Rosbach

Renovierung der Wasserburg nimmt letzte Hürde

Rosbach v. d. H. (sky). Zügig und einvernehmlich verlief die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Dienstagabend im Rodheimer Bürgerhaus. Auf der Tagesordnung standen Themen, die im Vorfeld schon ausführlich in diversen Gremien diskutiert worden waren und für die das Abstimmungsergebnis auf Grund der vorangegangenen Beschlüsse absehbar war.
07. Mai 2009, 20:14 Uhr

Rosbach v. d. H. (sky). Zügig und einvernehmlich verlief die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Dienstagabend im Rodheimer Bürgerhaus. Auf der Tagesordnung standen Themen, die im Vorfeld schon ausführlich in diversen Gremien diskutiert worden waren und für die das Abstimmungsergebnis auf Grund der vorangegangenen Beschlüsse absehbar war.

Bezüglich des geplanten Rodheimer Neubaugebietes Oberwiese empfiehlt sich demnach eine Verkehrserschließung ausschließlich über den Knotenpunkt Landesstraße/Beinhardsweg. Eine Einbahnstraßenregelung könne sich hier anbieten. Es wurden keine Widersprüche gegenüber der Absicht geäußert, das derzeitige Sportplatzgelände künftig als Wohn- und Mischgebiet auszuweisen. Schalltechnische Gutachten bezüglich Straßen- und Schienenverkehr haben im Bebauungsplan in entsprechenden Festsetzungen zum passiven Schallschutz Berücksichtigung gefunden. Entlang der Eisenbahnlinie werde der Verkehrssicherungspflicht unter anderem durch Grundstückszäune Rechnung getragen. Lampen auf öffentlichen wie privaten Grundstücken dürfen die Triebwagenführer nicht blenden.

Zu der von Bürgern gewünschten Öffnung und Renaturierung des Hamstergrabens konnten sich die Parlamentarier nicht durchringen. Da er nur zeitweise Wasser führe, stünden mögliche ökologische Effekte »in keinem Verhältnis zum technischen und finanziellen Aufwand«.

Die kürzlich der Öffentlichkeit vorgestellten Pläne zur Renovierung der Nieder-Rosbacher Wasserburg und zur Neugestaltung des Dorfplatzes (die WZ berichtete) wurden ohne weitere Aussprache genehmigt. Es herrschte Einigkeit darüber, das gesamte Areal mit Hilfe von Mitteln aus dem Konjunkturpaket II zu sanieren. Die erforderlichen Haushaltsmittel in Höhe von 2,1 Millionen Euro stehen zur Verfügung. 84 Prozent davon werden als Förderung zurück erwartet.

Der Abschluss eines Bau- und Nutzungsvertrages zwischen der Stadt und der SG Rodheim für das geplante Sportzentrum neben der Erich-Kästner-Schule bestätigte die vorangegangenen Verhandlungsergebnisse. Danach beteiligen sich die Sportler mit 520 000 Euro an dem 6,7-Millionen-Projekt. Dafür sollen sie eine kleine Sporthalle mit Geräteraum, ein Vereinsheim und eine Geschäftsstelle unter dem Dach der Gesamtanlage bekommen (250 000 Euro) sowie einen Halbfeld-Rasentrainingsplatz für die Jugend (270 000 Euro). Finanziert werden soll das über Eigenmittel, Zuschüsse von Stadt und Land sowie einen Kredit der Stadt. Das ausschließliche Nutzungsrecht der SG auf die von ihr finanzierten Räume und Flächen wird ihr im Grundbuch zugesichert. Die Räumung des derzeitigen Vereinsheims der SG an der Mainzer Straße beginnt im Februar 2010.

Dem geplanten Flurbereinigungsverfahren im Zuge des Baus der Südumgehung wurde zugestimmt und der Magistrat beauftragt, alle Voraussetzungen zum reibungslosen Ablauf des Verfahrens zu schaffen. Für die Straße werden etwa zehn Hektar Privatfläche benötigt, wobei zusammenhängende Arealee teils sehr ungünstig durchschnitten würden und das Straßen-, Wege- und Gewässernetz unterbrochen werde. Derzeit erstellt die Flurbereinigungsbehörde einen vorläufigen Wertschätzungsrahmen, um eine möglichst gerechte Neuordnung zu erreichen.

Rosbach: Abstellfläche für Schwerlastverkehr?

Die Baulandumlegung für das geplante Neubaugebiet »Die Sang« fand ebenfalls grundsätzliche Zustimmung. Allerdings beantragten CDU und Grüne, das Baugebiet durch einen städtebaulichen Wettbewerb auszuschreiben. »Unser Autobahnanschluss mit den weiterführenden Bundesstraßen gehört zu den verkehrsstärksten in ganz Deutschland«, meinte CDU-Sprecher Johann Baptist Schneiderbauer. Die derzeitige Ortseinfahrt nach Ober-Rosbach präsentiere sich allerdings wie ein notdürftiger Schleichweg abseits der Bundesstraße. Zudem würde Rosbach zunehmend als Abstellfläche für den Schwerlastverkehr benutzt.

Nach dem Scheitern des Autohofs in Butzbach sei die Hoffnung auf Besserung geschwunden. »Die Sang als letzter verbliebener Standort zum Überdenken dieser Situation würde nach den bisherigen Vorlagen das Einfließen eines Verkehrskonzeptes auch für die Zukunft verhindern«, betonten CDU und Grüne.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/rosbach/art570,32038

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