22. Dezember 2010, 10:02 Uhr

Vorwurf an Hertel: Untätigkeit beim »Gollacker«

Niddatal (hed). Ein Privatduell mit Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel (parteilos) lieferte sich am Montagabend CDU-Fraktionschef Michael Hahn. Kurz vor der Kommunalwahl scheint die Niddataler Union noch einmal zu versuchen, bewusst auf Konfrontationskurs mit dem Rathauschef zu gehen.
22. Dezember 2010, 10:02 Uhr
Derzeit sieht man die Schäden wegen des Schnees nicht, aber die Ortsdurchfahrt in Bönstadt gibt ein eher schlechtes Bild ab. (Foto: udo)

Niddatal (hed). Ein Privatduell mit Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel (parteilos) lieferte sich am Montagabend CDU-Fraktionschef Michael Hahn. Kurz vor der Kommunalwahl scheint die Niddataler Union noch einmal zu versuchen, bewusst auf Konfrontationskurs mit dem Rathauschef zu gehen. Konkret machte sich das während der Stadtverordnetenversammlung im Assenheimer Bürgerhaus am Beispiel Erschließung des Baugebiets »Gollacker« fest: In einer Anfrage warf Hahn Hertel indirekt Untätigkeit bei den Verhandlungen vor - was dieser »erstaunt« (andere würden sagen: verärgert) zur Kenntnis nahm.

Wie berichtet, plant der Eigentümer des Gollackers, das Gelände auf eigene Kosten zu erschließen. Das Parlament hatte im Oktober die Einleitung des Bebauungsplanverfahrens beschlossen. Eine Idee sieht vor, das Gelände von Bruchenbrücken aus zu befahren. Hertel hatte Hahns Frage in der vorletzten Stadtverordnetensitzung, ob es in dieser Sache bereits Gespräche mit der Stadt Friedberg gegeben habe, bejaht. Der CDU-Fraktionschef wollte das aber wohl nicht glauben: Er hatte nach eigenen Aussage mehrere Stellen in der Friedberger Verwaltung angerufen, um sich über den Stand der Verhandlungen zu erkundigen. Von mehreren Seiten habe er gehört, dass es keine Anfrage der Stadt Niddatal gegeben habe.

Keller wiederum wisse nichts von irgendwelchen CDU-Anfragen, zitierte Hertel ein Antwortschreiben seines Friedberger Amtskollegen. Auch könne sich Keller nicht vorstellen, dass seine Mitarbeiter ohne Rücksprache Infos an Dritte weitergeben würden.

Ungeachtet dessen gebe es Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung, nach denen der Investor die ersten Planungsschritte selber erledige. Der habe sich auch bereits bei der Stadt Friedberg gemeldet. Er stehe in der Sache zudem in regelmäßigem Kontakt mit Keller, betonte Hertel. Die Stadt Friedberg habe keine grundsätzlichen Bedenken gegen das Baugebiet. Über Erschließung und Abwasser könne zum derzeitigen frühen Zeitpunkt aber noch nichts gesagt werden. Zur Erinnerung: Hahn hatte wiederholt Bedenken geäußert, dass der bestehende Bruchenbrückener Kanal überlastet wäre, würde das Gollacker-Abwasser dort hineingeleitet.

Auch bei einem anderen Thema wollte Hahn dem Bürgermeister auf den Zahn fühlen: Der CDU-Fraktionschef fragte, wann der Aufzug in der Stadtverwaltung endlich voll in Betrieb gehe. Und weiter: »Werden Kosten für Fehlplanung und mangelnde Bauvoruntersuchungen den Verantwortlichen angetragen?«

»Es gibt keine Fehlplanung und auch keine mangelnde Bauvoruntersuchungen«, stellte Hertel klar. Der 130 000 Euro teure Aufzug könne bereits genutzt werden. Es seien nur noch Fragen des Zugangs und der Beschilderung zu klären. Für Rollstuhlfahrer habe man einen Schalter eingebaut, der die Tür zur Verwaltung öffne. Hahn reichte auch diese Antwort nicht. Er forderte, den Ältestenrat einzuberufen. Was dort besprochen wurde, drang nicht nach außen. Danach ging die Sitzung normal weiter.

Stadt soll sich für Ortsdurchfahrt einsetzen

Einstimmig angenommen wurde ein CDU-Antrag, nach dem sich der Magistrat beim Wetteraukreis für die dringend benötigte Sanierung der Bönstädter Ortsdurchfahrt stark machen soll. Nicht nur der Zustand der Straße, auch die notwendigen Kanalarbeiten geben Anlässe genug, betonte Hans-Joachim Mücke (CDU). Die Ortsdurchfahrt sei in einem desolaten Zustand. Bis zu 3000 Autos würden täglich durch Bönstadt fahren.

Vor eineinhalb Jahren habe die Sanierung auf der Prioritätenliste des Kreises gestanden, seitdem sei aber nichts mehr passiert. »Wenn wir uns nicht laufend melden, dann wird auch nix kommen«, betonte Mücke.

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