29. Dezember 2009, 19:08 Uhr

Pilgergruppe stimmt ein Lied im »Dom der Rabenau« an

Ranstadt/Florstadt (pm). Trotz klirrender Kälte waren 21 Mockstädter der Einladung von Dekan Norbert Heide gefolgt, um gemeinsam durch die Rabenau zu pilgern. Beginn war in Geilshausen. Ab hier begleitete die gerade aufgehende Sonne die Wanderer auf der gesamten Strecke.
29. Dezember 2009, 19:08 Uhr
Die Mockstädter Pilgergruppe ist diesmal in der Rabenau unterwegs. (Foto: pv)

Ranstadt/Florstadt (pm). Trotz klirrender Kälte waren 21 Mockstädter der Einladung von Dekan Norbert Heide gefolgt, um gemeinsam durch die Rabenau zu pilgern. Beginn war in Geilshausen. Ab hier begleitete die gerade aufgehende Sonne die Wanderer auf der gesamten Strecke. Auf einem von Bürgern der Gemeinde Odenhausen und dem Pächter des Hofguts neu errichteten Wanderweg erreichte die Gruppe das Hofgut Appenborn, das mit seinen Mühlen zu dem untergegangenen Dorf Appenborn gehörte.

Weiter ging es nach Rüddingshausen, dem nördlichsten Dorf in der Rabenau und im Landkreis Gießen. Die Kirche des kleinen Ortes wurde 1768 im altgotischen Baustil errichtet und ist heute noch in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten. Unterwegs entdeckte die Gruppe mitten im Wald einen mit Christbaumkugeln geschmückten Baum. Auf dem Rabenauer Höhenweg, gelangten die Pilger bei herrlichem Winterwetter nach Londorf. Hier bot Ortspfarrer Andreas Luipold im Gemeindesaal Gelegenheit, sich aufzuwärmen. Direkt gegenüber liegt die beeindruckende evangelische Kirche. Sie wurde Mitte des 13. Jahrhunderts als Wehrkirche in der Form eines Kreuzes erbaut. Infolge der Baufälligkeit wurde das Gotteshaus 1857/58 abgebrochen und von 1861 bis 1864 im neugotischen Stil errichtet, lediglich der Turm blieb erhalten. Erbaut wurde die Kirche aus dem in der Rabenau gewonnenen Basaltgestein. Durch ihre einprägsame, dominante Gestalt ist die Kirche zu einem Wahrzeichen der Landschaft geworden und wird daher auch als »Dom der Rabenau« bezeichnet. Auf der 137 Jahre alten romanischen Orgel mit ihren 1400 Pfeifen begleitete Dekan Heide das Lied »Wir sagen euch an den lieben Advent«.

Vorbei an Kesselbach auf dem Lumda-Wieseck-Radweg erreichte man Odenhausen. Die romanische Kirche mit frühgotischem Turm ist eine der ältesten im Kreis Gießen. Pfarrer ist hier der stellvertretende Dekan Jörg Gabriel. Die gotische Kirche des 14. Jahrhunderts hat einen zinnengekrönten Wehrturm mit vier »Pechnasen«. Der Chorturm war als Verteidigungsbau zum Schutz der Dorfbevölkerung eingerichtet. Die altertümliche Kirche ist durch einen mittelalterlichen romanischen Saalbau mit Emporen aus dem Jahr 1687 gekennzeichnet. Im Innern haben sich Reste einfacher Wandmalereien und steinerne Ornamente als Relikte vergangener Handwerkskunst erhalten.

Trotz der zweistelligen Minustemperaturen war die Pilgertour, die an zugefrorenen Bächen und Teichen und bizarren Schneelandschaften vorbeiführte, für alle Teilnehmer ein besonderes Erlebnis.

Für Samstag, 16. Januar 2010, lädt Dekan Heide zum Neujahrspilgern in der Gemeinde Mücke ein.



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