21. Mai 2010, 20:32 Uhr

»VeTo«: Vom Keller auf die Bühne - alles macht Spaß

Niddatal (lk). »Sogar meine Oma kommt«, verrät Max Brinkmann (23) aus Assenheim, Sänger und Gitarrero der Band »VeTo«. Am Pfingstmontag nämlich ist es soweit: Max, sein 22-jähriger Cousin Jan Frische (Gesang, Klavier, Gitarre), DJ Jens Dallwitz (21) und »Oldie« Julian Heinz (27) am Schlagzeug stürmen die Bühne der Frankfurter Batschkapp. In zwei Vorrunden hat sich die Hip-Rock-Combo bereits bewiesen, nun geht’s im Hessenfinale des »Emergenza Contest« gegen zehn weitere Gruppen.
21. Mai 2010, 20:32 Uhr
Aus Wetterauer Landen frisch in die Batschkapp: die vier »VeTos« aus Niddatal und Nieder-Weisel. (Foto: pv)

»Dass wir das T in VeTo groß geschrieben haben, hat Style-Gründe«, erklärt der Bönstädter im Team, Jan Frische, der gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert und vorher Schulmusik studiert hat. »Eigentlich bedeutet es ja nur Einspruch, aber so sieht’s eben cooler aus«, ergänzt Max, der bald ein Web-Design-Studium beginnt.

Am Anfang Hip und Hop

In der Hip-Hop-Szene sei es früher lässig gewesen, wenn man Worte anders geschrieben habe als üblich. Und als Hip-Hop-Duo haben Max und Jan vor sieben Jahren schließlich angefangen. »Den ersten Autritt hatten wir aber schon zu dritt«, erinnert sich Max und zeigt auf Jens Dallwitz. Am Anfang sei der aber noch nicht der Diskjockey der Band gewesen, »sondern einfach dabei«.

»Irgendwann kamen wir auf die Idee, wir könnten doch ‘ne Band gründen«, sagt Max. »Wir wollten tollen Rock machen. So wie die im Fernsehen. Aber leider hat uns der Antrieb gefehlt, Leute mit den gleichen Interessen zu suchen.« Und nur zu zweit mit ihren Gitarren auf der Bühne stehen - das war’s auch nicht. »Dann dachten wir, machen wir einfach Rap, das schien uns einfacher«, räumt Max ein.

Eigentlich haben sie sich nie für diese Art Musik interessiert, hören bis heute kaum Hip-Hop, identifizieren sich nicht mit der Szene. »Wir nutzen nur das Medium des Sprechgesangs«, klärt Max den scheinbaren Zwiespalt auf. Wirklichen, reinen Hip-Hop macht die Gruppe heute auch nicht mehr, denn mittlerweile gibt’s einen Neuen und neue Einflüsse: Mit Schlagzeuger Julian Heinz aus Nieder-Weisel zog der Rock bei »VeTo« ein, Max und Jan spielen auf der Bühne E-Gitarre. »Wir haben Geige, Klavier, Gitarre - das macht unsere Musik abwechslungsreich«, sagt Jan, der übrigens gemeinsam mit seinem Cousin in der Bönstädter Germania Sängerlust singt.

Derzeit ist die Musik nur Spaß und Zeitvertreib. »Aber wenn’s mehr wird, sind wir nicht bös’ drum«, lacht Max.

Die große Chance, dass es mehr wird, haben die vier jungen Männer am Montag. Beim »Emergenza Contest« wollen sie live zeigen, was sie können. Bühnenerfahrung haben sie schon. Mehrfach sind sie vor Publikum aufgetreten, 2005 sogar auf dem katholischen Weltjugendtag in Köln.

Fünf Songs im Rampenlicht

In der Batschkapp bestimmt das Publikum die fünf besten Bands, und die Top-Combo dann die Jury. Sollten die Wetterauer Jungs gewinnen, winkt im Sommer das Bundesfinale in Berlin. »Wir haben für den Gig sogar eine Choreografie einstudiert«, verrät Jan. 25 Minuten bleiben ihnen, fünf Songs werden sie spielen. Alle selbst geschrieben, covern ist verboten. »Die Konkurrenz ist nicht schlecht«, schraubt Max zu hohe Erwartungen zurück.

Für die Melodien ist Jan verantwortlich, Max schreibt die Texte. »Ich klinke mich ein, wenn das Lied fast fertig ist«, erzählt Jens, der das Ganze mit den Beats unterlegt.

Der komplette Prozess gefällt den »VeTos«: vom Erarbeiten des Liedes bis zum Einspielen und live Performen. »Vom Keller auf die Bühne, das macht uns einfach Spaß«, sagt Max. In eine Schublade pressen lässt sich die Band nicht. »Für manche sind wir nicht genug Hip-Hop, für die anderen nicht genug Rock. Wir machen eben unser eigenes Ding«, sagt Jan. Wichtig ist es der Band, mit ihrer Musik Botschafter zu sein. »Dass man sich nicht unterkriegen lassen soll, wenn man anders ist, zu dem stehen soll, wie man ist. Und dass man nie sein Ziel aus den Augen verlieren soll«, betont Texter Max. Ihr »Schau nicht weg« richtet sich gegen Jugendgewalt. »Und gegen das ganze Gangster-Getue. Hip-Hop wird so oft mit Gewalt assoziiert. Da haben wir aber nichts mit zu tun, machen auch keinen Gangster-Rap«, sagt Max.

Groupies gibt’s auch schon

Am Montag werden die Vier nicht nur von ihren Familien unterstützt. Auch viele Freunde kommen mit nach Heddernheim - und sogar ein paar Groupies haben sie schon. Einem wurde schon ein Zettel mit Telefonnummer zugesteckt - wem wird aber nicht verraten.

Falls es nicht reicht für Berlin, wollen die Hip-Rocker den Kopf nicht in den Sand stecken. Noch in diesem Jahr soll das erste Album erscheinen, die erste Single »Sag was« findet sich auf <%LINK auto="true" href="http://www.veto-music.de" text="www.veto-music.de" class="more"%>. Und im Sommer wollen sie ein Konzert im Gemeindehaus spielen.



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