17. Juli 2015, 09:43 Uhr

Neue Wohnunterkunft für junge Flüchtlinge in Ilbenstadt

Niddatal-Ilbenstadt (udo). In den vergangenen Monaten wurden in der Köpperner Straße Räume für die erste stationäre Wohngruppe hergerichtet, die der Caritas-Verband Gießen im Wetteraukreis betreibt. In ihnen wohnen unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge in den ersten Wochen und Monaten nach ihrer Ankunft in Deutschland.
17. Juli 2015, 09:43 Uhr
Dekan Stefan Wanske, Generalvikar Dietmar Giebelmann und der Caritas-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Wahl bitten um den Segen für das Haus und seine Bewohner. (Foto: Udo Dickenberger)

Generalvikar Dietmar Giebelmann segnete am Dienstagnachmittag die Räume der Wohngruppe IV des Kinder- und Jugendheims Sankt Stephanus der Caritas. Auch wurden Spenden der Glücksspirale (24 000 Euro) und der PAX-Bank Mainz (6000 Euro) überreicht. Mit dem Geld wurde ein Bus angeschafft, der unter anderem für die nötigen Behördengänge genutzt werden soll.

Caritasdirektor Joachim Tschakert blickte auf die Geschichte des Hauses zurück, das als Altenheim genutzt wurde. Er stellte das Konzept vor und sprach von der Schwierigkeit, eine passende Immobilie zu finden. Die Jugendpflege habe in Ilbenstadt eine lange Geschichte, sagte er mit Hinweis auf das frühere Caritas-Heim und das heutige Haus Sankt Gottfried. Das Heim Sankt Stephanus habe als Notunterkunft für 56 Jugendliche in Gießen begonnen.

Generalvikar Giebelmann nahm die Segnung vor. Er formulierte den Wunsch, die Kinder und Jugendlichen möchten eine Heimat finden. Jeder blicke auf eine individuelle Fluchtgeschichte zurück. Ein Vorschuss an Zuwendung sei zu gewähren. Dekan Stefan Wanske las aus dem Brief an die Thessaloniker über das Zusammenleben unter Christen. Giebelmann bat um Gottes Segen und segnete dann die einzelnen Zimmer.

Diözesancaritasdirektor Thomas Domnick sprach über die Flüchtlingsproblematik: »Das kommt uns seelisch erst nahe, wenn wir damit direkt in Berührung kommen.« Er hob die Verantwortung der Kirche hervor. Dekan Wanske widmete sich der Flüchtlingshilfe. Erster Kreisbeigeordneter Helmut Betschel-Pflügel sprach von der Notwendigkeit, weiterhin Brücken zu bauen. Es sei wichtig, ein Gefühl von Heimat zu vermitteln. Deshalb hatte er einen Korb mit Blumen mitgebracht. Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel rügte die mangelhafte Umsetzung der sozialen Gesetzgebung.

Andreas Rehn übergab danach für die Lotterie-Treuhandgesellschaft Hessen den neuen Bus. Architekt Ralf Rosner berichtete von der Geschichte des Hauses. Es habe eine Fläche von etwa vier Einfamilienhäusern. Der Bereichsleiter Ulrich Dorweiler bekam den Schlüssel überreicht.

Seit Anfang Juni können bis zu zehn unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge im Gebäude wohnen. Die Kinder und Jugendlichen zwischen sechs und 17 Jahren kommen aus Äthiopien, Afghanistan, Eritrea und Bangladesch. In Kürze wird in dem Haus eine Verständigungsgruppe für vier Jugendliche in einer eigenen Wohnung starten. Der grundsanierte Standort verfügt über zehn Einzelzimmer und bietet ein förderndes Ambiente. Die separate Wohnung umfasst vier Einzelzimmer, ein Wohnzimmer, eine Küche und zwei Bäder. Den Jugendlichen soll das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermittelt werden. Die deutsche Sprache soll schnell erlernt und ein Schulabschluss erreicht werden.

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