03. März 2014, 18:18 Uhr

Riff für Riff zur eigenen Band

Reichelsheim (kai). Gitarren-Sound schallt aus dem Jugendclub. Konzentriert sitzen André, Tobias und Oliver beieinander. Bass und E-Gitarren liegen auf ihren Schenkeln, die Füße wippen im Takt.
03. März 2014, 18:18 Uhr
Bei der Bandprobe stimmen (v. l.) Tobias Huberty, André Flachs und Oliver Kaiser »Knockin’ on heaven’s door« an. (Foto: kai)

»Das ist klasse, es klingt super«, lobt Jugendpflegerin Sandra Droll. Seit drei Wochen proben die drei Nachwuchsmusiker freitagabends im Reichelsheimer Jugendclub. Ihr Traum: eine Band gründen.

Angeleitet werden die drei von den Betreuern Tanja Schüssler und Ingo Teger. Teger unterstützt sie am Schlagzeug. »Für eine Band fehlen Sängerin oder Sänger, Keyboarder und Schlagzeuger«, zählt Teger auf. Derweil spielen die junge Musiker Passagen aus dem Bryan-Adams-Klassiker »Summer of 69«. Ein in der Wetterau prominenter Bassist gibt Tipps: Dave Davies, der unter anderem bei Blues Taxi spielte. Zur Band-Probe ist er als »Opa-Taxi« gekommen, um seinen Enkel André Flachs (13) samt Gitarre, Bass und Verstärker zum Jugendclub zu bringen. Klar, dass der Vollblut-Musiker eine Weile bleibt, um zu hören, zu beraten und zu motivieren.

»Ihr müsst richtig locker werden«, sagt Davies. Flugs singt der Senior mit. Er zeigt dem 16-jährigen Tobias Huberty einige Griff-Passagen. »Einen Bass kannst du nicht als Gitarre spielen. Ich schreibe dir die Ablaufharmonie auf, dann kannst du sie üben, beim nächsten Mal klappt es«, bietet er an. »Leider habe ich nicht viel Zeit, sonst könnte ich länger bleiben, aber zwischendurch kann ich immer mal kommen«, verspricht Davies.

Weiter geht’s für die drei jungen Männer. Sie harmonieren, wirken sehr ruhig. »Ich spiele seit 15 Jahren Gitarre«, verrät Oliver Kaiser. Der 21-jährige Florstädter hat bereits Erfahrung als Gitarrist. »Meine frühere Band hat sich aufgelöst.« André erzählt: »Ich wollte mal mit Leuten spielen, nicht nur daheim auf dem Sofa und mit Opa.« Schritt für Schritt wollen die drei sich weiterentwickeln, um irgendwann vor Publikum spielen zu können. »Dann hoffentlich mit einer Sängerin oder einem Sänger«, sagt Kaiser.

»Der erste Auftritt könnte am Sommerfest der Jugendpflege im September sein«, bietet Jugendpfleger Jörg Pfaffenroth an. »In einer Besetzung komplett aus Jugendlichen«, wünscht sich seine Kollegin Droll. »Es wäre toll, wenn noch mehr junge Musiker zu den Probestunden kommen würden.«

Droll, Pfaffenroth und ihr Team möchten mit dem neuen Angebot die Jugendpflege in Reichelsheim und Florstadt breiter aufstellen und das außerschulische Bildungsangebot erweitern. Die Band-Proben seien ein weiteres Puzzleteil, um die städtische Jugendpflege attraktiver zu machen. »Wir sind keine Musikschule«, sagt Pfaffenroth. Bei den Treffen der jungen Musiker gehe es ausschließlich darum, Spaß zu haben und zu einer Band zu reifen.

»Instrumentenspenden könnten wir auch noch gebrauchen«, sagt Teger. Keyboard, Gitarren, Mikros, Verstärker. Zu den Proben bringen die drei Musiker ihre Instrumente mit. »Den Bass hat uns mein Opa geliehen«, verrät André. Das Schlagzeug gehört der Jugendpflege. »Jetzt geht’s für uns erst einmal darum, zusammenzuspielen und uns aneinander zu gewöhnen. « Mit einfachen Liedern legen sie los: »Knockin’ on heavens door«, »Sweet home Chicago« und »Zombie«. Blätter mit den entsprechenden Grifffolgen liegen vor ihnen. »Gut geht es, wenn wir Fortschritte machen«, weiß Kaiser.

Plötzlich ist Davies wieder da. Er hört, summt mit, stimmt an, gibt Tipps: »Als Bassist musst du mit dem Schlagzeug zusammenarbeiten, mach’ erst weniger, mehr geht später noch.« Wieder werden einige Akkorde runtergespielt. Davies rät: »Wollt ihr weiterkommen, braucht ihr eine Sängerin oder einen Sänger.« Dann greift er selbst zur Gitarre und singt. »Opa, wir treffen uns doch heute erst zum dritten Mal, das wird schon«, gibt sich Nachwuchsmusiker André Flachs zuversichtlich. Er will unter seinen Bekannten nachfragen, wer mitmachen will. »Ein Klassenkamerad spielt Schlagzeug.«

Wer Lust hat, zu den Band-Proben in den Reichelsheimer Jugendclub zu kommen, ist freitags ab 17.30 Uhr willkommen. Weitere Informationen gibt es bei den Jugendpflegern Sandra Droll und Jörg Pfaffenroth. Per Mail oder Handy unter: sandra.droll@gmx.de oder 0173/9897292.

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