05. März 2013, 12:03 Uhr

Ein Blick hinter die Rambelichter-Kulissen

Rosbach v. d. H. (sky). Nicht immer ist eine versemmelte Generalprobe ein Garant dafür, dass die Premiere mit Glanz und Gloria über die Bühne geht. Das bewies am Wochendende die Laienspielgruppe Rosbacher Rambelichter mit ihrem Stück »Kuddelmuddel im Rambelicht« in der Adolf-Reichwein-Halle.
05. März 2013, 12:03 Uhr
Helene Buchfink (Jutta Köbel-Käding, l.) und ihre Bühnen-Freundin Frau Säuberlich (Stephanie Werner) sind im wahren Leben alles andere als echte Freundinnen.

Die Rambelichter zeigten die geballte Ladung an Lampenfieber, Intrigen, Eifersüchteleien sowie technische und menschliche Pannen, die ein Regisseur auszuhalten hat, bis der Lohn seiner Arbeit in Form eines donnernden Publikums-Applauses über ihn und seine Truppe ausgeschüttet wird. Ideengeber war der Autor Jürgen Hörner.

Den Alptraum eines jeden Regisseurs, wenn es im Ernstfall noch schlimmer kommt als befürchtet, durften die Zuschauer im voll besetzten Saal fast hautnah miterleben – aber eben nur fast. »Was Sie hier sehen, ist keine Reality-Show von dem, was in unserer Truppe wirklich abgeht«, beteuerte Regisseur Knut Michler. »Vielmehr ist es ein Theaterstück, das die Geschehnisse hinter der Bühne aufs Korn nimmt.« Also ein verschachteltes Stück im Stück, und damit keine leichte Aufgabe für die Laienspielschar.

Gern ließen sich die Zuschauer mitnehmen auf eine Reise in die Welt des Bühnengeschehens – oder besser: in jene Welt, die sich sowohl auf als auch hinter der Bühne abspielt. Viel Aufmerksamkeit war im Saal gefragt, um alles Wahrgenommene immer wieder im richtigen Kästlein einordnen zu können, aber diese Herausforderung tat sowohl den Zuschauern als auch den Akteuren auf der Bühne gut. »Unser Stück richtet sich an das intellektuell anspruchsvolle Publikum«, meinte Michler zu Beginn. So ganz hoch hinaus musste man sich zwar nicht recken, um dem Geschehen folgen zu können, aber mehr als nur ganz leichte Kost war es schon. »Es war ein anspruchsvolles, selbstironisches Stück, das die Darsteller ganz groß herausgefordert hat«, meinte ein Zuschauer am Ende. »Hier ist jeder auf seine Kosten gekommen, und das nicht zu knapp.« Lachende Gesichter waren ein Spiegel dafür, dass der heitere Blick hinter die Kulissen gelungen war.

Da schlüpfte Ensemble-Mitglied Stephan Schmidthals in die Rolle des Regisseurs, der zudem noch als Fensterputzer für den klaren Durchblick zu sorgen hatte. Keine leichte Aufgabe, stellte sich schnell heraus, denn schließlich hatten gleich drei Schauspielerinnen (Jolanthe als Madame Kassandra, Tilda als Helene Buchfink und Gitti als Frau Säuberlich) ein Auge auf ihn geworfen. Isabella Oberle, Jutta Köbel-Käding und Stephanie Werner schafften es mühelos, ihren Rollen als Bühnen-Rivalinnen gerecht zu werden, und wussten, ihre Stärken herauszuspielen.

Horst Griedelbach, der als Telekom-Techniker Werner Buchfink das Telefon von Madame Kassandra zu reparieren hatte, glänzte wieder einmal mit seinem einzigartigen komödiantischen Talent. Hier auf ein heimliches Schlückchen aus der Schnapsflasche versessen, dort die zu engen Sandalen bejammernd, vergaß er doch immer wieder (gekonnt) seinen Text und ließ mit seiner ausgefeilten Gestik und Mimik kaum ein Auge trocken. Ähnliches galt für Techniker Erich (Detlef Durchdewald), der aber – wie Julia Pauly als Souffleuse Lilli – nur in eine einzige Bühnenrolle zu schlüpfen hatte.

Situationskomik und eine gelungene Pantomime sorgten ebenso wie die abwechslungsreichen Dialoge für Spannung und Farbe in der Darstellung. Angesichts eines gleichbleibenden Bühnenbilds – stets in der Farbe Lila gehalten – kein leichtes Spiel. Die Rambelichter sind mit ihm zurechtgekommen.

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