10. Januar 2012, 18:13 Uhr

Nummer 3: Auch Joachim Reimertshofer will ins Schloss

Ober-Mörlen (en). Jetzt ist es offiziell – auch der rote Hut liegt im Ring: Joachim Reimertshofer will für die SPD Bürgermeister werden. Am Donnerstag letzter Woche wählten ihn die Mitglieder der SPD in Ober-Mörlen einstimmig zum Kandidaten für den Urnengang am 13. Mai.
10. Januar 2012, 18:13 Uhr
Will das Schloss wieder zum »roten Rathaus« machen: Joachim Reimertshofer (SPD). (Foto: pv)

Reimertshofer tritt zumindest gegen Jörg Wetzstein (CDU) und Jan Wölfl (FWG) an. Weitere Bewerbungen können durchaus noch folgen: Die Frist dafür endet 66 Tage vor der Wahl, in diesem Fall also am 8. März.

Die SPD hebt an ihrem Kandidaten sein Know-how als Rechtsanwalt und seine politische Erfahrung hervor – er sei ein »idealer Repräsentant« für die Gemeinde und werde sie noch attraktiver machen für die Einwohner, für Neubürger und für Unternehmen. Der Focus des 46-Jährigen mit 14-jährigem Sohn sei auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens und alle Altersgruppen gerichtet.

Vor allem anderen betont Reimertshofer die niedrige Ober-Mörler Pro-Kopf-Verschuldung von 228 Euro. Das solide Wirtschaften solle fortgesetzt werden, er sei aber auch bereit, »ein sozusagen örtliches Konjunkturprogramm aufzulegen«. Die Wirtschaftskrise müsse auch von den Gemeinden, aktiv betrieben werden. Er will durch »den Ausbau der Infrastruktur, der Freizeitmöglichkeiten und der sozialen Angebote die Lebensqualität hochhalten«.

Ortsnahe Einkaufsmöglichkeiten, insbesondere für Langenhain-Ziegenberg, seien wichtig, die Gemeinde müsse entsprechende Flächen, auch im Ober-Mörler Ortskern, bereit stellen.

Die Vereine müssten »jede Unterstützung bekommen, die sie brauchen«, betont Reimertshofer, sie seien das wichtigste Element im Sozialgefüge der Gemeinde. Der Bau einer reinen Sporthalle als Ergänzung und Erweiterung gehöre dazu. Zusätzliche Angebote auf sportlicher und kultureller Ebene seien dadurch garantiert, die Kosten überschaubar und die Zinsen momentan rekordverdächtig niedrig. Der SPD-Kandidat: »Wenn wir die Halle nicht jetzt bauen, haben wir die letzte Chance auf Jahrzehnte vertan.«

Um den Finanzen weiterhin soliden Boden zu gewährleisten, müsse das Gewerbegebiet vermarktet werden. Innovative Ideen wie Dienstleistungszentren als Partner des örtlichen Handwerks spielten dabei eine entscheidende Rolle. Er wolle Kontakte nutzen und Gespräche führen, um die Attraktivität des Gewerbegebietes zu steigern.

Nutzen will der derzeitige SPD-Fraktionschef den Erfahrungsschatz der Senioren. Den Beirat sieht er als Ansprechpartner für alle Fragen, die die älteren Bürger betreffen. Deshalb warb er in der Mitgliederversammlung am Donnerstag für das Gremium: Kandidaten könnten sich jederzeit bei der Gemeindeverwaltung melden.

Junge Menschen sollten weitere Bau- und Wohnmöglichkeiten erhalten. Die Grundschule mit dem Ausbau des Ganztagsbetreuungsprogramms und den Initiativen des Fördervereins stellt für Reimertshofer einen »unverzichtbaren Bestandteil der Attraktivität« Ober-Mörlens dar. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sieht er als eines seiner wichtigsten Anliegen. Dazu gehöre nicht nur ein attraktives Kindergartenangebot, sondern auch die Möglichkeit einer Betreuung für die Eltern von Berufstätigen, die ähnlich aufgezogen werden könne wie ein Kindergarten. »Ich nenne es einfach einen Älterngarten«, so der Kandidat der SPD. Dazu gehöre zudem ein virtuelles Rathaus, in dem alle Behördengänge von zu Hause erledigt werden könnten.

Wichtigstes Thema der nächsten Jahre werde aber die Energiepolitik sein. Reimertshofer: »Wir müssen weg von der Abhängigkeit von Dritten und der Vernichtung fossiler Energien. Deshalb will ich die Erschließung von regenerativen Energiegewinnungsanlagen für die Gemeinde. Und die Bürger müssen hiervon profitieren.«

Langfristig müsse in Ober-Mörlen mehr Energie produziert als verbraucht werden. Ziel müsse dabei auch sein, den Verbrauch zu vermindern. Zum Beispiel könnten die Vereine bei der energetischen Sanierung ihrer Gebäude unterstützt werden.

Wichtig ist für die SPD, dass Reimertshofer »gerade nicht aus der öffentlichen Verwaltung« komme und deshalb einen anderen Stil in Sachen Kommunikation und Verantwortlichkeit pflege: »Die Türen stehen für die Bürger und die Mitarbeiter der Gemeinde bei mir immer offen«.

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