09. Dezember 2011, 10:43 Uhr

Stammzellenspender für Steffi Röder gefunden

Rosbach-Rodheim v. d. H. (hed). Am Montag muss »Steffi Röder, die an Leukämie erkrankte Rodheimerin, für die Mitte November 800 Menschen zur Typisierungsaktion nach Ober-Erlenbach gekommen waren, wieder ins Krankenhaus: Denn sie hat einen Stammzellenspender gefunden.
09. Dezember 2011, 10:43 Uhr
Steffi Röder will wieder so gesund werden wie sie es vergangenes Jahr noch war. Hier beim Urlaub am See. (Foto: pv)

Die Chance, einen Stammzellenspender zu finden, beträgt etwa 70 Prozent. Bei Steffi Röder fand sich ein Spender aus der weltweiten Stammzellendatenbank. Es ist ein Mann aus Deutschland, der sich als sogenannter Full-Match-Spender herausgestellt hat, der also ideale Voraussetzung für eine Transplantation aufweist.

Die 800 Leute, die dem Aufruf der Familie Röder und deren Freunde, sich typisieren zu lassen, gefolgt waren, konnten zwar nicht direkt der Rodheimerin helfen, dafür aber womöglich einem anderen Patienten weltweit. »Die Resonanz war gigantisch«, sagt Steffi Röder über die Typisierungsaktion in ihrer Geburtsstadt Ober-Erlenbach, wo die Physiotherapeutin regelmäßig Sportstunden anbot. Sie selbst konnte wegen der Chemotherapie nicht dabei sein, bedankt sich aber noch einmal bei allen Spendern, die ihr Blut oder eben Geld dagelassen hatten. Alle Kosten der Typisierungsaktion in Höhe von etwa 40 000 Euro habe man alleine durch Spenden bezahlen können, sagt Röder. »Wer etwas gegeben hat und wie viel gespendet wurde, ist natürlich geheim, aber ich möchte mich bei allen herzlich bedanken.« Das überschüssige Geld wird die Deutsche Stammzellenspenderdatei für andere Typisierungen verwenden.

»Ich habe so viele nette Wünsche bekommen«, berichtet die junge Frau. Sie sei froh über die »solidarische Stimmung« gewesen. »Alle freuten sich, etwas Gutes zu tun und anderen zu helfen.«

Die 34-Jährige wird nun Weihnachten und Silvester im Krankenhaus verbringen. Und es wird ihr wohl nicht besonders gut gehen: »Am Montag geht die Ganzkörperbestrahlung los«, berichtet Röder. Bei der Prozedur, die knapp eine Woche dauert, werden die körpereigenen Abwehrzellen vollständig zerstört, damit das später transplantierte Knochenmark des Spenders nicht abgestoßen wird. Die Nebenwirkungen (Fieber, ständige Übelkeit) sind teilweise heftiger als bei der Chemotherapie.

Bis zu acht Wochen auf dem Zimmer

Ihr Mann Boris und ihre Eltern werden sie so oft es geht besuchen. Und der Aufwand ist groß, denn die Hygienevorschriften sind sehr streng. Jedes Kleidungsstück, jedes Buch, jedes Paar Schuhe muss desinfiziert werden, bevor es ins Zimmer darf. Etwa vier bis acht Wochen muss die Rodheimerin in der Klinik bleiben – und das zumeist auf dem Zimmer: »Rausgehen darf ich nur ganz selten – und wenn, dann nur mit Mundschutz, Kittel und Handschuhen«, sagt sie. Da kann einem schon mal die Decke auf den Kopf fallen. »Als Physiotherapeutin kenne ich zum Glück ein paar Bewegungsübungen«, sagt Röder. Alle drücken Steffi nun die Daumen, dass ihr Körper die Spende gut verträgt.

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