04. Dezember 2015, 11:43 Uhr

Ausschuss für Breitband-Deal mit »YplaY«

Niddatal (udo). Aller Voraussicht nach bekommt Niddatal bis zum nächsten Herbst eine leistungsfähige Breitbandversorgung fürs schnelle Internet. Nach einer Präsentation durch Diplom-Ingenieur Walter Erl empfahlen die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses eine Zusammenarbeit der Stadt mit der Firma »YplaY«.
04. Dezember 2015, 11:43 Uhr
Die Aussichten auf schnelles Internet stoßen auf reges Publikumsinteresse. (Foto: Udo Dickenberger)

Die Tochter der F+L Holding AG in der Schweiz vermarktet Multimedialösungen mit Breitbandinternet, Telefonie, Digital- und Mobilfernsehen. Mit einer Kombination aus Glasfaser- und VDSL-Vectoring-Technik will das Unternehmen Bürgern in allen Niddataler Stadtteilen Verbindungen von bis zu 100 Mbit/s ermöglichen.

Am Ende der Sitzung waren alle zufrieden, nur wunderte sich »YplaY«-Vertreter Walter Erl darüber, dass Roland Gosebruch (FDP) auf einer Patronatserklärung durch die Eigentümer zur Absicherung der Investitionssumme bestand und die Parlamentarier dem zustimmten. Schließlich gehe Niddatal mit »YplaY« kein Risiko ein und müsse sich an dem Projekt auch nicht finanziell beteiligen. Erl zeigte sich jedoch am Abend auf Anfrage zuversichtlich, dass bis zur nächsten Stadtverordnetenversammlung am Montag, 7. Dezember, eine Patronatserklärung vorliegen wird – auch wenn dieses Vorgehen bei einer Kommune, die kein finanzielles Risiko eingehe, »unüblich« sei.

30 Mbit/s ab 34,90 Euro

Laut Erl baut »YplaY« grundsätzlich nur »nicht-diskriminierende Netze«: Das heißt, auch Unternehmen wie die Telekom oder Vodafone könnten über das »YplaY«-Netz ihre Tarife anbieten. Da die Bundesnetzagentur aber noch nicht geregelt habe, wie dies abgerechnet wird, werde diese Option noch nicht genutzt. Daher bleibt vorerst: Wer Breitband möchte, muss die »YplyY«-Tarife nutzen. Für das schnelle Internet und die Telefonie zahle man zwischen 34,90 Euro und 79,50 Euro im Monat. Für das Herunterladen (Download) beträgt die Geschwindigkeit dann zwischen 30 und 300, für das Hochladen (Upload) zwischen 5 und 100 Mbit/s.

Zahlreiche Telekommunikationsunternehmen stünden unter dem Dach der Firma. Die gesamte Sparte (Internet, Telefon und TV) werde mit eigenen Data-Centern, Netzen und Satellitenanlagen abgedeckt, Multimedialösungen vermarktet und Kooperationen mit regionalen Betreibern gesucht.

Erl erklärte die regionale Vermarktungsstrategie, welche die Organisation von Bürgerversammlungen und regelmäßigen Bürgersprechstunden einschließe. Die Geschwindigkeit beträgt bis zu 100 Megabit pro Sekunde. Große Strecken würden mit Glasfaserkabeln zurückgelegt, das letzte Stück vom Verteilerkasten bis zum Haus laufe auf Kupferkabeln. Wenn auf Wunsch auch die letzte Meile auf Glasfasern zurückgelegt werden soll, würden Kosten von 80 Euro pro Meter (vom Haus bis zum Kasten mit Glasfaseranschluss) in Rechnung gestellt.

»YplaY« baue grundsätzlich ohne Subventionen: »Wir tätigen langfristige Investitionen, die sich lohnen müssen.« Erst nach zehn bis zwölf Jahren verdiene man Geld.

Auf Anfrage von Bürgermeister Dr. Bernhard Hertels versicherte Erl, Außenlagen bekämen zwar eine vielfache der bisherigen Geschwindigkeit, 100 Mbit würden zum Beispiel in Wickstadt allerdings nicht erreicht. Der »YplaY«-Vertreter versicherte, der Konzern mache seit der Gründung Gewinne, sei wiederholt geprüft worden und könne große Projekte ohne Probleme finanzieren. In den Orten werde bis zu 300 Meter lang unterirdisch gebohrt, teils sogar um die Ecke. Die bestehenden Hauptverteiler seien unwichtig; es spiele somit für »YplaY« keine Rolle, dass Kaichen nicht am gleichen Hauptverteiler hängt wie die übrigen Stadtteile.

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