Rockenberg

Sapnis aus Riga begeistert in der St.-Laurentius-Kirche

Rockenberg-Oppershofen (pm). Besuch aus dem hohen Norden hatte kürzlich die St.-Laurentius-Kirche: Der lettische Frauenchor Sapnis machte auf seiner Deutschlandtournee Halt in Oppershofen, um mit dem heimischen gemischten Chor Frohsinn ein Konzert zu geben.
05. November 2012, 18:43 Uhr
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Der lettische Mädchen- und Frauenchor Sapnis sorgt für Begeisterung im frisch renovierten Innenraum der St.-Laurentius-Kirche.

Der Eintritt war frei, es wurden jedoch Spenden gesammelt, die in die Renovierung der Kirche fließen sollen.

Der Chor aus der lettischen Hauptstadt Riga wurde seinem Namen gerecht: Denn Sapnis heißt auf Deutsch Traum, und dem langanhaltenden Applaus des Publikums zufolge empfanden es die Besucher auch als traumhaft, den Mädchen und Frauen aus Riga im frisch renovierten Innenraum der St.-Laurentius-Kirche zu lauschen. Auch Pfarrer Eduard Scheld sprach von einem traumhaften Konzert, sowohl für die Ohren, die Augen als auch für das Herz.

Den Abend eröffnet hatte der gastgebende Verein Frohsinn mit vier geistlichen Liedern von Duruflé, Nysted, Vila-Lobos und Bruckner. Für den Chor war es eine Premiere, er trat erstmals unter der Leitung von Martin Winkler auf.

Die Frauen aus Riga, die in landestypischen Trachten auf die Bühne gekommen waren, wurden bei ihrer lettischen Folklore auch von einer kleinen Männergruppe und vier Jungen unterstützt. Obgleich die Besucher die lettischen Texte nicht verstanden, schien ihnen die Musik zu Herzen zu gehen.

Eine Solistin leitete dann mit zwei warm gesungenen Sopran-Arien von Bach und Händel zum geistlichen Teil des Abends über. Begonnen wurde mit dem »Ave Maria« von Bach-Gounod. Das höre man zwar oft, aber selten »so gut, so innig und so überzeugend«, waren sich die Frohsinn-Sänger einig. »Davon haben sie noch 20 weitere im Gepäck. Und alle vatikanreif«, sagte auch Martin Winkler, der kurzzeitig die Moderation übernommen hatte. Einige davon – aus ganz unterschiedlichen Epochen – gaben die Frauen aus Lettland zum Besten, teilweise auch mit solistischen Einlagen. Ein weiterer Höhepunkt war der letzte Beitrag: ein doppelchöriger Satz, bei dem der Hauptchor aus dem Altarraum und vier Sängerinnen von der Empore aus sangen. Eine besondere Herausforderung für Dirigentin Iveta Rismane-Luse, die für ihre Leitung viel Lob erhielt. Gleiches gilt für Ilze Zwaigznekalne am Klavier, die sowohl Solisten als auch den Chor einfühlsam begleitete.

Nach dem Konzert hatte der Frohsinn zu einem Empfang ins Pfarrheim eingeladen. Pfarrer Scheld, Bürgermeister Manfred Wetz und Frohsinn-Vorsitzender Bardo Weinert bedankten sich bei den Gästen aus Riga, bevor kleine Geschenke ausgetauscht wurden. Eine Sprecherin von Sapnis sprach auch ein paar Dankesworte auf Deutsch: »Wir haben uns sehr wohl gefühlt bei Euch. Vielleicht der Beginn einer Freundschaft?«

Einige der lettischen Gäste sprachen etwas deutsch, andere englisch, so dass man doch einiges voneinander erfahren konnte. Ansonsten bedienten sich die Beteiligten der Sprache der Musik. Es wurde ausgiebig gesungen und getanzt. Einige »Frohsinnler« haben jetzt zumindest einen Grundkurs in lettischem Volkstanz. Vielleicht wirklich der Beginn einer Freundschaft.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/rockenberg/art569,75742

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