04. November 2011, 18:03 Uhr

Ehemaliges Benzinlager im Wald ist Geschichte

Rosbach-Rodheim v. d. H. (pm). »Die letzten Bauwerke des ehemaligen Übungsgeländes der US-Army in den Rosbacher Gemarkungen sind abgebaut«, freut sich Bürgermeister Detlef Brechtel. Eine Firma hat die Betonrampen des ehemaligen Benzinlagers im Rodheimer Oberwald dieser Tage beseitigt.
04. November 2011, 18:03 Uhr
Begutachten die Abrissarbeiten des Benzinlagers im Rosbacher Stadtwald (v. l.): Revierförster Heinz Sill und Bürgermeister Detlef Brechtel. (Foto: pv)

Ein weiterer Schritt zur Umwandlung des Waldes in ein Naherholungsgebiet sei damit geschafft, sagt der Bürgermeister.

Mit dem Abbruch der Betonrampen ist »die militärische Inanspruchnahme des Stadtwaldes Geschichte«, sagt Bürgermeister Brechtel. Auf den entstandenen Böschungen könnten sich Gräser und Kräuter ansamen.

Die Beseitigung der Betonrampen sei nicht nur aus ökologischer Sicht sinnvoll, sondern auch aus Gründen der Verkehrssicherung erforderlich gewesen. Alternativ hätten zur Beseitigung der Anlage Absperrgitter aufgestellt werden müssen, was nicht gewollt gewesen sei.

Militärisch genutzt bleibt weiterhin das eingezäunte Munitionsdepot der Bundeswehr, das ebenfalls im Wald liegt.

Bei der Umwandlung des Waldes in ein Naherholungsgebiet sollten neben den Interessen der Erholungssuchenden auch die Belange des Naturschutzes und die Anliegen der Wildtiere berücksichtigt werden, erläutert Brechtel. Rothirsche und Wildkatzen bräuchten Ruhezonen, in welchen sie sich vor dem Menschen sicher fühlten. Berücksichtigung finden müssten auch Flächen für Waldpädagogik, die vor allem von den Kindertagesstätten genutzt werden sollen. Ein Ausgleich dieser verschiedenen Interessen sei nur im Rahmen einer gezielten Besucherlenkung zu erreichen.

Weiteres Ziel sei es, arten- und strukturreichere Waldbereiche zu schaffen, um die Zahl der Baum- und Straucharten zu erhöhen. Es gehe aber auch darum, größere Freiflächen im Wald zu schaffen. Diese ökologische Aufwertung komme insbesondere den verdrängten Tierarten zugute, die sich dann mehr als bisher im Wald ansiedeln könnten. Durch die Anlegung von Freiflächen würden ferner die Lebensbedingungen für wärmeliebende Tierarten verbessert. Durch die mit der Stockrodung verbundene Anlage von hohlraumreichen Wällen aus Wurzeln der gefällten Bäume sollen zusätzlich Lebensräume für Kleinsäuger und Vögel sowie Jagdgebiete für Wildkatzen, Marder und Füchse geschaffen werden. Geplant sei auch, weitere Waldwiesen anzulegen, um das Nahrungsangebot für das Wild zu verbessern und Schäden an Bäumen zu vermeiden



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