08. März 2009, 19:22 Uhr

Schüsse in der Wasserburg

Rosbach v. d. H. (sky). Vergnügliche Stunden erlebten die Freunde des Laientheaters am Samstag bei der Premiere des Rambelichter-Stückes »Schüsse in der Wasserburg - Leg doch mal die Nonne um« in der Adolf-Reichwein-Halle. Denn wieder einmal zeigten sich die neun Hobby-Darsteller unter der Regie von Knut Michler genau so, wie die Rosbacher sie gern haben: verdreht und ausgeflippt, knallhart und gewitzt, stolprig und einfach urkomisch. Die Sportsfreunde, Verwandten, Nachbarn oder auch der Metzger von nebenan, die hier alljährlich im Anschluss an die Faschings-Session die Bühnenbretter betreten, sind in Rosbach längst keine Unbekannten mehr.
08. März 2009, 19:22 Uhr
Er geht absolut nicht auf, der rote Koffer. Hippie-Girl Flower (Christine Kleberger, Mitte) kann sich noch so sehr anstrengen. Auch der Stress von Gauner-Lehrling Django (rechts) kann da nichts ändern.

Rosbach v. d. H. (sky). Vergnügliche Stunden erlebten die Freunde des Laientheaters am Samstag bei der Premiere des Rambelichter-Stückes »Schüsse in der Wasserburg - Leg doch mal die Nonne um« in der Adolf-Reichwein-Halle. Denn wieder einmal zeigten sich die neun Hobby-Darsteller unter der Regie von Knut Michler genau so, wie die Rosbacher sie gern haben: verdreht und ausgeflippt, knallhart und gewitzt, stolprig und einfach urkomisch. Die Sportsfreunde, Verwandten, Nachbarn oder auch der Metzger von nebenan, die hier alljährlich im Anschluss an die Faschings-Session die Bühnenbretter betreten, sind in Rosbach längst keine Unbekannten mehr.

Ort des Geschehens ist diesmal das ehemalige Herrenzimmer in der Wasserburg von Nieder-Rosbach, wo sich Küchenschaben und Silberfische zwischen Spinnenweben und Staub tummeln, erfahren die Zuschauer zu Beginn. Man hat den Spielort von Heidi Faltlhausers Kriminalkomödie aus Bayern in heimische Gefilde verlegt und das Stück auf Rosbacher Verhältnisse umgeschrieben.

Bei so viel Identifikation war es dann auch kein Wunder, dass mancher Mime schon beim Betreten der Bühne mit Applaus bedacht wurde. Und bei der Vermutung, dass Bürgermeister Detlef Brechtel per Ebay dafür gesorgt haben könnte, dass das Nieder-Rosbacher Wahrzeichen in den Besitz der Nonnen Aurea (Gisela Lenz) und Erbana (Jutta Köbel-Kädig) gekommen sein könnte, waren die Lacher vorprogrammiert. Die eingeschmuggelten Einflechtungen mit eindeutigen Rosbacher Wiedererkennungsmerkmalen sorgten dafür, dass die Aufmerksamkeit des Publikums stets auf Vordermann gehalten wurde.

Wieder einmal erfrischend komisch zeigte sich Horst Griedelbach in der Rolle des gewieften Gauners Freddy (alias Klosterschwester Dolorosa), der dem beinharten Gangsterboss Alexej (Detlef Durchdewald) den Lohn aus einem Beutezug abjagen will - was bisweilen nicht ganz risikolos ist. Mit allen Wasser gewaschen und als Meister der Verwandlungskunst bewegt er sich drehbuchgemäß in einem Dreieck von mehr oder weniger geschickten Bösewichten (Isabella Oberle, Stephan Schmidthals, Detlef Durchdewald), den beiden raffiniert-ängstlichen Klosterfrauen und einem blumigen Flower-Power-Baghwan-Mischmasch (Christine Kleberger, Mareike Kranl und Karlheinz Meuser).

Beste Unterhaltung mit leichter Kost war das Ergebnis. »Ich komm doch auch her, um mich zu amüsieren«, meinte eine Zuschauerin während der Pause.

So bekamen denn die weisen Sprüche des Gurus äußerst heiteren Charakter - Worte, die Gauner Django heftig auf den Keks gingen. »Kann jemand mal das wandelnde Kreuzworträtsel abstellen?«, fragte er genervt. Lockere Sprüche - manchmal durchaus derb - trafen den Geschmack der Leute im Saal. Und wenn sich die rot gestiefelte und kaltschnäuzige Gangsterlady Natascha mit ihrem unbeholfen moralisierenden Kumpan Django (Isabella Oberle und Stephan Schmidthals) mitten im Publikum auf die Jagd nach jenem ominösen roten Koffer begab, der eine zentrale Rolle spielte, gab es Theater fast zum Anfassen.

Alles in allem wieder eine heitere Klamotte mitten in Rosbach, die mehr als nur Respekt verdient. Nicht zu vergessen übrigens die Leute im Hintergrund, die als Souffleuse (Jutta Gerland), Maskenbildnerin (Irmtraud Ihl), Licht- und Tontechniker (Manfred Linss) oder Bühnengestalterin (Gabriele Morres) ihr Bestes gaben.

Am kommenden Wochenende werden sie im Rodheimer Bürgerhaus wieder zur Stelle sein, um gemeinsam mit Nonnen, Hippies und Gangstern das Rätsel um den roten Koffer zu lösen.

Karten gibt es bei Metzgerei Meueser und Zigarren Becker in Ober-Rosbach, Papierlädchen Ratzefummel in Nieder-Rosbach, Metzgerei Hisserich und Bürgerhaus in Rodheim. Los geht’s am Samstag um 20 Uhr und am Sonntag um 18 Uhr.



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