18. April 2010, 18:00 Uhr

Blütenwanderung zu den ersten zarten Knospen

Rosbach v. d. H. (sky). Strahlender Sonnenschein begleitete am Samstag die rund 40-köpfige Gruppe, die sich unter der Führung von Werner Schumacher, Karl-Heinz Wenzel und Ernst Friedrich zur Blütenwanderung in den Rosbacher Kirschenberg aufgemacht hatten.
18. April 2010, 18:00 Uhr
Aufmerksame Zuhörer der Blütenwanderung, hier im Garten von Ernst Friedrich. (Fotos: sky)

Rosbach v. d. H. (sky). Strahlender Sonnenschein begleitete am Samstag die rund 40-köpfige Gruppe, die sich unter der Führung von Werner Schumacher, Karl-Heinz Wenzel und Ernst Friedrich zur Blütenwanderung in den Rosbacher Kirschenberg aufgemacht hatten. Waren im letzten Jahr die Kirschbäume Ende April schon so gut wie verblüht gewesen, so zeigten sich diesmal gerade die ersten zarten Knospen an den Bäumen und ließen erwarten, dass sich die weiße Pracht zum Blütenfest am kommenden Wochenende voll entfalten wird.

Immer größer war in den letzten Jahren die Zahl jener geworden, die den Auftakt des Blütenfestes mit der traditionellen Blütenwanderung am Donnerstag zuvor beginnen wollen. Über 100 Teilnehmer waren es 2009 gewesen. Deshalb entschlossen sich die Veranstalter, der Obst- und Gartenbauverein (OGV) und der Heimatgeschichtsverein (HGV), einen zweiten Wandertermin am Samstagnachmittag anzubieten.

»Auf der vor Ihnen liegenden Strecke von 2,6 Kilometern werden Sie viel Wissenswertes über den örtlichen Obstanbau, die Bodenschätze und natürlich über das Rosbacher Wasser erfahren«, kündigte der Erste Stadtrat Wolfgang Datz an. Am Donnerstag wird Bürgermeister Detlef Brechtel die zweite Gruppe begleiten.

»Im letzten Jahr haben wir die Besucher durch den nördlichen Teil unseres Kirschenbergs geführt, davor war es der Süden gewesen«, sagte HGV-Vorsitzender Werner Schumacher. Da liege es nahe, diesmal durch die Mitte zu gehen. Bevor man sich vom Hainerweg hinauf in die Obstwiesen begab, nahm Schumacher sich die Zeit, etwas zu dem 100 Jahre alten Gebäude zu erzählen, vor dem man sich eingefunden hatte. »Früher lag es außerhalb der Stadt inmitten von Obstgärten, inzwischen ist es rundum von Häusern umgeben und schon fast Innenstadt«, meinte er. Der Direktor des ehemaligen Manganerzbergwerkes hatte es im Jahr 1912 erbaut. Die kleine Gartenlaube gehöre für viele Einheimische zum typischen Erscheinungsbild der Homburger Straße.

Über 75 Jahre hinweg habe man in Rosbach in rund 80 Schächten hochwertiges Manganerz abgebaut. »1925 wurde die letzte Schicht gefahren, denn zuletzt musste in über 150 Metern Tiefe nach den Bodenschätzen gegraben werden. Das war nicht mehr wirtschaftlich und unter den damaligen Arbeitsbedingungen auch sehr gefährlich«, war zu erfahren. Viele Relikte aus der Bergbauzeit gibt es in Rosbach noch zu entdecken. So zum Beispiel der heutige Ponyhof Waechter an der Kurt-Schumacher-Straße, in dem früher auswärtige Bergleute untergebracht waren.

Schumachers Vereinskollege Karl-Heinz Wenzel führte die Gruppe weiter in Richtung Obstwiesen, wo Ernst Friedrich vom OGV den Kirschenberg aus Gärtnersicht betrachtete. »Es ist wichtig, dass die Baumstücke nicht sich selbst überlassen werden, sondern eine regelmäßige Pflege erfahren«, erklärte er. Auf seinem Grundstück gab Friedrich einen Einblick in die Theorie und Praxis des modernen Obstanbaus. »Neue Züchtungen ermöglichen es, auch bei wenig Platz eine große Ernte zu erzielen.« Doch es waren nicht nur seine schlanken »Säulenbäume« oder das Spalierobst, die die Aufmerksamkeit der Blütenwanderer auf sich zogen. Die zehnjährige Sarah zum Beispiel, die mit ihrem Opa mitgekommen war, interessierte sich auch für das Insektenhotel unweit der Apfelbäume. Friedrich hatte vorher ausführlich erklärt, warum man Insekten Unterschlupfmöglichkeiten anbieten solle. »Ich fand es interessant zu erfahren, dass die Bienen für uns Menschen so wichtig sind«, meinte Sarah. Auch Uwe und Brigitte Berdick aus Kaichen lobten: »Wir interessieren uns sehr für unsere Umgebung, deren Geschichte und Kultur.« Die Blütenwanderung sei eine gute Gelegenheit gewesen, ihr Wissen auszudehnen.

Die zweite Blütenwanderung findet statt am Donnerstag, 22. April, von 14 bis etwa 17 Uhr. Treffpunkt am »Werkleiterhaus«, Ecke Homburger Straße/Hainerweg. Danach gibt es die Möglichkeit zu einem Imbiss im »Alten Rathaus«.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Arbeitsbedingungen
  • Bergarbeiter
  • Bienen
  • Bodenschätze
  • Ernst Friedrich
  • Gartenhäuser
  • Insekten
  • Karl Heinz
  • Obst- und Gartenbauvereine
  • Obstgärten
  • Opas
  • Rosbach
  • Werner Schumacher
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos