10. September 2008, 17:16 Uhr

»Neue Orgel drückt Glauben an Zukunft aus«

Reichelsheim-Dorn-Assenheim (hh). »Eine Orgel ist eine Investition und ein Bekenntnis für die Zukunft. Niemand würde eine Orgel bestellen, wenn er nicht an die Zukunft glaubt«, sagte Generalvikar Dietmar Giebelmann und ging zur Empore von St. Maria Magdalena hinauf, um die neue Orgel zu weihen und damit in den Segen und Dienst Gottes zu stellen.
10. September 2008, 17:16 Uhr
Generalvikar Prälat Dr. Dietmar Giebelmann bei der Weihe der Orgel. (Fotos: Hachenburger)

Reichelsheim-Dorn-Assenheim (hh). »Eine Orgel ist eine Investition und ein Bekenntnis für die Zukunft. Niemand würde eine Orgel bestellen, wenn er nicht an die Zukunft glaubt«, sagte Generalvikar Dietmar Giebelmann und ging zur Empore von St. Maria Magdalena hinauf, um die neue Orgel zu weihen und damit in den Segen und Dienst Gottes zu stellen.

Voll, tief und mächtig, zart oder verspielt, in all diesen Klangfarben ertönt künftig das Instrument in der Pfarrkirche. Zum Gloria des vormittäglichen Gottesdienstes war es soweit: Nicolo Sokoli, Dozent am Institut für Kirchenmusik in Mainz und als Orgelsachverständiger im Auftrag des Bistums tätig, ließ das Instrument erstmals vor Publikum erklingen und zeigte später bei einem Konzert sein Können. Umrahmende Kulisse für diese musikalischen Genüsse war das ganztägliche Pfarrfest, zudem sorgen der Musikverein Harmonie, der Gesangverein Concordia und der Kinderchor Flowerbirds mit den Jüngsten der Kindertagesstätte St. Elisabeth für einen vollends gelungenen Festtag. Erwähnt seien auch die vielen Helfer aus den Ortsvereinen, ohne die die Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre.

Ende 2006 wurde das Projekt Orgelbau geboren, und so waren es der Dankesworte viele. »Ich finde es toll, dass eine Gemeinde es in so kurzer Zeit es geschafft hat, dies in Auftrag zu geben, zu finanzieren und nunmehr die Einweihung zu feiern«, freute sich Dekan Rupert Rützel über das Engagement von Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat. Die neue Orgel brauche auch einen geistlichen Antrieb in Form des Heiligen Geistes, der sie zum Klingen des Gotteslobs bringt, wünschte er sich mit Blick auf die christliche Gemeinschaft am Altar. Die neue Orgel sei darüber hinaus ein Bild der Kirche, bei der alles einzeln, aber auch zusammen klinge.

1238 Pfeifen und 23 Registerspiele

Zuvor hatte Orgelbaumeister Stephan Mayer Pfarrer Andreas Heger die Orgel symbolisch mit zwei Pfeifen übergeben. Seit Februar bauten und stimmten seine Mitarbeiter die 1238 Pfeifen und 23 Registerspiele zu einem wohlklingenden Instrument. »Sie stehen vor einer individuellen, mechanischen Orgel mit einer harmonischen vielseitig einsetzbaren Fülle, die sich optisch gelungen in das neoromanische Kirchenschiff einfügt. So was lässt man nur ungern aus dem Haus gehen«, sagte Mayer.

Doch nun stand das Werk in der Pfarrkirche und sollte seine Klangvielfalt unter Beweis stellen. Sokoli, am Werdegang der Orgel maßgeblich beteiligt, zauberte zum Konzert auf der »neuen Königin« Gewaltiges und Sanftes, Überwältigendes und Verspieltes, aber auch Modernes und leicht Schräges. Da durfte zunächst Johann Sebastian Bach nicht fehlen. Von ihm trug Sokoli gleich zwei Werke vor, ein Präludium und eine Fuge, beide in Es Dur. In der Amadeus-Suite von Hans Andre Stamm erklangen Fragmente des Spätstils Mozarts, bevor mit der Toccata septima von Georg Muffat ein Komponist der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu Gehör kam. In seinen Orgeltoccaten verbindet er französische, italienische und deutsche Stilelemente zu virtuosen und abwechslungsreichen Spielstücken.

Jehan Alains Choral Dorien oder Felix Mendelssohn Bartholdys Präludium in G-Dur rundeten die musikalische Gestaltungskraft des Kantors und reiche Tonpalette der Orgel ab und begeisterten damit die vielen Zuhörer. Musikalisch umrahmt wurde die Orgelweihe von einem eigens zu diesem Anlass zusammengestellten Esemble aus Blechbläsern und Pauken. Gemeinsam mit Sokoli führten sie die majestätische »Tower Brass Fanfare« auf, bei der so mancher Zuhörer eine Gänsehaut bekam.

»Faszinierend«, so eine Stimme aus dem Publikum, »es liegen Welten zwischen der alten und der neuen Orgel.« Bleibt zu wünschen, dass der Gemeinde und interessierten Besuchern immer wieder einmal die Gelegenheit geboten wird, außergewöhnliche oder aber auch vertraute Klänge auf dem neuen Instrument zu hören.

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