach, wie vom Referenten dargestellt, wollte man die Sache nicht angehen. Was passiert zum Beispiel, wenn im Nebeneffekt die historischen Reste der Kapersburg zum Tummelplatz für Mountainbiker würden und der Limeswall in Mitleidenschaft gezogen würde, fragte Norbert Schön (puR). Auch Bernd Müller, neuer Leiter des zuständigen Forstamts Weilrod, äußerte Bedenken: »Sollte hier Mountainbiking in einer intensiven Form betrieben werden, haben wir einen großen Regelungsbedarf, sonst könnten sich die Konflikte bereits abzeichnen.« Der klassische Forstbetrieb sei dabei sogar einer der geringsten Konfliktpunkte. »Es gibt viele Waldnutzergruppen, mit denen das abgestimmt werden muss.«

»Haftungsfrage muss geklärt sein«

Auch die Frage der Verkehrssicherheitspflicht kam auf den Tisch. »Wenn einem da mal ein Ast auf den Kopf fällt, werden wir das doch schon regeln«, hatte Bohn selbstsicher erklärt. Im Ausschuss wollte man dieses Thema nicht als Bagatelle werten. Revierförster Michael Knebel stimmte den Bedenken zu. Zwar sei grundsätzlich jeder Waldbesucher für seine eigene Sicherheit verantwortlich, aber hier müsse die Haftungsfrage eindeutig geklärt sein. »Wenn wir den Wald für neue Aktivitäten öffnen, stellt das auch neue Anforderungen an die Verkehrssicherheitspflicht und bedeutet damit auch einen Mehraufwand«, gab er zu bedenken.

Auch Alexander von Griesheim (CDU) und Herbert See (SPD) gaben sich eher zurückhaltend gegenüber dem Grünen-Vorstoß. »Ich habe heute zu viel Marketing und zu wenig Inhalt gehört«, kritisierte See. Eine Zerschneidung des Wegenetzes im Rosbacher Wald gefalle ihm gar nicht. Von Griesheim störte sich an den Tourismus-Aktivitäten (»Sofern sie denn wirklich kommen würden«) und fand sich damit Seite an Seite von Hans Moscherosch von den Freien Wählern: »Der Wald hat genug Funktionen, da muss er nicht unbedingt noch als Sportstätte herhalten.« Und wer bezahle die Parkplätze, die im Fall eines Falles gebaut werden müssten?

Peter Scholz verteidigte seine Position: »Der Bedarf ist da, und deshalb muss der Aspekt der Naherholung immer wieder neu überdacht werden.« Sinn des Grünen-Antrags sei es gewesen, die verschiedenen Nutzergruppen schon in einer frühen Phase in die Überlegungen einzubeziehen. Dass dies gleichzeitig mit einem Diskussionsbedarf einhergeht, liege auf der Hand.

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