03. Juli 2011, 18:15 Uhr

Kita »Holzwurm« hat ihr Traum-Baumhaus

Reichelsheim (kai). »Hurra, es ist da, das Traum-Baumhaus«, sangen die Kinder der Kita Holzwurm mit ihren Erzieherinnen. Am Freitag feierten die Kleinen mit Eltern, Politikern und den »Mittendrin«-Frauen, die den Stein einst ins Rollen gebracht hatten.
03. Juli 2011, 18:15 Uhr
Bürgermeister Bertin Bischofsberger hat das Schleifenband am Eingang zum Baumhaus entfernt, doch dann lassen ihn die Kleinen so schnell nicht mehr vom Haus herunter.

Denn die Geschichte des Baumhauses, das nun im Garten der Kita Holzwurm steht, begann mit einem Brief von ihnen: Vor gut zwei Jahren riefen sie die Reichelsheimer Kindergärten auf, ein Modell ihres Traumhauses zu bauen. Als Teil der »RomanTisch«-Lesungsreihe wurden die Traumhäuser prämiert. »Wir haben lange überlegt, ob wir überhaupt mitmachen«, erinnerte sich Kita-Leiterin Silvia Möller. »Leider hat es beim Wettbewerb nur für den zweiten Platz gereicht, aber das war uns Ansporn, das Traum-Baumhaus zu bauen.«

Die Kinder waren Feuer und Flamme, und Silvia Möller beschloss: Das Baumhaus wird gebaut. Der ihr angetraute Schreinermeister Bernhard war sofort im Boot. »Ich dachte, das bekommen wir in sechs Monaten hin, da lag ich aber falsch«, berichtete die Kita-Leiterin. Ein Gang durch den Vorschriften-Dschungel begann, gleichzeitig eine Sammelaktion für den Bau: Kinder malten Bilder, stellten sie in der Landbank aus, Eltern verkauften die Gemälde beim Christkindlmarkt, Sponsoren fanden sich, Firmen und der Gesangverein. Bis zum Baumhaus-Fest kamen 2633 Euro zusammen.

Ein Vater fand sich, der das Baumhaus vorschriftsmäßig skizzierte. Später verlangten die Behörden noch eine statische Berechnung, auch die brachte Möller bei, natürlich rechnete der Statiker kostenlos für die Idee der »Holzwürmer«.

»Zum Vorsitzenden der Unfallkasse Hessen entwickelte sich ein ganz besonderer Kontakt«, berichtete Silvia Möller von »optimaler Unterstützung«, Kinder brauchten »auch mal Leitern zum klettern«, habe er gesagt. »So viele haben dazu beigetragen, dass das Baumhaus gebaut wurde, ohne sie hätten wir das niemals geschafft«, lobte Möller.

Spektakulär war der Aufbau. Andreas Drießen von der Firma Reller hob das zusammengezimmerte Haus mit einem Kranwagen auf die vier Eichenstämme, die mittels dicken Pflöcken im Untergrund verankert waren. Die Kollegen vom Bauhof, die immer halfen, wenn sie rief, zählte Möller auf.

Nur zwei Namen nannte sie nicht: Bernhard Möller und seinen Auszubildenden Lukas Stangmann. »Mehr als 80 Arbeitsstunden haben die beiden in unser Traum-Baumhaus investiert«, sprang dafür Erzieherin Simone Singer in die Bresche.

»Wenn ich nicht Geld verdienen müsste, würde ich viel öfters Spielzeug für Kinder bauen, das macht richtig Spaß«, schmunzelte Schreinermeister Möller. Es sei einmalig gewesen, wie die Kinder ihn beim Arbeiten beobachteten, fragten, sich interessierten.

Apropos Kinder. Nach den Grußworten und ihrem Rap wuchs die Ungeduld: »Wann können wir endlich ins Baumhaus.« Um einen kurzen Moment Geduld bat Möller die Rasselbande, denn das rote Schleifenband vorm Eingang sollte Bürgermeister Bischofsberger entfernen. Dafür kletterte er flink ins Haus, runter kam er nicht mehr so schnell, denn flugs enterten die Kinder ihr Baumhaus, eines nach dem anderen erklomm die Leiter und lief ins Haus, aus den Fenstern riefen die Kleinen den Gästen zu: »Hallo, wir feiern hier oben.«

Begeistert vom Baumhaus waren die »Mittendrin«-Frauen. »Es ist toll zu sehen, wenn etwas umgesetzt wird, was wir angestoßen haben, wenn aus einem Traum, einer Idee Realität wird«, sinnierte Karin Lauer.

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