18. Oktober 2010, 19:22 Uhr

Umgang mit hydraulischem Schneidgerät geübt

Niddatal-Ilbenstadt (udo). Für ihre Jahresabschlussübung hatte sich die Feuerwehr etwas Besonderes ausgedacht. Die angenommene Lage: Zwei Fahrzeuge sind auf dem Containerplatz im Gewerbegebiet zusammengestoßen und mehrere eingeklemmte Personen müssen geborgen werden.
18. Oktober 2010, 19:22 Uhr
Bei dem fingierten Autounfall müssen mehrere Eingeklemmte befreit werden. (Fotos: udo)

Niddatal-Ilbenstadt (udo). Für ihre Jahresabschlussübung hatte sich die Feuerwehr etwas Besonderes ausgedacht. Die angenommene Lage: Zwei Fahrzeuge sind auf dem Containerplatz im Gewerbegebiet zusammengestoßen und mehrere eingeklemmte Personen müssen geborgen werden. Da in Niddatal nur die Wehren aus Assenheim und Kaichen über hydraulisches Schneidgerät verfügen, wirkte letztere an der Übung mit. Außerdem waren Sanitäter des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) beteiligt.

Die Samariter waren mit ihren Rettungsfahrzeugen zuerst zur Stelle und alarmierten die Feuerwehr. Als das Heulen der Sirenen verklungen war, nutzte Stadtbrandinspektor Bernd Reiter die Gelegenheit, den Ablauf der Übung allgemein verständlich zu erklären und für die Arbeit der Feuerwehr zu werben. Zahlreiche Gäste aus allen Stadtteilen verfolgten gespannt das Geschehen - Feuerwehrübungen im Regen haben stets ihren eigenen Charme.

Als das erste Löschfahrzeug eintraf, verständigte sich dessen Truppführer mit den Sanitätern darüber, was zu tun ist. Das Katastrophenschutzfahrzeug aus Kaichen erreichte den Schauplatz und brachte die dringend benötigte hydraulische Schere. Reiter erläuterte, das deren Einsatz manches Unfallopfer zwar traumatisieren könne, dass er sich jedoch gleichwohl nicht vermeiden lasse.

Da nicht auszuschließen war, dass die verunglückten Fahrzeuge doch noch zu brennen beginnen könnten, wurde die Wasserversorgung sichergestellt und Wehrleute stellten sich mit Strahlrohren auf.

Dann wurden die Autos aufgeschnitten. Die Ilbenstädter hatten dabei mit Geräten zu tun, die sie nicht jeden Tag in der Hand haben. Knapp drei Dutzend Helfer waren mittlerweile am Einsatzort beschäftigt. Die Wehrleute legten Mundschutz an, um sich nicht anzustecken und den gefährlichen Glasstaub abzuhalten. Reiter erklärte, dass der vernünftige Umgang mit Scherben im Fachjargon »Glasmanagement« heißt. Um später die Autodächer abnehmen zu können, wurden die Frontscheiben der Unfallautos aufgesägt.

Vorsichtig wurde von mehreren Akteuren ein Schlauch herbeigetragen, in dessen Inneren ein Druck von bis zu 600 Bar herrscht. Als die Dächer der Autos weggeklappt und die Opfer versorgt werden konnten, spendeten die Betrachter spontanen Applaus. Die »Opfer« (Mitglieder der Jugendfeuerwehr) wurden in Manschetten gehüllt und abtransportiert. Reiter riet angesichts der Bilder, die sich boten, unbedingt zu vorsichtigem Fahren. Auch betonte er: »Unser Grundsatz ist, dass das Opfer innerhalb von einer Stunde im Krankenhaus sein sollte.«

Stadtbrandinspektor Reiter, Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel und Wehrführer Wolfgang Kost lobten das gute Zusammenwirken und den Einsatz der Wehrleute.

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