12. März 2015, 10:33 Uhr

Großer Aufwand, wenig Ertrag

Rosbach (sky). Zweifel in den Reihen der Mitglieder des Fördervereins der Rosbacher Wehr: Umsatzsteuer und gesetzliche Auflagen für Feste steigen, die Zahl der Helfer hingegen sinkt. Das Fazit: Es ist an der Zeit, Konsequenzen zu ziehen, vorerst beim Burgfest.
12. März 2015, 10:33 Uhr
Blicken auf eine lange Mitgliedschaft zurück: die Geehrten mit Bürgermeister Thomas Alber (3. v. r.) und dem Vereinsvorsitzenden Clemens Harff (hinten, M.). (Foto: Edelgard Halaczinsky)

Bei der Versammlung des 432 Mitglieder zählenden Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Rosbach kommt es zur Diskussion: Darüber, welche Großveranstaltungen künftig von der Feuerwehr bedient werden können. Auch in ihren Reihen zeigt sich der allgemein zu verzeichnende Helferschwund, doch das allein war nicht der Grund dafür, das ehrenamtliche Engagement bei Traditionsfesten im Stadtgebiet auf den Prüfstand zu stellen. »Unsere Leute opfern ihre Freizeit für einen guten Zweck, und dann fressen die Steuern den Gewinn aus einem Fest gleich wieder auf«, stellte der Vorsitzende Clemens Harff fest. Umsatzsteuer und gesetzliche Auflagen würden zunehmen, unterdessen die Zahl der Helfer sinken. Nach über sechsjähriger Debatte über dieses Thema sei es nun an der Zeit, Konsequenzen zu ziehen.

Unangetastet lassen will man das Konzept für das Fest am 1. Mai auf der Kapersburg. Hier ist die Wehr schon seit vielen Jahren alleiniger Veranstalter und versorgt die meist zahlreichen Gäste mit Speisen und Getränken. Beim Burgfest hingegen, wo auch andere Vereine mit im Boot sind, wird man künftig kürzer treten. Nachdem die Überlegung, die komplette Bewirtung aus Kosten- und Personalgründen an einen Caterer zu vergeben, verworfen worden war, einigte sich die Versammlung bei einer Gegenstimme darauf, nur noch einen Getränkestand aufzustellen.

Ober-Rosbachs Ortsvorsteher Christian Lamping warnte: »Wir dürfen keine Feste beerdigen, denn eine Revitalisierung ist immer schwierig.« Auch sein Nieder-Rosbacher Amtskollege Volker Hoffmann mahnte: »Das Burgfest ist unser letztes großes Fest, nachdem es hier keine Kerb mehr gibt.« Er warb für den neu ins Leben gerufenen »Tag der Vereine« Anfang Juni und gab der Hoffnung Ausdruck, dass das Vereinsleben in Rosbach wieder Aufwind gewinnen werde.

Kein Kandidat für Vorsitz

Auch Vorstandsneuwahlen standen auf der Tagesordnung. Der Vorsitzende Harff, gleichzeitig Stadtbrandinspektor, hatte angekündigt, nach sechs Jahren Vereinsführung nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung zu stehen. Mangels Nachfolger sah sich die Versammlung allerdings gezwungen, die Vorstandswahlen bis zum 8. Mai auszusetzen. Bis dahin bleibt Harff noch im Amt.

Der Vorsitzende blickte zudem auf ein erfolgreiches Jahr zurück und hob vor allem das Engagement der Jugendwehr hervor. »Sie bringen sich toll ein und unterstützen uns bei unseren Veranstaltungen tatkräftig.«

Kürzer entwickelte sich die Diskussion zu den Anschaffungen für die Einsatztruppe. Geplant ist, Geld für eine Druck-Zumisch-Anlage für das (noch in der Anschaffung befindliche) neue Hilfeleistungs-Lösch-
gruppenfahrzeug bereitzustellen, zudem wird es für die Einsatzkräfte neue Jacken geben. Damit soll bei Einsätzen, bei denen es nicht um Löscharbeiten geht, eine leichtere Bekleidung statt der kiloschweren Schutzanzüge getragen werden dürfen.

Bürgermeister Thomas Alber hob lobend hervor, dass die Wehr dank ihres aktiven Fördervereins ausstattungsmäßig weit über den Landesvorgaben liege. Zusammen mit Clemes Harff ehrte er anschließend langjährige Fördervereinsmitglieder. Für 25 Jahre: Björn Backes, Carola Preiß und Jörg Preiß. Für 40 Jahre: Michael Altvater. Für 50 Jahre: Manfred Simon, der gleichzeitig zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Für 60 Jahre: Werner Köbel und Erwin Brodrecht.



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