Rosbach

Renovierte St.-Michael-Kirche feierlich eingeweiht

Rosbach v. d. H. (sky). Mit einem Kirchenkonzert am Samstag und einem Festgottesdienst am Sonntag haben die Katholiken von St. Michael die Wiedereröffnung ihrer renovierten Kirche gefeiert. Zahlreiche Gäste aus den Schwestergemeinden, aus Vereinen und Politik hatten sich eingefunden, um das Ergebnis zu bewundern.
04. Mai 2010, 10:42 Uhr
Acht Zelebranten aus dem Dekanat sind bei der Messe zugegen.
Acht Zelebranten aus dem Dekanat sind bei der Messe zugegen.

Rosbach v. d. H. (sky). Mit einem Kirchenkonzert am Samstag und einem Festgottesdienst am Sonntag haben die Katholiken von St. Michael die Wiedereröffnung ihrer renovierten Kirche gefeiert. Zahlreiche Gäste aus den Schwestergemeinden, aus Vereinen und Politik hatten sich eingefunden, um das Ergebnis zu bewundern.

»Ein Haus voll Glorie schauet« lautete der Titel der zugehörigen Festschrift in Anlehnung an ein bekanntes Kirchenlied aus dem Gotteslob. Der Förderverein St. Michael hatte das Druckwerk zusammen mit den Gemeindegremien und unter dem besonderen Einsatz von Rupert Merckle zusammengestellt. Die Figur des Auferstandenen, die in luftiger Höhe über dem Altar schwebt, ziert das Titelblatt. Den Bildhintergrund bestimmte das Wandgemälde des Wiesbadener Künstlers Eberhard Münch, das dem einst recht nüchternen Gotteshaus neue Farbe verleiht. Vorbei sind die Zeiten, als die schlichte Kirche im typischen Stil der 60er von Liebhabern barocker Kirchenbauten auch schon mal als »Schuhkarton« bezeichnet wurde.

»Hier ist ein Bild entstanden, das das Herz aufmacht«, meinte der Mainzer Domkapitular Hans-Jürgen Eberhardt in seiner Festpredigt. Bezug nehmend auf den Tagesspruch aus der Bibel »Seht, ich mache alles neu« lenkte er die Blicke und Gedanken der Gottesdienstbesucher auf das wandgroße Kunstwerk hinter dem Altar, das durch seine transparenten Farben und Ausdruckskraft die österliche Freude der Auferstehung Christi nahebringe. Er nahm die Worte des Künstlers auf, um die neue Atmosphäre der Kirche zu umschreiben: »Der Mensch braucht eine Oase, wo er zur Ruhe kommen kann und wo er Kraft findet«. Diese Oase sei geschaffen worden.

Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Ursula Lang, ließ keinen Zweifel daran, dass sie auf die Arbeit des eigens gegründeten Fördervereins zur Innenrenovierung der Kirche ebenso stolz sei wie auf die vielen Ehrenamtlichen, die sich um ihr Gotteshaus gekümmert hätten. Rund ein Drittel der Renovierungskosten, etwa 36 000 Euro, habe der Verein beisteuern können. Zahlreiche Helfer hätten zudem die Kosten durch mehr als 300 Stunden Eigenleistung begrenzt. Dekan Hans-Joachim Wahl zeigte sich ebenfalls erfreut über das neue Erscheinungsbild der Kirche: »Gut angelegte Wände zeugen von gut angelegtem Geld«, meinte er nicht nur im Hinblick auf das Wandgemälde, sondern auch auf den Kreuzweg, dem Eberhard Münch ebenfalls eine neue Gestalt gegeben hatte. Auch Dr. Horst Gebhard, pensionierter Pfarrer von Rosbach und Ockstadt, zählte zu den zahlreichen Festrednern des Nachmittags. Er habe es zusammen mit dem Vorsitzenden des Fördervereins, Lothar Halaczinsky, geschafft, in der Gemeinde »die Sehnsucht nach einer renovierten Kirche zu wecken« (Zitat Ursula Lang). Gebhard fand großen Gefallen an dem Ergebnis, dessen Früchte Nachfolger Bernd Weckwerth nun ernten darf. Dieser hatte die heiße Phase der Innenrenovierung erfolgreich zu Ende geführt. Mit einem neuen Messgewand für Festanlässe präsentierte er sich nun der Gemeinde. Ein Seiden-Skapulier mit symbolischen Darstellungen zum Heiligen Christophorus - ebenfalls ein Münch-Entwurf - komplettierte das Erscheinungsbild.

Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst durch den Projektchor der Gemeinde (Leitung Henrik Schnabel), von Rainer Bingel an der Orgel, von der Mezzo-Sopranistin Anna-Lena Römer sowie von Instrumentalisten an Gitarre, Schlagzeug und Bass. Anschließend waren alle zu einem Empfang ins benachbarte Pfarrzentrum eingeladen. Sabine Otto und ihre Helfer vom Familienchor hatten Speisen und Getränke bereitgestellt.

Viele wiesen noch einmal voller Begeisterung auf das Vorabendkonzert hin, an dem das Duo »Windwood & Co« (Vanessa Feilen und Andreas Schuss) das Leben von Adolph Kolping musikalisch nachgezeichnet hatte.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/rosbach/art570,45826

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