16. Februar 2009, 18:54 Uhr

Hexen-Notlandung und ein Tanz aus Tausendundeiner Nacht

Niddatal-Ilbenstadt (udo). Nach dem Wegfall des Pfarrkarnevals vor einigen Jahren bewahrt der Turnverein Vorwärts die närrische Tradition im Ort. So auch am Freitagabend: Erstmals musizierte dort Alleinunterhalter Markus Keil für die Turner im Bürgerhaussaal. Und zum ersten Mal konnte in diesem Jahr auch ein Elferrat gebildet werden, dessen Mitglieder nacheinander die Moderation übernahmen.
16. Februar 2009, 18:54 Uhr
Wie aus Tausendundeiner Nacht: Das Männerballett Die Heringe mit seiner exotischen »Aladin«-Show. (Fotos: udo)

Niddatal-Ilbenstadt (udo). Nach dem Wegfall des Pfarrkarnevals vor einigen Jahren bewahrt der Turnverein Vorwärts die närrische Tradition im Ort. So auch am Freitagabend: Erstmals musizierte dort Alleinunterhalter Markus Keil für die Turner im Bürgerhaussaal. Und zum ersten Mal konnte in diesem Jahr auch ein Elferrat gebildet werden, dessen Mitglieder nacheinander die Moderation übernahmen.

Anika Schmitt und Nicole Porth begrüßten die Gäste zum Programm, das mit einem Tanz der Formation Coconut Kisses beschwingt eröffnet wurde. Moderator Werner Deeg ließ auf Zuruf die »Babysitterin« Bettina Giller ins Haus, die von »frühkindlichen Monstern« zu berichten wusste. In ihrer Wohnung habe das widerspenstige Kleinkind sogar die Blumentöpfe durchs Zimmer geworfen. Als die Eltern heimkehrten, hätten sie nur noch den zerstörten Fernseher, die demolierte Spülmaschinen und defekte Brillen aufgefunden.

Nach einem Schunkellied von Markus Keil zeigte das »Schlumpf«-Ensemble der Jedermann-Turngruppe - allesamt mit blauen Zipfelmützen - einen harmonischen Tanz, bei dem sich das sich Publikum von schönen Bewegungsabläufen, die langes Üben voraussetzen, hingerissen zeigte. Als gehörig »ausgeschlumpft« war, sang das Trio Infernale vom Biertrinken, pries eine »Fastnachtsschunkel-Flatrate« an und stellte eine »Shopping-Flat« in Aussicht. Nach einem Ausflug in den Waschsalon wurden aktuelle Börsenfragen abgehandelt. Zur Musik von »Major Tom« wurde Andrea Ypsilanti ins Weltall geschickt. Wie man am besten auch noch »den Roland« loswerden könne, war eine weitere brennende Frage.

»Hexe Gundula« extra eingeflogen

»Hexe Gundula« (Michael Hahn) war extra aus Kaichen eingeflogen. Sie gab Hinweise zum Zaubergeschehen und ersann ein gespenstisches Szenario zwischen dem klirrenden Krebsbach und dem horrend rauschenden Hainwald. »Gundula« pries ausgiebig ihre »betörende Figur« mit »breide Foiß unn Kaaschder Hinnern«. Im Delirium sei sie auf dem Besen mit Kirchtürmen kollidiert, habe eine Notlandung am Nonnenhof hingelegt und noch rechtzeitig zum Schwestern-Treff beim berühmt-berüchtigten »Schosseh-Haus« gefunden.

Aus einigen nicht ganz alltäglichen Zutaten wurde der »perfekte Büttenredner« in Gestalt von »Macho« Mario Müller zusammengesetzt, dessen Charme die Gäste auf die Tische steigen ließ. »Albino und Romana« alias Anika Schmitt und Gerhard Blümlein tanzten hingebungsvoll und animierten die Gäste zum Mitschunkeln.

Anschließend begeisterte das Herrenballett Die Heringe des Gesangvereins Eintracht aus Kaichen mit einer spektakulären »Aladin«-Choreografie, zu der der Protagonist auf einem fliegenden Teppich in den Saal surrte. Spätestens bei der Schlusspyramide gab es im Publikum kein Halten mehr. Silvia Brucker klagte im Anschluss in Lockenwicklern und im Bademantel über ihren herumtreibenden Mann, ehe die Peanuts des Turnvereins in rot-grün-schwarzen Kostümen zu »Hit the road, Jack« über die Bühne fegten. Lea Rothe feierte bei der seit knapp 20 Jahre aktiven Gruppe ihr Debüt.

Die betörende »Rüsseltruppe« der Frauentanzgruppe wirbelte mit ihrem »Schweine-Tango« übers Parkett und ließ die Herren im Saal träumen. »Nordic-Walkerin« Angelika Jurida gab Einblicke ins Sportgeschehen und konnte nur Gutes über das »Gehen am Stock« berichten. Dennoch klagte sie bitter darüber, dass »immer mehr arglose Walker von erbarmungslosen Jägern niedergeknallt werden, nur weil ›Reebok‹ auf den Schuhen steht«.

Gleichwohl habe sie zwischen Kleinfeld, »Quetsche-Allee« und Nonnenhof anrührende Begegnungen erlebt. Als eine weitere Abordnung der »Jedermänner« in knallengen Kostümen gesungen und getanzt hatte, honorierte das Publikum den Körpereinsatz, den Esprit und die Anmut der Darbietung mit langem Applaus. Die Zugabe wurde gemeinsam mit den Coconut Kisses abgefeiert, die zu »Dschingis Khan« den Schlusspunkt setzten.

Sitzungspräsident Herwig Lauerer versprach den gut gelaunten Gästen eine muntere Fortsetzung im kommenden Jahr.

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