25. November 2009, 19:32 Uhr

Noch keine Klarheit über Pfarrer-Regelung

Ober-Mörlen (hau). Zur Pfarrversammlung hatten am Sonntag nach dem Gottesdienst die Gremien der katholischen Pfarrgemeinde St. Remigius in den Bonifatiussaal eingeladen. Viele Gläubige interessierten sich für die aktuelle Situation und die Perspektiven in der Pfarrgruppe Mörlen. Mit Blick auf die sich gut entwickelnde Kooperation zwischen den Katholiken in Nieder- und Ober-Mörlen zeigten sich alle zuversichtlich. Angesichts der finanziellen Situation lautet das Gebot der Stunde: Sparen, spenden und vermehrt ehrenamtlich arbeiten.
25. November 2009, 19:32 Uhr
Die Gläubigen von St. Remigius lauschen den Erläuterungen der Gremien und Pfarrer Karl-Hans Keil. (Foto: Hausmanns)

Ober-Mörlen (hau). Zur Pfarrversammlung hatten am Sonntag nach dem Gottesdienst die Gremien der katholischen Pfarrgemeinde St. Remigius in den Bonifatiussaal eingeladen. Viele Gläubige interessierten sich für die aktuelle Situation und die Perspektiven in der Pfarrgruppe Mörlen. Mit Blick auf die sich gut entwickelnde Kooperation zwischen den Katholiken in Nieder- und Ober-Mörlen zeigten sich alle zuversichtlich. Angesichts der finanziellen Situation lautet das Gebot der Stunde: Sparen, spenden und vermehrt ehrenamtlich arbeiten.

Pfarrgemeinderatsvorsteher Martin Schneider ging in seinem Überblick über die Umstrukturierung der Pfarrgemeinden im Bistum Mainz auf die Umsetzung in der neuen Pfarrgruppe Mörlen ein. Mit 4378 Katholiken mache sie acht Prozent der 54 000 Gläubigen im Dekanat aus. Im Mainzer Personalplan von 2005 seien langfristig für die Pfarrgruppe ein Pfarrer und eine Gemeindereferentenstelle vorgesehen. Ein Seelsorgerat mit Vertretern aus beiden Gemeinden unterstütze bereits die Pfarrer und trage auch dafür Sorge, dass der Kooperationsvertrag zwischen beiden Mörler Pfarrgemeinden mit Leben erfüllt werde. Dieser Vertrag werde nach jeder Neuwahl der Gremien erneuert.

Schneider rief in Erinnerung, dass die Kirche, um das Überleben der Gemeinden zu sichern, mit der Zusammenlegung von Pfarrgemeinden auf die Zeichen der Zeit reagiert habe. Dazu zählten der Rückgang bei den Kirchgängern, verminderte Steuereinnahmen und weniger Nachwuchskräften im Priesteramt.

Dieser Entwicklung begegne man in Mörlen mit großer Aufgeschlossenheit. Insbesondere bei der Erstkommunion- und Firmvorbereitung, Erwachsenenbildung, Fortbildung der ehrenamtlichen Helfer und bei gemeinsamen Wallfahrten sei der Prozess des Zusammenrückens weit vorangeschritten. Mit gutem Beispiel gingen auch die Gremien in ihrer Zusammenarbeit voran. Durch regelmäßige Informationen solle möglichen Ängsten oder Vorurteilen vorgegriffen werden.

Pfarrer Karl-Hans Keil bekräftigte, dass er - wie von Beginn an vereinbart - bis zu seinem 70. Geburtstag im Februar 2012 in Ober-Mörlen bleiben wolle. Die Planung des Bistums habe ursprünglich vorgesehen, dass danach der Nachfolger von Pater Jacob Thanniyil beide Mörler Pfarrgemeinden betreue. Dem neuen Pfarrer von Nieder-Mörlen, Thomas Knedelhans, sei aber nach seinem Dienstantritt auch das Amt des Pfarrrektors für die Kapelle des Bildungswerkes in Ilbenstadt übertragen, was eine zusätzliche erhebliche Belastung für ihn bedeute, allein schon wegen der Entfernung. Eine sichere Auskunft darüber, wie die Diözese tatsächlich weiter verfahren werde, könne er zurzeit deshalb nicht geben, sagte Pfarrer Keil. Wie überall müsse die Diözese »auf Sicht fahren«.

Im Namen des Verwaltungsrates beleuchtete Hans-Peter Speicher die finanzielle Lage in St. Remigius. Die sei, wie überall, nicht rosig. Passgenau deckten zwar die Einnahmen die Ausgaben, aber der Spielraum sei sehr gering. »Der Haushaltsplan ist auf Kante genäht, große Sprünge sind nicht drin«, unterstrich Speicher. Auch auf Bistumsebene werde der finanzielle Anzug enger, zumal Mainz mit einem Einnahmeausfall von 20 Millionen Euro zu rechnen habe. In der Folge würden nur noch unbedingt notwendige Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen bewilligt.

In Ober-Mörlen stehen Speicher zufolge kleinere und selbst zu finanzierende Projekte wie die Erneuerung der Eingangstore und die Sanierung der Mauern am Pfarrhof sowie der Mauern am Kirchhof an. Immobilienverkäufe stünden aktuell nicht zur Diskussion. Die vom Bistum geforderte Rücklagenbildung für Instandhaltungsarbeiten sei »momentan utopisch«. Hier hoffe man mehr denn je auf die Spendenbereitschaft und das Engagement der Gläubigen. »Wir können jede helfende Hand brauchen«, so der Appell.

Zu überlegen sei auch die Gründung eines »Kirchbauvereins« zur Institutionalisierung des Spendenaufkommens, regte Pfarrer Keil an und berichtete von gelungenen Beispielen der Rücklagenbildung.

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