21. Oktober 2008, 20:06 Uhr

Einer »herausragenden Persönlichkeit« gedacht

Rosbach v. d. H. (sky). Anlässlich des 64. Todestages des Sozialdemokraten Adolf Reichwein, der in Rosbach aufgewachsen und im Alter von 46 Jahren in Berlin von den Nazis umgebracht worden war, legten Mitglieder der Rosbacher SPD am 20. Oktober an der Gedenktafel am Marktplatz einen Kranz nieder.
21. Oktober 2008, 20:06 Uhr
SPD-Vorstandsmitglied Erwin Kreh, Partei- und Fraktionschef Dieter Launhardt und Erster Stadtrat Wolfgang Datz (v. l.) legen an der Adolf-Reichwein-Gedenktafel am Marktplatz einen Kranz nieder. (Foto: sky)

Rosbach v. d. H. (sky). Anlässlich des 64. Todestages des Sozialdemokraten Adolf Reichwein, der in Rosbach aufgewachsen und im Alter von 46 Jahren in Berlin von den Nazis umgebracht worden war, legten Mitglieder der Rosbacher SPD am 20. Oktober an der Gedenktafel am Marktplatz einen Kranz nieder. »Reichwein war kein Märtyrer«, sagte Erster Stadtrat Wolfgang Datz. Er sei sich durchaus der Todesgefahr bewusst gewesen, in die er sich aufgrund seiner politischen Überzeugung begeben habe. SPD-Chef Dieter Launhardt betonte, dass es für nachfolgende Generationen wichtig sei, das Unrechtsregime des Dritten Reiches in bitterer Erinnerung zu halten. »Wir dürfen niemals vergessen, an jene Männer und Frauen zu denken, die in dieser schwierigen Zeit Rückgrat zeigten.« Sie hätten nicht um ihrer selbst willen gehandelt, sondern im Interesse des Wohlergehens der Allgemeinheit.

In einer anschließenden Gedenkveranstaltung im Foyer der Adolf-Reichwein-Halle hob Bürgermeister Detlef Brechtel hervor, dass die Stadthalle nicht nur wegen des Aufenthalts von Reichwein in Rosbach ihren Namen erhalten habe, sondern auch, um einen Mann zu ehren, »der bis zur letzten Konsequenz für seine Ideale eingetreten« sei. Mit ihm sei ein vielseitiger Wissenschaftler in den Tod geschickt worden, der »auch wegen seiner außergewöhnlichen Ausstrahlungskraft und seiner Begeisterungsfähigkeit als politischer Pädagoge zu den herausragenden Persönlichkeiten des 20. Jahrhundert gezählt wird«. Er habe als Widerstandskämpfer gegen das barbarische NS-Regime sein Leben für eine menschlichere Zukunft, für Demokratie und soziale Gerechtigkeit eingesetzt und geopfert. »Wir haben heute das Glück, in einem Land des Rechts, der Freiheit und des Friedens zu leben. Dieses glückliche Schicksal aber fordert von uns, dass wir den Widerstand gegen die Diktatur nicht vergessen und die notwendigen Schlussfolgerungen für unsere gemeinsame Zukunft ziehen«, so Brechtel.

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