15. Juni 2011, 18:35 Uhr

Zeppelin-Unglück: Ursachensuche dauert an

Reichelsheim (lk). Die Wrackteile des Zeppelins, der am Pfingstsonntag über dem Flugplatz abgestürzt ist, sind jetzt auf dem Weg zur Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig. Dort werden Fachleute weiter nach der Ursache für das tragische Unglück suchen.
15. Juni 2011, 18:35 Uhr
Erst brennt die Gondel, dann greift das Feuer auf den Ballon des Luftschiffs über. Der Zeppelin fällt zu Boden. (Foto: Bommersheim)

Ein Team der BFU war bis Dienstagabend in Reichelsheim, um Fakten zu sammeln und Zeugenaussagen aufzunehmen. Fest steht, dass sich der Zeppelin beim Landeanflug durch auslaufendes Benzin entzündet hat. Warum das Benzin austrat, sei noch nicht bekannt, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme der Polizei und der Staatsanwaltschaft. Bei dem Unfall starb der 52 Jahre alte Pilot des Luftschiffs, drei mitfahrende Journalisten konnten sich retten.

»Das Material ist auf dem Weg zu uns, die Wrackteile werden weiter untersucht«, sagt Klaus Himmler, Mitarbeiter der BFU, gestern auf WZ-Anfrage. Mit einem Ergebnis der Untersuchungen könne erst in einigen Wochen gerechnet werden. Bis dahin werden sich mehrere Spezialisten mit den Überresten des verunglückten Zeppelins beschäftigen. Obwohl hochgradig zerstört, seien die Teile wichtige Beweismittel. An ihnen lasse sich noch einiges feststellen, sagt Himmler.

Anders als bei Staatsanwaltschaft oder Polizei spiele die Schuldfrage bei den Untersuchungen der BFU keine Rolle. »Uns geht es um die Frage, was passiert ist und wie es passieren konnte - damit wir wissen, was zu ändern ist und sich sowas nicht wiederholt«, erklärt Himmler. Fest steht bereits, dass der Zeppelin den Boden berührt hat und danach Benzin ausgetreten ist, das sich Sekunden später entzündete.

Das Luftschiff, gesteuert von Mike Nerandzic, einem erfahrenen Piloten mit 17 000 Stunden Flugerfahrung, war am Sonntagabend gegen 18 Uhr am Reichelsheimer Flugplatz gestartet. An Bord befanden sich drei Journalisten, ein Team von RTL und der Fotograf Joachim Storch. Ziel des Zeppelins war der Hessentag in Oberursel, wo die Journalisten Luftaufnahmen machten. Während des Landeanflugs gegen 20.20 Uhr ereignete sich das Unglück: Die Passagiere rochen Benzin und bemerkten das Feuer am hinteren Bereich der Kabine. Nacheinander sprangen sie aus dem Zeppelin, als er ein bis zwei Meter über dem Boden schwebte. Der Pilot soll einem der drei Mitfahrenden noch geholfen haben, die Türe zu öffnen. Durch den Gewichtsverlust gewann das Luftschiff wieder an Höhe. Das Feuer griff auf den gesamten Zeppelin über. Zeugen hörten den australischen Piloten noch laut schreien. Dann sackte die mit unbrennbarem Helium gefüllte Hülle zusammen, der Zeppelin stürzte aus etwa 40 Metern Höhe auf eine Wiese und brannte vollständig aus.

Die Wehren aus Reichelsheim, Leidhecken und Bad Nauheim konnten das Feuer schnell löschen. Wenig später konnte der Leichnam des Piloten geborgen werden. Die drei Journalisten blieben unverletzt.

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