07. Juni 2013, 13:58 Uhr

50 Prozent Frauen in der Chefetage

Rosbach v. d. H. (pm). Überrascht zeigte sich Stefan Lux, Bundestagskandidat der SPD Wetterau, bei seinem Besuch des Rosbacher Zahntechnik-Unternehmens Schütz Dental über die fortschrittliche Unternehmenskultur.
07. Juni 2013, 13:58 Uhr
Die SPD-Politiker zu Gast bei der Zahntechnik-Firma.

Besonders das sogenannte Management-Buy-Out, bei dem die Angestellten die Mehrheit des Kapitals von den bisherigen Eigentümern erwerben, könne Vorbild für kleine und mittlere Unternehmen sein. »Seit 2005 ist das Unternehmen in der Hand seiner Mitarbeiter«, berichtete Geschäftsführer Wolf Zientz. »Und dieses Modell funktioniert seitdem einwandfrei.«

Für Lux schafft ein solches Modell großes Vertrauen bei der Belegschaft. »Wenn die Mitarbeiter mehr Verantwortung in ihrem Unternehmen übernehmen können, schafft dies Transparenz bei Entscheidungen und Identifikation mit dem Betrieb.« Besonders bei kleinen und mittleren Unternehmen könne dies ein Zukunftskonzept sein, da so auch demokratische Entscheidungen zusammen mit dem Betriebsrat leichter fallen würden.

Vorbildlich ist für SPD-Landtagskandidat Jochen Schmitt auch die Förderung von Frauen in Führungspositionen. Mittlerweile würden bei Schütz Dental 50 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt. »Solche Unternehmen gehen bei der Gleichstellung von Frauen im Arbeitsleben voran. Nach wie vor sind nämlich die meisten Spitzenposten – besonders bei den großen Unternehmen – fast nur mit Männern besetzt. « Holten kleine und mittlere Betriebe freiwillig Frauen in die Chefetage, würden sie zum Vorbild für die deutsche Wirtschaft. »Wenn dieses Modell Schule macht, können wir uns als Politiker die Debatte über eine Frauenquote sparen«, ergänzte Lux.

Exporte in 80 Länder

Neben der Unternehmenskultur stand auch die globale Rolle von Schütz Dental im Zentrum des Besuchs. Als Vorreiter im medizinischen Bereich exportiere man Zahntechnik mittlerweile in über 80 Länder, sagte Geschäftsführer Zientz.

Für Lux gewinnt dadurch die ganze Region, da der Standort Wetterau »Unternehmen mit Weltgeltung« beheimate. »Ein Beweis für unsere gute Standortpolitik. Aber auch in Zukunft müssen wir genügend Investitionen in die Infrastruktur tätigen können, um kleine und mittlere Unternehmen längerfristig hier anzusiedeln«, stellte Lux fest.

Problematisch für Geschäftsführer Zientz sind aber staatliche Auflagen und Regularien durch die EU. Lux sieht an dieser Stelle Handlungsbedarf. EU-Politik dürfe nicht weiter überregulierend sein. Unternehmen müsse der Freiraum gegeben werden, zu expandieren und neue Produkte auf den Markt zu bringen. Regulierungen im Gebiet des Arbeitsschutzes und einer angemessenen Entlohnung seien aber sinnvoll. (Foto: pv)

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