22. November 2010, 20:20 Uhr

Abschied von einem »Mitgestalter des Kreises«: Aloys Wagner gestorben

Ober-Mörlen/Wetteraukreis (en). Sein Leben waren die Vereine, die Verbände, die Politik - jetzt ist er abgetreten von dieser Bühne: Aloys Wagner ist im Alter von 85 Jahren in der Nacht zum Sonntag nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Noch bei seinem 85. Geburtstag im April hatten ihn lediglich die Spätfolgen seines schweren Autounfalls beeinträchtigt.
22. November 2010, 20:20 Uhr
Jahr unbekannt: Aloys Wagner bestens gelaunt - so kannten ihn seine Weggefährten.

Besonders durch seine politischen Ehrenämter ist der Christdemokrat Aloys Wagner vielen Wetterauern ein Begriff - Landrat Joachim Arnold (SPD) würdigte den Verstorbenen in seinem Nachruf als »Mitgestalter des Wetteraukreises«.

Der gelernte Kaufmann gehörte jahrzehntelang den Kreisgremien in verschiedenen Funktionen im Kreistag und insbesondere im Kreisausschuss an, schon als 1973 der erste Kreistag gewählt wurde, war er dabei und zog in die Riege der ehrenamtlichen Kreisbeigeordneten ein. Der »Regierung des Kreises« gehörte er 24 Jahre lang bis zur Kommunalwahl 1997 an. In den beiden folgenden Legislaturperioden wirkte Aloys Wagner wieder als Parlamentarier im Kreistag.

Der Sozialdemokrat Arnold nannte das Urgestein der Wetterauer CDU gestern einen »gradlinigen Politiker mit Ecken und Kanten«. Seine tiefe Verwurzelung in der Ober-Mörler Vereinslandschaft habe dafür gesorgt, dass Aloys Wagner »nie die Bodenhaftung verlor und immer wieder auf pragmatische Lösungen bestand«.

In seinem Heimatdorf an der Usa hatte Wagner auch seine politische Laufbahn begonnen: Von 1964 bis 1971 war er Gemeindevertreter in Ober-Mörlen, 1968 bereits Beigeordneter des Landkreises Friedberg und Vorstandsmitglied der Kreis-CDU. Nochmals Landrat Arnold: »Aloys Wagner war ein durch und durch politischer Mensch, dem es ein großes Anliegen war, sich der Sorgen und Nöte der Menschen anzunehmen.«

Die Politik war freilich nur die eine Seite des Aloys Wagner - die andere war das Vereinsleben, besser das öffentliche Leben, in Ober-Mörlen und darüber hinaus. Nur einige Ehrenämter seien herausgehoben: Schon 1945 gründete er die Handballabteilung des Turnvereins, 25 Jahre lang war er der Vorsitzende der »Fortuna«, 18 Jahre Kreisspielwart der Handballer, 27 Jahre lang Vorsitzender des Kultur-Kreises, den er mitbegründet hatte. 13 Jahre lang saß er im Vorstand des Landesverbandes für Obstbau, Garten und Landschaftspflege, 10 Jahre im Vorstand des Anstaltsbeirats der JVA Butzbach, 8 Jahre im Steuerrat der Diözese Mainz.

Für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Wirken wurde Aloys Wagner 2006 zum Ehrenmitglied des Kreisausschusses ernannt, das Bundesverdienstkreuz am Bande war ihm bereits 1977 zuteil geworden, und die Ehrungen des Hessischen Handballverbandes und des Landessportbundes hatte Wagner komplett in seiner Sammlung.

Erst ein schwerer Autounfall warf Aloys Wagner in seinem Tatendrang zurück: Als er Mitte Mai 2003 mit Ehefrau Klara und seinem Schwager auf dem Rückweg vom sonntäglichen Essen in Usingen war, überholte ein entgegenkommender Autofahrer an einer unübersichtlichen Stelle der Landesstraße bei Grävenwiesbach ein anderes Auto und krachte frontal in den Wagen der Wagners. Von mehreren Trümmerbrüchen in den Beinen erholte sich der damals 78-Jährige wieder, doch blieb er an den Rollstuhl gefesselt.

Im Sommer kam nun eine niederschmetternde Diagnose hinzu: Krebs. Aloys Wagner kämpfte drei Monate gegen die Krankheit. In der Nacht zum Sonntag schlief er im Friedberger Krankenhaus friedlich ein.

Die Trauerfeier für den Verstorbenen findet am kommenden Donnerstag, 25. November, um 14 Uhr in der katholischen Kirche St. Remigius in Ober-Mörlen statt.

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