30. Oktober 2013, 18:48 Uhr

Stadt kauft Beienheimer Bahnhof

Reichelsheim (kai). Die 52-jährige Wölfersheimerin und ihr 59-jähriger Lebensgefährte aus Friedberg werden nicht in das Bahnhofsgebäude in Beienheim einziehen können, das sie im September bei einer Auktion in Köln für 28 000 Euro gekauft hatten. Die Stadt will von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen.
30. Oktober 2013, 18:48 Uhr
Die Stadt will das marode Bahnhofsgebäude in Beienheim kaufen. Das Okay, das Vorkaufsrecht auszuüben und die Finanzierung über ein Grundstücksgeschäft in Reichelsheim, haben jetzt die Stadtverordneten gegeben. (Foto: kai)

Bei ihrer Sitzung am Dienstagabend im Weckesheimer Bürgerhaus votierten die Reichelsheimer Stadtverordneten einstimmig für den Kauf des Bahnhofs. »Infrastruktur von dieser Bedeutung gehört in die öffentliche Hand«, sagte Grünen-Fraktionssprecher Martin Welti. »Die Alternative wäre der generelle Ausstieg aus dem Bahnhofsgelände, damit haben wir vor langer Zeit schon mal negative Erfahrungen gemacht«, meinte Unions-Fraktionschef Gustav Ullrich. »Es versteht sich von selbst, dass die Kommune bei überwiegend öffentlichem Interesse zugreift, das ist in Beienheim unzweifelhaft gegeben«, erklärte SPD-Fraktionschef Rainer Schauermann. Der Kauf bringe Vorteile für die städtebauliche Entwicklung, meinte Hans-Günter Scholz von der FWG.

Zuvor hatte Bürgermeister Bertin Bischofsberger erklärt, er habe im September die Versteigerung des Areals beobachtet. Der Magistrat entschied aufgrund der bereits vor fast zehn Jahren gefassten Beschlüsse zur Entwicklung des Geländes am Beienheimer Bahnhof das Vorkaufsrecht wahrzunehmen.

Ruhig beobachtete das , das Prozedere im Stadtparlament. Bischofsberger informierte: Der Vorbesitzer habe nicht vertragskonform gehandelt, als er den Schlüssel bereits an das Paar weitergegeben habe, ehe der Kaufvertrag rechtsgültig gewesen sei. Der Bürgermeister erklärte, dass während der Dorferneuerungsphase in Beienheim Ideen für den Bahnhof gesammelt worden seien. Vor Monaten sei bei der Stadt ein Schreiben eingegangen, in dem ihr der Bahnhof zum Kauf für 60 000 Euro angeboten worden sei. Die Kontaktaufnahme mit der Firma sei aber gescheitert.

Anfang Oktober habe der Magistrat dem Notar, der den Kauf abwickeln sollte, mitgeteilt, dass die Stadt aus städtebaulichen Gründen den Bahnhof kaufen wolle. Wie hoch die Kosten dafür ausfallen, könne er nicht sagen, erläuterte Bischofsberger. Er rechne mit etwa 30 000 Euro inklusive Notar und Maklergebühren. Da die vermeintlichen Besitzer bereits damit begonnen hätten, die Wohnungen zu entkernen, werde der Kaufpreis vermutlich sinken. Das müsse rechtlich geprüft werden. Gegenfinanziert werde der Bahnhofskauf durch den Verkauf eines Baugrundstücks an der Kleiststraße.

Wetterauer Paar hat Beienheimer Bahnhof ersteigert

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