21. Januar 2015, 16:13 Uhr

Busunfall: Erheblicher Sachschaden am Alten Rathaus

Ober-Mörlen–Langenhain-Ziegenberg (hau/mlu). Ein Linienbus der Verkehrsgesellschaft Mittelhessen ist am Samstag gegen das Alte Rathaus gefahren, vier Menschen wurden leicht verletzt. Fehlinformationen sorgten nicht nur bei der VGO für Irritationen, sondern auch bei der Polizei. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft.
21. Januar 2015, 16:13 Uhr
Nachdem ein Linienbus der Verkehrsgesellschaft Mittelhessen gegen das Alte Rathaus in Langenhain-Ziegenberg gefahren ist, ist dessen Mauer stark beschädigt. (Fotos: hau)

Für Irritationen sorgte dieser Tage ein Busunfall in Langenhein-Ziegenberg. Unterdessen die Polizei zunächst von einem Bagatellschaden ausging, bei dem sich Unfallverursacher und Geschädigte über die Versicherung einig werden, wetterte Ortsvorsteher Erich Kopp in der Frankfurter Neuen Presse gegen die Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO). Die ist allerdings nur indirekt verantwortlich, da der Bus für die Verkehrsgesellschaft Mittelhessen (VM), einem VGO-Subunternehmen, unterwegs war. Nachdem die Polizei erfahren hatte, dass bei dem Unfall auch Fahrgäste an Bord waren und Verletzungen davongetragen hatten, leitete sie doch noch Ermittlungen ein.

Eigentlich hatte der Linienbus erst einige Meter weiter »Im Lettig« halten sollen. Wie es dazu kam, dass für das schwere Gefährt am Alten Rathaus Endstation war, ist derzeit noch unklar. Fest steht, dass der Bus am Samstagmittag offenbar mit großer Wucht in die Stirnseite des historischen Gebäudes donnerte statt rechts vorbeizufahren. Dass sich vier Menschen mehr oder weniger leicht verletzten. Und dass ein erheblicher Sachschaden entstand.

»Es dürfte um eine sechsstellige Summe gehen«, schätzt Ortsvorsteher Kopp nach erster Begutachtung. Mittlerweile wurde das offensichtlich in seinen Grundfesten erschütterte Gebäude abgestützt. Eingehende Untersuchungen stehen aus. Mit einem Ehepaar aus Bad Vilbel, das unter den vier Fahrgästen an Bord war und auf dem Weg zu seiner Tochter an der nahe gelegenen Bushaltestelle aussteigen wollte, sprach die WZ.

Blutergüsse an Arm und Knie

»Plötzlich tat’s einen unheimlichen Schlag«, erinnern sich die Bad Vilbeler Passagiere. »Warum der Bus offenbar ungebremst in das Haus fuhr, wissen wir aber nicht«, unterstreichen die beiden. Man habe sich schon zum Aussteigen bereit gemacht und den Fahrer auch nicht sehen können. Sein Kopf habe bei dem Aufprall um Haaresbreite eine Stange verpasst, erzählt der Mann. Blutergüsse an Arm und Knie seiner Frau hätten sich erst am nächsten Tag gebildet. »Da war noch eine ältere Dame im Bus«, erinnern sich die beiden. Die habe ihnen, nachdem sie alle ausgestiegen waren, ihre Beule am Kopf gezeigt, sei dann aber weggegangen.

Auch ein junges Mädchen – es hatte schon ausstiegsbereit im Bus gestanden und war bei dem Aufprall unsanft auf seinen Rücken gestürzt – sei nicht mehr zu sehen gewesen. Im Bus habe er ihm noch die Brille aufgehoben, die ihm beim Aufprall von der Nase geschleudert worden war, berichtet der Fahrgast. Glücklicherweise habe sein nach vorne schnellender Kopf eine nahe Stange knapp verfehlt, der Hals sei aber deutlich zerkratzt.

»Wir haben sicher einen Fehler gemacht, dass wir in unserer Verwirrung nicht an der Unfallstelle geblieben sind«, räumt der Vilbeler Augenzeuge ein. Er sei aber kurze Zeit darauf zur Unfallstelle zurückgegangen, um nach dem Rechten zu sehen. Ein Vertreter der Verkehrsgesellschaft Mittelhessen (VM) habe ihm geraten, sicherheitshalber zum Arzt zu gehen. Warum es dem Ortsvorsteher gegenüber geheißen habe, dass keine Fahrgäste an Bord gewesen seien, verstehe er nicht. Da müsse jemand durcheinander gewesen sein oder gelogen haben. »Der Busfahrer hat uns ja noch die hintere Tür aufgemacht, damit wir aussteigen konnten.«

VGO über Ortsvorsteher verärgert

In der Zwischenzeit habe sich die VM bei ihm gemeldet, die im Auftrag der VGO unter anderem auf der Linie FB 35 zwischen Bad Nauheim und Usingen fährt. Auch im Service-Center der VGO sei man sehr zuvorkommend gewesen, und mittlerweile habe auch die Polizei angerufen. »Wir wollen ja nicht auf Schadenersatz klagen«, sagen die betroffenen Passagiere aus Bad Vilbel, wohl aber zur Aufhellung des Unfallhergangs beitragen. »Da hat ein Schutzengel großzügig seine Hand aufgehalten.«

»So wie uns der Unfall am Samstag gemeldet wurde, gab es für uns keinen Grund, die Sache zu Protokoll zu nehmen«, erklärte Polizeisprecher Erich Müller gegenüber der WZ. Inzwischen habe sich ein neuer Sachverhalt entwickelt, sodass die Staatsanwaltschaft tätig werde.

Armin Klein, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Oberhessen, stellt klar, dass die VM für die Aufnahme und Bearbeitung des Unfalls und seiner möglichen Konsequenzen verantwortlich ist. Allerdings habe die VGO »großes Interesse an der Aufklärung des Unfallhergangs«. Dass sich Ortsvorsteher Kopp ohne das Gespräch zur VGO zu suchen an die Öffentlichkeit gewandt habe, ist Klein unverständlich.

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