30. März 2011, 13:50 Uhr

SPD kann absolute Mehrheit nicht verteidigen

Reichelsheim (lk). Es ist amtlich: Die Sozialdemokraten stellen nicht länger die absolute Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung. Sie konnten sich nur noch 42,9 Prozent der Wählerstimmen sichern, 2006 waren es 52,5 Prozent. Die Genossen haben künftig 11 Sitze im Parlament.
30. März 2011, 13:50 Uhr
Spannung am Wahlabend: Vor dem Rathaus warten (v. l.) Bürgermeister Bertin Bischofsberger, Stadtverordnetenvorsteher Holger Strebert, CDU-Stadtverbandsvorsitzender Holger Hachenburger, Grünen-Sprecher Martin Welti und FWG-Fraktionschef Hans-Günter Scholz auf die Ergebnisse. (Foto: Dauernheim)

Auch CDU und FWG haben leicht verloren: Die Christdemokraten kommen auf 39,9 Prozent, 0,8 Prozentpunkte weniger als 2006. Sie werden künftig ebenfalls mit 11 Sitzen vertreten sein. Die Freien Wähler haben 6,1 Prozent geholt, das reicht für 2 Sitze, genauso viele hatten sie bereits in der vergangenen Wahlperiode besetzt. Gewinner sind die Grünen. Sie sind das erste Mal in Reichelsheim angetreten und erreichen direkt 11,1 Prozent. Damit haben sie sich 3 Sitze im Stadtparlament gesichert. Das hat sich übrigens verkleinert: und zwar von 31 auf 27 Sitze. Die Wahlbeteiligung stieg von 48,9 auf 51,1 Prozent.

Rechnerisch gibt es für die Parteien drei Möglichkeiten, eine Mehrheit zu bilden: Rot-Schwarz, Rot-Grün und Schwarz-Grün. Wer mit wem koaliert, und ob überhaupt, das ist noch unklar. Rainer Schauermann, Spitzenkandidat der Genossen, möchte sich dazu jedenfalls nicht äußern. Er scheint mit dem Ausgang der Wahl glücklich zu sein: »Gemessen an dem, was realistisch zu erwarten war, ist das Ergebnis in Ordnung«, sagt er. Als klar gewesen sei, dass vier Parteien antreten, habe er gewusst, dass es nicht mehr für eine absolute Mehrheit reichen werde. »Ziel war es, die stärkste Partei zu werden, das haben wir geschafft. « Den zwölften Sitz im Parlament habe man nur knapp verfehlt. »Um 0,06 Prozent wurde mir gesagt.« Schauermann verwundert es nicht, dass Hagen Behrens von Platz 27 der Liste auf Platz 11 hochgewählt wurde. »Er hat über Jahrzehnte hinweg die Kommunalpolitik geprägt.«

CDU-Spitzenkandidatin Karin Lauer-Schmaltz sagt, sie sei zufrieden mit dem Ausgang der Wahl. »Klar hätte es besser laufen können, aber auch schlechter.« Was die Zusammenarbeit über die Parteigrenzen hinweg anbelange, sei noch alles offen. »Ich kann mir durchaus vorstellen, weiter sachbezogene Arbeit zu machen und muss nicht unbedingt koalieren«, betont Lauer-Schmaltz. Zumal im Parlament nur Leute seien, die für Reichelsheim arbeiteten.

Zum Ergebnis von Holger Hachenburger - er war auf Listenplatz 16 angetreten, wurde von den Wählern aber auf Platz vier der Liste hochkumuliert und panaschiert - sagt sie: »Er hat sowieso weit vorne hingehört.« Nur weil er beruflich stark eingespannt sei, habe er sich tief auf die Liste setzten lassen. »Ich habe mich gefreut, dass ich die meisten Stimmen bekommen habe, obwohl ich ja noch nicht so verwurzelt bin«, freut sich Lauer-Schmaltz.

FWG-Spitzenkandidat Hans-Günter Scholz hatte am Wahlausgang ebenfalls nichts zu bemängeln. »Es war klar, dass das mit der absoluten Mehrheit für die SPD nichts wird«, sagt er. Scholz findet das gut: »So leben wir Demokratie und müssen einen Konsens finden.«

Götz Wollinsky freut sich über das gute Abschneiden der Grünen. Er wurde von Platz sieben auf Platz zwei der Liste hochgewählt. »Eigentlich wollte ich gar nicht ins Parlament«, verrät er. Er habe nämlich wirklich viel zu tun.

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