14. Februar 2011, 21:08 Uhr

MCC: Von Prinzessinnen, Piraten und dem Leben unter dem Meer

Ober-Mörlen (hau). Knallrot ist die Promi-Couch vom Mörlauer Carneval Club. Wer sich da niederlässt, hat was zu erzählen. Ob vor laufender Kamera im Foyer der Usatalnarrhalla, ob auf offener Bühne als Sitzmöbel für Sitzungspräsident und Funkenmariechen oder im Blitzlichtgewitter von Presse und Prinzen-Fans: Das rote Sofa sollte am Samstag für Gäste wie Akteure eine tragende Rolle spielen - und das mitten im Auge des Stimmungsorkans, den das proppenvolle Narrenschiff auf seinem Erfolgskurs durch die erste Fassenachtssitzung durchkreuzte.
14. Februar 2011, 21:08 Uhr

Ober-Mörlen (hau). Knallrot ist die Promi-Couch vom Mörlauer Carneval Club. Wer sich da niederlässt, hat was zu erzählen. Ob vor laufender Kamera im Foyer der Usatalnarrhalla, ob auf offener Bühne als Sitzmöbel für Sitzungspräsident und Funkenmariechen oder im Blitzlichtgewitter von Presse und Prinzen-Fans: Das rote Sofa sollte am Samstag für Gäste wie Akteure eine tragende Rolle spielen - und das mitten im Auge des Stimmungsorkans, den das proppenvolle Narrenschiff auf seinem Erfolgskurs durch die erste Fassenachtssitzung durchkreuzte.

Steil am Wind segelte die gut 200-köpfige Crew um MCC-Kapitän Holger Reuss und die Steuermänner Bruno Winkler und Hendrik Schaupp durch drei mal sieben Weltmeere, um am Ende mit der ausgelassenen Menge in ein einziges karibisches Wogen einzutauchen. 55 Jahre nach seinem Stapellauf beeindruckte der Club mit einer cleveren Kombination aus Tradition und Moderne, aus Tanz, Gesang und flotten Sprüchen. Feste Größe und besonderer Augenschmaus sind seit jeher die Großen Roten Funken, diesmal mit Funkenmariechen Katharina Reuss an ihrer Spitze. Solo- wie Funkentanz sorgten für die ersten von zahlreichen Raketen in Mörlaus Narrenhimmel.

Der Reigen der fernsehreifen Tänze setzte sich fort über eine flotte Rock’n’Roll-Nummer der »Celebrations« und eine elektrisierende After-Work-Party der »Süßgespritzten«. Beide Formationen glänzten mit Klasse und Masse. Das männliche Gegengewicht ließ sich nicht lumpen. Die »Smarties« setzten ihre pfiffige Idee von den leibhaftigen »Super Mario Brothers« spektakulär um.

Dank Captain Jack Sparrow nahm es das Männerballett mit allen Flüchen der Karibik auf und infizierte den ganzen Saal mit dem neuen Piraten-Modetanz. Aus den akrobatischen Höhen über Wasser glitten die Großen Funken mit ihrem Showtanz in atemberaubende Unterwasserwelten, wo sich Krabben, Nixen, Clowns- und Kugelfische erfolgreich gegen die Fangnetze der Piraten zur Wehr setzten und zur schillernd bunten Meeresbodendemo aufrüsteten.

Farbenprächtige musikalische Akzente setzten erstmalig in dieser Kombination der MCC-Musikzug Rote Husaren und die »Dibbeklobber« bei ihrem Samba-Ausflug an den Zuckerhut. Unterdessen entführten die Stimm(ungs)kanonen Hendrik Schaupp und Jörg Bodenröder zu Humba-Täterää, Rockmusik und kölschen Hits. Dem Märchen vom »Funkenputtel« verhalfen die leibhaftigen Handpuppen Edith Heil, Stefanie Dey, Jörg Scherer, Walter Schraub, Alexandra Szerator und Ingrid Zimmer zur gefeierten »Kasperl-Inszenierung«.

Zum Auftakt des Büttenreigens ließ sich Oma Babette alias Regina Fritz-Lenuck eine frische Brise vom Bad Nauheimer Teich um die Nase wehen. Im Gegensatz zu ihrer Suche nach dem Traummann war das Bütten-Comeback von Erfolg gekrönt. Eine glänzende Premiere legte Ralf Windgassen als Till Eulenspiegel hin. Im Buch der Hessen stand mit spitzer Feder geschrieben, was der Hofnarr zu Straßensperrungen, Kirchplatz und Usatalhalle zu sagen hatte. Als »Dicker« erklomm Schnellsprecher Jochen Steiner die Bütt, um Diäten & Co ad absurdum zu führen. Derweil lieferte Bruno Winkler eine beredte Hommage ans Hessenland und seine sprachlichen Finessen.

Zum aberwitzigen Programmpunkt geriet das »Promischunkeln«. Angesichts der roten Couch lud Sitzungspräsident Winkler die drei Prinzen der KG Mörlau ein, sich’s darauf gemütlich zu machen - zumal sich der MCC eine besondere Leihgabe ausgedacht habe. Dem närrischen Triumvirat wolle man für die Kampagne drei holde Prinzessinnen an die Seite geben. Dass nach ihren Lieblichkeiten Maximiliane I. (Max Winkler) und Bernadette I. (Bernd Mack) die üppige Tollerine I. (Thomas Pfeifer) nicht mehr zwischen die Prinzen passte, beeindruckte sie wenig: Kurzerhand nahm die Wuchtbrumme ihren Prinzen auf den Schoß.

Dicht an dicht feierten Hunderte bis in die frühen Morgenstunden, sie bevölkerten die Sektbar und vor allem das Tanzparkett, was insbesondere der aufgeweckten neuen Hausband »Just Fidelity« zuzuschreiben war.



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