28. September 2009, 19:58 Uhr

»Gezeigt, dass es überall Alternativen gibt«

Rockenberg (bd). Seit einem Vierteljahrhundert gibt es die Grünen in Rockenberg. Im September 1984 von einem Dutzend meist junger Bürger als »Grüne Liste Umwelt- und Kommunalpolitik« (GLUK) gegründet, wurde seither ständig daran gearbeitet, ökologisches Denken und Handeln vor Ort umzusetzen.
28. September 2009, 19:58 Uhr

Rockenberg (bd). Seit einem Vierteljahrhundert gibt es die Grünen in Rockenberg. Im September 1984 von einem Dutzend meist junger Bürger als »Grüne Liste Umwelt- und Kommunalpolitik« (GLUK) gegründet, wurde seither ständig daran gearbeitet, ökologisches Denken und Handeln vor Ort umzusetzen.

Am 1. April 1985 war Ursula Krämer die erste Frau an der Spitze einer Fraktion in der Gemeindevertretung. Mit ihr saß Klaus Pröll im Parlament, Norbert Mielke war im Gemeindevorstand. Unter dem Eindruck von Tschernobyl wurde der Ausstieg aus der Atomenergie zum großen Thema. Zwar ist die Katastrophe weitgehend in Vergessenheit geraten, doch die Rockenberger Grünen arbeiten daran, den eingeschlagenen Weg hin zu den alternativen Energien mit aller Kraft weiterzugehen. Sechs Mitglieder waren gerade vor drei Wochen bei der großen Anti-Atomkraft-Demo in Berlin.

Im September 1987 stellte die GLUK einen Antrag für eine Solaranlage auf der Wettertalhalle, und auch der Vorschlag von 1989, ein Blockheizkraftwerk zu errichten, wurde nicht umgesetzt. Ohne politische Mehrheit blieb jede Idee Theorie. Auch aus diesem Grunde zog sich die grüne Bewegung über lange Zeit zurück und die Mitglieder setzten wenigstens im privaten Bereich um, was umzusetzen war.

Ein weiterer wichtiger Punkt Grüner Arbeit ist die Müllentsorgung. Im Januar 1985 zum Beispiel entdeckten zwei Mitstreiter 600 Liter Ölschlamm in der Bauschuttdeponie bei der »Hölle« in Rockenberg, die geplante Kreismülldeponie zwischen Oppershofen und Södel und die getrennte Entsorgung waren weitere Themen in jenem Jahr, außerdem kümmerte man sich um die Schadstoffe in den drei Altdeponien.

1989 gewinnt die GLUK einen dritten Sitz im Parlament: Ursel Krämer, Peter Seib und Regine Fritzsche-Lunemann bilden die Fraktion, Günter Bormann sitzt im Vorstand. Die Düsenjäger-Tiefflüge werden zum Thema, ein Tiefstfluggebiet zwischen Taunus und Vogelsberg soll ausgewiesen werden.

Nach der dritten Periode ist Schluss

Mit der dritten Legislaturperiode endet 1997 die Geschichte der GLUK. Andreas Lehmann ist 1993 in den Gemeindevorstand eingezogen, Regine Fritzsche-Lunemann ist Fraktionsvorsitzende und Achim Mosch leitet den Ausschuss Landwirtschaft und Umwelt. Im September gelingt es, eine Resolution aller Gemeindevertreter zur Ausweisung der »Hölle« als Naturschutzgebiet zu verabschieden. Mit der »Breitwiese bei Steinfurth und Oppershofen« und den »Klosterwiesen von Rockenberg« werden in den Folgejahren die Grundlagen für einen artenreichen Lebensraum geschaffen. 2007 hat Rockenberg 84 Hektar Naturschutzgebiete.

Bei Pflanzaktionen packen die Grünen mit an, so mit dem Obst- und Gartenbauverein 1994 auf einem Obstbaumgrundstück am Rockenberger Wald, ebenso bei der Ulmenpflanzaktion zusammen mit dem BUND 1993.

Nachdem die GLUK 1997 nicht zur Kommunalwahl antritt, geht Achim Mosch für die SPD in den Gemeindevorstand, bevor im März 2006 die neuen »Bündnis 90-Grünen« mit Pia Rolly und Achim Mosch ins Parlament einziehen.

Der Verkehr ist das Thema, das immer stärker in den Vordergrund rückt: Schon 1988 schlagen die Grünen zum ersten Mal einen Einbahnstraßenring in Rockenberg vor, 1991 beantragen sie einen Verkehrsrahmenplan, der sich als gute Grundlage und Entscheidungshilfe erweist. Radwegeverbindungen werden immer wieder gefordert, aber aus Sicht der Grünen »nur allzu schleppend« umgesetzt.

Das positive Fazit des Achim Mosch nach den 25 Jahren: »Die Grünen haben in allen Lebensbereichen gezeigt, dass es Alternativen gibt. Manchmal braucht es auch ein bisschen Mut, sie zu nutzen.«

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