16. Juli 2008, 17:34 Uhr

Mit Milan Kunststücke einüben

Rosbach v. d. H. (sky). Eine Handvoll Möhren haben Destina, Sabine und Sophie als Leckerbissen und Dankeschön für den gutmütigen Haflinger »Milan« zum Beinhardshof mitgebracht. Es ist der letzte von vier Tagen, an dem sie einen Nachmittag lang auf dem Rücken des geduldigen und kinderfreundlichen Pferdes ihre Kunststücke einüben dürfen.
16. Juli 2008, 17:34 Uhr
Geduldsfrage: Turnen auf dem Pferderücken, während der Haflinger an der langen Leine gehalten wird. (Foto: sky)

Elf Kinder – die meisten von ihnen Mädchen – haben bei Annemarie Bank-Lauer vom Reit- und Fahrverein Gräfin Grote und ihrem Sohn Michel gelernt, wie man hoch zu Ross hocken, knien oder freihändig stehen und turnen kann. »Voltigieren für Anfänger« hieß es dazu in der Ankündigung für die Ferienspiele. Viel Spaß, Spiel und Bewegung hatten die Veranstalter den sechs- bis zwölfjährigen Kursteilnehmern versprochen und dies nach einhelliger Meinung auch eingehalten. Ferienkind Fine ist »ein echter Pferde-Fan« und kann auch schon reiten. »Dass man auf einem Pferd auch turnen kann, finde ich super«, sagt sie. Auch Zoe ist begeistert: »Es macht mir einen Riesenspaß – aber ich muss deshalb ja nicht gleich im Zirkus auftreten.« Bevor es allerdings auf den Sandplatz geht, wo Milan sich schon warmlaufen darf, ist Theorie angesagt. »Wie heißen die Körperteile eines Pferdes?«, wird zum Beispiel gefragt. Was versteht man unter Nüstern, Mähne oder Schweif? Ist ein Pferd etwa ein »Sohlengänger«? Natürlich nicht. Wo hat es seine Gelenke und wo sind seine schmerzempfindlichsten Stellen? Keine Frage von Annemarie bleibt unbeantwortet, meist sprechen die Kinder wie im Chor und tragen die richtigen Ergebnisse anschließend sorgfältig in ihr »Voltigier-Heft« ein.

Für Vorschulkinder gibt die erfahrene Pädagogin entsprechende Hilfestellung, damit auch sie ihr Kreuzchen an der richtigen Stelle machen können. »Dieser Einstieg ist wichtig, damit die Kinder wissen, wann sie dem Pferd bei ihren Kunststückchen möglicherweise weh tun könnten«, sagt Bank-Lauer. Bei diesem Kurs geht wieder einmal alles glatt.

Stolz zeigen die jungen Voltigier-Künstler ihren Müttern und Vätern in einer kleinen Abschluss-Show, was sie in den vier Tagen gelernt haben. »Die Hälfte von ihnen ist gestern schon im Galopp über den Platz gefegt«, berichtet Michel. »Das kostet zwar einige Überwindung, es ist aber viel einfacher, als auf einem trabenden Pferd zu stehen.« Beim Galopp könne man die Bewegungen vorher relativ gut abschätzen, beim Trab sei das viel schwieriger. »Da wird man unter Umständen ganz schön durchgeschüttelt. « Annemarie Bank-Lauer weiß, wie Mensch und Tier sich in solchen Situationen miteinander verständigen können. »Beim Voltigieren muss man gegenseitige Rücksicht nehmen und lernen, schon vorher einzuschätzen, wie das eigene Verhalten beim Gegenüber – in diesem Fall beim Pferd – ankommt.«

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