07. November 2014, 13:28 Uhr

Kita »Sternschnuppe«: Längere Betreuung, zusätzliche Stelle

Ober-Mörlen (hau). Am 1. Januar 2015 wird sie in Kraft treten, die neue Satzung für die kommunale Kindertagesstätte »Sternschnuppe«. Gegen drei Stimmen aus der FWG votierte das Parlament am Mittwochabend für das Regelwerk.
07. November 2014, 13:28 Uhr
Statt wie derzeit 115 Euro werden für Kita-Kinder, die bis 17 Uhr bleiben, künftig 165 Euro verlangt. (Foto: Annette Hausmanns)

»Was lange währt, wird endlich gut«, hatte CDU-Vertreter Gottlieb Burk zu Beginn der Debatte erleichtert festgestellt.

Tatsächlich hatten Parlament und Ausschüsse monatelang um die neue Satzung gerungen. Wesentliche Punkte sind neue Öffnungszeiten von 7 bis 17 Uhr, die Einführung von (maximal drei) Modulen, leicht reduzierte Gebühren für den Halbtagsplatz, moderat angehobene Gebühren für den Ganztagsplatz, Unterstützung von Geringverdienern, zwei statt drei Wochen Sommerferien und eine halbe Erzieher-Stelle mehr.

Man habe einen tragfähigen Kompromiss gefunden, freute sich Burk. Besonderer Dank gelte den Eltern für ihre wertvollen Anregungen und den Erzieherinnen für ihre professionelle Beratung. Dem schloss sich SPD-Chef Joachim Reimertshofer gerne an und erinnerte an den Dialog zwischen Burk (CDU) und Achim Glockengießer (SPD), die den Kompromiss federführend ausgehandelt hatten. »Keine Partei konnte alles durchsetzen.« Obwohl nun vom Tisch, halte er einkommensabhängige Gebühren nach wie vor für gerechter.

Raimund Frank von den Grünen dankte für gutes Sitzfleisch und geistige Frische und freute sich, dass die soziale Komponente Eingang ins Regelwerk gefunden habe. Dann werde die Kommune wohl an anderer Stelle sparen müssen. Jan Wölfl (FWG) rief in Erinnerung, mit welch riesigem Engagement Parteikollegin Brunhilde Reimann-Luckas zur endgültigen Fassung der Satzung beitrug, indem sie Hunderte Seiten vergleichbarer Satzungen studiert und Verbesserungsvorschläge eingebracht hatte. Nach dem erbitterten Streit um die Gebühren werde er jetzt zwar nicht das Kriegsbeil ausgraben, aber die in der Satzung vorgesehene Modularisierung gefalle ihm nicht.

»Warum nicht in eine andere Richtung denken?«, erinnerte Wölfl an seinen Vorschlag, gleichmäßig niedrigere Beiträge zu erheben. Dass die Module nur einmal nach einem halben Jahr umgebucht werden könnten, entspreche nicht den wirklichen Anforderungen. Auch den Zugang zu den reduzierten Gebühren hätte er gerne erleichtert. Christian Schraub (FDP) resümierte, dass man eine transparente, gerechte und bezahlbare Lösung gefunden habe. Die neue, überraschende »Große Koalition« habe wahrlich nicht die schlechteste Lösung erarbeitetet.

Man werde sich aber spätestens in einem halben Jahr Gedanken über eine Gegenfinanzierung machen müssen, ergänzte Schraub. Wenn die beiden konfessionellen Kitas dem kommunalen Beispiel folgen sollten, werde das zusätzliche Kosten verursachen. Aber das Geld sei ja gut angelegt.

Als Beispiel dafür, dass die parlamentarische Demokratie funktioniert, wertete CDU-Mann Dr. Matthias Heil den Entwicklungsprozess zur neuen Kita-Satzung. Betroffenen Bürger hätten sich früh genug an ihre Volksvertreter gewandt und ihnen Vertrauen entgegengebracht.

Künftig kostet die U 3-Betreuung von 7 bis 15 Uhr 156 Euro (bis 13 Uhr: 117 Euro) pro Monat, das zweites Kind 108 Euro (81 Euro). Ein Kita-Platz kostet ganztags bis 17 Uhr 165 Euro (zweites Kind: 115 Euro). Hier können auch günstigere Module bis 13 oder 15 Uhr gewählt werden. Das dritte Kind ist weiter gebührenfrei, ebenso das letzte Kita-Jahr vor Schuleintritt.

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