31. März 2014, 17:33 Uhr

Weekend im Paradies: Mit Vitamin B geht alles

Rockenberg (pm). Zum »Weekend im Paradies« begrüßte Birgit Langsdorf von der Laienspielgruppe der Concordia am Samstag die Theaterfreunde im Oppershofener Bürgerhaus. Das Stück spielt im Berlin der 20er-Jahre, könnte aber auch heute spielen – es geht um Beziehungen, Protektion und Beförderung.
31. März 2014, 17:33 Uhr
Dittchen (Michael Radau) will Grimmeisen (Peter Niermann) ohrfeigen, Tutti (Katja Bell-Preckel) geht dazwischen. (Foto: Bernd Burkard)

Regierungsrat Dittchen (Michael Radau) macht einen guten Job, bei Beförderungen aber wird er immer wieder übergangen. Seine Chance wittert er, als ein empörter Anwohner des Schnakensees (Christoph Hoffmann) ihn bittet, den unmoralischen Zuständen im Hotel Paradies ein Ende zu machen. So reist Dittchen mit Polizist Seidel (Peter Stary) an den See.

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Und wer ihn da so alles in dem von zwei Schwestern (Cordula Geibel und Isabelle Klein) geführten Hotel erwartet, lässt ihn aus dem Staunen nicht mehr herauskommen: Assessor Winkler (Florian Simon) will Tuchfühlung aufnehmen zur Stenotypistin Lore (Alexandra Leu), sein Konkurrent von Giersdorf (Thomas Decher) ist mit einer Frau (und nicht seiner) da, und auch Ministerialrat Breitenbach (Harald Weber) kommt in weiblicher Begleitung.

Sodom und Gomorrha

Wie sich herausstellt, hat er doch tatsächlich Frau Dittchen (Claudia Dahl) eingeladen zum vergnügten Wochenende. Überhaupt wimmelt es im ganzen Hotel nur so von jungen Pärchen – Amelie Niermann, Dominik Herbert (am Samstag sprang für ihr kurzfristig Florian Groß ein), Julia Brömmeling, Adrian Herbert –, die sich als verheiratet ausgeben.

Genug Material also für Dittchen und die Frauenbeauftragte Haubenschild (Anne Feltgen), die sich ebenfalls von dem Treiben überzeugen will. Den sittlichen Verfall soll sie am eigenen Leib erfahren, denn die Hotelbesitzerin bringt sie mit Ministerialdirektor Grimmeisen (Peter Niermann) zusammen, der vor seinem Amtsantritt in Berlin noch einmal etwas erleben will.

Das Verhängnis nimmt seinen Lauf, als Kriminalwachtmeister Seidel feststellen muss, dass auch seine Tutti (Katja Bell-Preckel) mit einem fremden Mann im Hotel ist.

Zurück im Ministerium, startet Dittchen, der einen ausführlichen Bericht verfasst hat, durch: Breitenbach befördert ihn zum Oberregierungsrat und wird dafür aus dem Bericht gestrichen. Giersdorfs Onkel, der Minister, ernennt Dittchen auf Drängen von Giersdorf zum Ministerialrat.

Wie das Leben so spielt…

Adele Haubenschild erklärt, sie sei völlig unschuldig, von einem Wüstling überfallen worden und als Person des öffentlichen Lebens erledigt. Und als sich herausstellt, dass der neue Ministerialdirektor der Lustmolch ist und daraufhin beurlaubt wird, wird Dittchen sogar sein Nachfolger. Die schwierigste Aufgabe im Stück hat jedoch Amtsdiener Wuttke (Peter Simon), der immer die gerade richtige Amtsbezeichnung wissen muss.

Soweit der Plan. Doch diesmal läuft nicht alles planmäßig beim Concordia-Theater: In der Ohrfeigenszene im zweiten Akt packt Katja Bell-Preckel Hauptdarsteller Michael Radau so unglücklich am Arm, dass »Dittchen« sich die Schulter auskugelt. Für ihn endet der Abend im Krankenwagen und dann im Krankenhaus, unter Betäubung muss das Gelenk wieder eingerenkt werden.

Für die Zuschauer im Bürgerhaus ging’s nach zehn Minuten Unterbrechung weiter: Regisseur Christian Herrmann hatte die Rolle des pflichtbewussten Beamten übernommen und spielte sie auch am Sonntag. Wer am kommenden Wochenende den »Dittchen« gibt, stand gestern noch nicht fest.

Die Laienspielgruppe bedankte sich, nachdem der langanhaltende Applaus verklungen war, beim Publikum, bei den Bühnenbauern, bei Babsi, die diesmal 18 Schauspieler zu schminken und zu frisieren hatte, beim Wirtschaftsausschuss der Concordia für die Bewirtung der Gäste und bei allen Helfern.

Am nächsten Wochenende wird das Stück noch zweimal (Samstag 20 Uhr, Sonntag 19 Uhr) aufgeführt. Karten sind noch bei den Vorverkaufsstellen (Bäckereien Kraus und Schmidt) und an der Abendkasse erhältlich.

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