20. Juni 2013, 11:28 Uhr

A5: Baustelle schon Anfang August fertig

Ober-Mörlen (hau). »Wir sind sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Pilotbaustelle im 21. Jahrhundert«, zog am Dienstagnachmittag Hessens Verkehrsminister Florian Rentsch Zwischenbilanz zur Großbaustelle auf der A5 zwischen Ober-Mörlen und Friedberg.
20. Juni 2013, 11:28 Uhr
Das Ende der Baustelle an der Anschlussstelle Friedberg, die als nächstes Projekt ansteht. (Foto: Hausmanns)

Die wichtigste Nachricht hatte freilich Baustellenplaner Rainer Fischer parat: Statt der vorgesehenen über 90 Tage soll das Großprojekt nach dem aktuellen Stand schon am 7. August, also nach 80 Tagen, Geschichte sein.

Ein Bild machten sich am Dienstag vor Ort auch Staatssekretär Rainer Bomba vom Bundesverkehrsministerium (der anstelle des ursprünglich angekündigten Bundesverkehrsministers Peter Ramsauer gekommen war), Präsident Burkhard Vieth von Hessen Mobil, dessen Mitarbeiter und Abordnungen aus den Ministerien, von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) und von der Bauindustrie. Rede und Antwort standen sie zahlreichen Medienvertretern, bevor diese zur Baustellenbesichtigung aufbrachen.

Auf dem Parkplatz der Raststätte Wetterau West war eigens ein Zelt eingerichtet worden. Gegen die Sonnenglut halfen Wasserwerfer aufs Zeltdach, Eiskübel und kaltes Büffet.

Nach der Begrüßung durch Vieth war auch Bomba der Überzeugung, dass das Pilotprojekt zukunftsweisend sei. »Straße kann wesentlich mehr als Beton und Asphalt«, zeigte Bomba Spaß an Innovationen. Beispielsweise an der Kommunikation der Straße mit den Fahrzeugen und der Autos untereinander. Künftig soll so unter anderem die Warnung vor Geisterfahrern direkt an alle Navis weitergegeben werden.

»Hier wird vieles ausprobiert«, lobte Bomba die »exzellente Zusammenarbeit von Hessen mit dem Bund«. Man wolle sich angesichts prognostizierter 70 Prozent mehr Verkehr auf der Straße fit machen für die Zukunft. Wesentliche Aspekte sind laut Bomba die mit den elektronischen Verkehrslenkungstafeln auf der A5 vernetzten, dynamischen LED-Baustellentafeln. Sie zeigen Reisezeiten, Verkehrsstörungen und Umleitungsempfehlungen an. Bomba hob die Wiederverwendung von Baustoffen hervor und den erstmals in Hessen verwendeten, offenporigen Gussasphalt, der griffiger sein und Lärm absorbieren soll.

Stahlschutzwände zur Baustelle hin und die auf wenige Stellen komprimierten Baustellenzu- und -ausfahrten mit langer Beschleunigungsspur sorgten für mehr Sicherheit. Die kurze Bauzeit minimiere Verkehrsbehinderungen. Viele Arbeiten würden nachts erledigt, und man habe in jeder Richtung fast drei Meter breite Fahrspuren eingerichtet, in der Baustelle dürfe Tempo 80 und in der Gegenrichtung meist 100 gefahren werden. Es gebe zwar Staus, aber nicht derart lange wie sonst üblich. Erstmals habe eine Straße eine eigene Homepage, lud Bomba zum Besuch unter <%LINK auto="true" href="http://a5-baustelle.de/" text="a5-baustelle.de/" class="more"%> ein, wo tagesaktuell Infos und Webcams zu finden sind.

Minister Rentsch würdigte die Kombination des Projektes »Staufreies Hessen« von Hessen Mobil mit dem Baustellen-Pilotprojekt im Rahmen des bundesweiten Forschungsprogramms »Straße im 21. Jahrhundert«. Hessen sei als zentrale Verkehrsdrehscheibe in der Bundesrepublik der ideale Partner.

»Mit mir gibt es kein starres Tempolimit«, wies Rentsch auf die Vorzüge flexibler »Telematic« hin – und ließ sich vom Projektleiter »Staufreies Hessen«, dem Nieder-Weiseler Gerd Riegelhuth, das intelligente System auch gleich an einem Navi im bereitgestellten Wagen aus Bayern erklären.

»Wir liegen richtig gut in der Zeit«, erfuhr die Presse bei ihrer Rundfahrt über die Elf-Kilomer-Baustelle von Baustellenplaner Rainer Fischer und seinem Kollegen Claus Görlich. Die Baufirma habe ausgerechnet, dass sie anstelle der avisierten 90 nur 80 Tage brauche. Der auf den LED-Tafeln eingerichtete Baustellen-Countdown zeigt tatsächlich »noch 49 Tage« an. Das Ende wäre dann schon am 7. August.

Wie Fischer erzählte, habe man in zwei Wochen 40 000 Tonnen Material abgetragen. »Das ist alles wiederverwendbar und sogar hochwertig.« Derzeit werde der Untergrund mit Zement verfestigt und planiert. Im Einsatz seien funküberwachte Hightech-Maschinen wie etwa der Grader. »Jetzt wird’s erst richtig heiß«, wies Fischer auf den Beginn der Asphaltierung bei Ober-Mörlen hin. Den 36 Grad Lufttemperatur gesellten sich am Mittwoch 180 Grad von unten hinzu.

Damit die derzeit 110 000 Fahrzeuge täglich in absehbarer Zukunft – je nach Verkehrsaufkommen – auf acht Spuren verteilt werden können, müsse im nächsten Schritt die Anschlussstelle Friedberg umgebaut werden. Das Nadelöhr habe es ohnehin dringend nötig, wies Fischer auf den schlechten Zustand der Autobahnbrücke über die Bundesstraße hin.

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