25. Januar 2016, 17:53 Uhr

Beim MCC-Narrenflug hebt’s »Passagiere« aus den Sitzen

Ober-Mörlen (hau). Eigentlich wollte »Air Mörlau« nur nach Ägypten fliegen. Stattdessen vollführte der prallvolle Jumbo des Mörlauer Carneval Clubs tollkühne Höhenflüge, landete auf fast allen Kontinenten und wurde zu guter Letzt von einer Klon-Krieger-Armee in die Weiten des Weltalls entführt.
25. Januar 2016, 17:53 Uhr
Im Cockpit geht die Post ab: Die Piloten Bruno Winkler (l.) und Hendrik Schaupp und die Flugbegleiterinnen Alexandra Szerator und Steffie Dey unterhalten die Passagiere. (Foto: Annette Hausmanns)

Die Star-Wars gingen so glücklich aus, dass sich alle beim überschäumenden Finale auf der Bühne der Usatalnarrhalla wiederfanden und bis in die Morgenstunden feierten.

Für seine Passagiere hatte der MCC einmal mehr den roten Teppich ausgerollt. Kaum hatte die rund 500-köpfige Premium Economy Class eingecheckt, das Rauchen eingestellt und sich angeschnallt, startete der Luxusliner der Lüfte durch. Adrette Flugbegleiterinnen stimmten ein aufs Bordprogramm mit Tanz, Musik und Comedy. Blieb den Piloten Hendrik Schaupp und Bruno Winkler noch, den gut gelaunten Fluggästen ihre Crew vorzustellen, die Firstclass-Passagiere in den roten Elferratsjacken willkommen zu heißen und durch das rasante Flugprogramm zu führen.

Zwei Abende hintereinander ging am Wochenende bei Flug mit Air Mörlau die Post ab. Weit über 200 Mitwirkende hatten seit Monaten am roten Faden durch die Flugshow gesponnen. Alle Hände voll zu tun hatte seit Wochen auch das Technik-Team um Frank und Ralf Born, hatte man über Licht und Ton hinaus doch eigens für das lange Fastnachts-Sitzungswochenende eine zwölf Quadratmeter große LED-Wand an Bord geholt. Mit fantastischen Fotos und Videos gefüttert, entpuppte sich das Hightech-Teil über weite Strecken als fantasieanregende Ergänzung zu fernsehreifen Vorführungen.

Der »Enge« an Bord trotzten das strahlende Funkenmariechen Nicole Papadopoulos und seine Große-Rote-Funken-Schar. Waren schon der Solo- und der Gardetanz wunderschön anzusehn, so verschlug es den Flugpassagieren beim Besuch der 30 Tänzerinnen im Pariser Moulin Rouge den Atem. Bei der Zwischenlandung in Irland tanzten sich die »Süßgespritzten« als glänzend grüne Kobolde in die Herzen, und im antiken Ägypten schlüpften die »Celebrations« in die Haut von Pharaonen und Mumien. Die »Smarties«-Clowns lehrten im Zirkus Horror die Bordgäste das Gruseln, das Männerballett zog in fernen Galaxien bei den Star Wars mächtig vom Leder.

Spitzen zum Ortsgeschehen beziehungsweise zum »Stillstand« am Mirler Heimatflughafen hatte Ralf Windgassen in seiner Paraderolle als Till Eulenspiegel mitgebracht. Auf den Leib geschrieben war Bernd Mack die Rolle des genialen Gehirnforschers (Foto oben links). Die Unterschiede zwischen dem männlichen Bauklötzchen- und dem weiblichen Netzsystem leuchteten derart ein, dass sich der Saal bog vor Lachen. Der schwule Steward Victor alias Markus Peppler inszenierte seine Flug-Sicherheitshinweise live und im XXL-Bildschirm, seine Kolleginnen Alexandra Szerator und Steffie Dey vom Bordpersonal übten sich als Saftschubsen – auch für die Ehrengäste beim Anflug auf Italien.

Bei der Zwischenlandung in Mörlau waren nämlich Pfarrer Ryszard Strojek und seine drei besten Messdiener (Daniel Kanschat, Jochen Schneider und Max Winkler) an Bord gegangen. Die Pilgerreise nach Rom entpuppte sich spätestens zu dem Zeitpunkt als freudentränenreiches Abenteuer, als Mörlens Pfarrer von seinem Papagei erzählte und die Sitzreihen sich mit Stefan Schraub und dem nicht eben flugtauglichen Carsten Wagner bedrohlich eng füllten.

Für die Premium Economy Class hatte die MCC-Crew indes jede Menge Bewegungsfreiraum geschaffen. Die MCC-eigene Bordkapelle »Rote Husaren« nahm mit auf Zeitreise zu den Wurzeln des Jubiläumsvereins (Baujahr 1956) in den 50er Jahren, zu Rock, Roll und Carneval in Mörlau. »Über den Wolken« griffen die MCC-Singers Jörg Bodenröder, Christian Klamm, Johannes Möbs und Steffie Dey mit Schlagzeuger Dario Walke nach den Sternen und knallroten Gummibooten.

Selbst die gewandten Flugkapitäne Schaupp und Winkler animierten mit ihren Chefstewardessen die Gäste zum Fitnessschunkeln, bevor sie mit ihren Jedi-Rittern in die Weiten des Weltalls entschwanden. Seine Rückkehr ins irdische Epizentrum der Narretei an der Usa feierte der Flieger nach seiner mitternächtlichen Punktlandung ausgelassen bis in den späten Morgen, die Bernd-Schütz-Band heizte entsprechend heiß ein.



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