13. November 2009, 18:02 Uhr

Neue Straße soll Widdersheimer Werke verbinden

Nidda-Ober-Widdersheim (dv). Am Donnerstag gab es im Dorfgemeinschaftshaus kaum einen freien Platz: Das Basaltwerk Nickel hatte zum Informationsabend eingeladen. Geschäftsführerin Dr. Bettina Nickel begrüßte die Besucher und kündigte an, die Bürger über geplante Veränderungen in Kenntnis zu setzen. Doch dabei blieb es nicht. Etliche Bürger hatten kritische und auch emotionale Fragen und Statements zum Abbau und Transport. Moniert wurden Lärm, Emissionen, Geruchsbelästigung und der Lastwagenverkehr (die WZ berichtete in der Vorwoche vom Treffen der BI in Hungen-Steinheim).
13. November 2009, 18:02 Uhr
Oft in der Kritik: Geschäftsführerin Dr. Bettina Nickel.

Nidda-Ober-Widdersheim (dv). Am Donnerstag gab es im Dorfgemeinschaftshaus kaum einen freien Platz: Das Basaltwerk Nickel hatte zum Informationsabend eingeladen. Geschäftsführerin Dr. Bettina Nickel begrüßte die Besucher und kündigte an, die Bürger über geplante Veränderungen in Kenntnis zu setzen. Doch dabei blieb es nicht. Etliche Bürger hatten kritische und auch emotionale Fragen und Statements zum Abbau und Transport. Moniert wurden Lärm, Emissionen, Geruchsbelästigung und der Lastwagenverkehr (die WZ berichtete in der Vorwoche vom Treffen der BI in Hungen-Steinheim).

Der Abbau in Ober-Widdersheim werde zukünftig auch im Werk Unter-Widdersheim verarbeitet, berichteten die Werksvertreter. Das bedeute aber keine Kapazitätsausweitung. Für den Transport nach Unter-Widdersheim werde eine Straße gebaut, die auf einer Brücke über die Main-Kinzig-Bahn führe. Der Feldweg von Steinheim nach Ober-Widdersheim werde Sackgasse, für Radfahrer und Fußgänger werde ein Weg unter der Brücke gebaut. Eine Emissionsschutzpflanzung von 4,2 Hektar sei bereits angelegt, weitere 2,3 Hektar Ersatzfläche seien vorgesehen. 100 000 Euro habe man für ökologische Waldstilllegungen und Fledermausschutz aufgewendet. Zu den im Raum stehenden Vorwürfen über Lärmbelästigungen sagte der Technische Leiter Uwe Hank, 2006 seien die neue Halde und der Steinbrecher genehmigt worden. Ein weiteres Lärmgutachten sei in Auftrag gegeben und die betrieblichen Warneinrichtungen seien umgerüstet und leise geworden.

Zu Immissionen äußerte sich Diplom-Ingenieur Jochen Schmidt. Drei Filter und eine Nassstaubanlage arbeiteten und würden alle drei Jahre auf Einhaltung der Grenzwerte geprüft. Die Frachtwege würden nass gehalten, um Staub zu vermeiden. Beim Asphalt bestünden bei 160 Grad Verarbeitungstemperatur Dämpfe und Aerosole, die aber nicht gesundheitsgefährdend seien. Vier Institute seien zu diesem Ergebnis gekommen.

Gunter Schmidt (Steinheim) betonte als Vertreter der Bürgerinitiative, man wolle lediglich erreichen, dass die Lebensqualität in den umliegenden Ortschaften erhalten bleibe. Der vorgesehene Erdwall bei Steinheim sei ein positives Signal.

Geschäftsführer Norbert Heitzenröther erklärte, es sei schon viel getan worden, man halte sich an die Verträge mit Hungen.

Am nächtlichen Lärm entzündete sich die Diskussion. Die Aussage, das große Förderband laufe nachts nicht, wurde in Zweifel gezogen. Dass der ebenfalls kritisierte Bitumengeruch nicht vom Werk, sondern von den durchfahrenden Lkw komme, wurde nicht ernst genommen. Der Ton verschärfte sich, es prallte Meinung auf Meinung. Hank bot an, gemeinsam die Ursachen der Belästigungen aufzuspüren. Eine Ummantelung der nachts arbeitenden Steinbrecher sei nicht nur mit Kosten, sondern auch Erschwernissen für die Mitarbeiter verbunden.

Dass die Belästigungen in den letzten Monaten zugenommen hätten, liege am Konjunkturprogramm und der dadurch ausgelösten Nachfrage nach Asphalt. Das werde sich bald ändern. Die Belastung durch die Sprengungen in Unter-Widdersheim habe trotz einer Umstellung bezüglich Lautstärke und Anzahl zugenommen, erklärte ein Ehepaar. Dem wurde entgegnet, Messungen bei ihrem Haus seien im zulässigen Bereich gewesen, auch bleibe man bewusst unter den Grenzwerten.

Zum Vorwurf der zu vielen zu früh und zu schnell fahrenden Lastwagen durch Steinheim sagte Nickel, dass sie ihre Kunden auf die Situation hingewiesen hätten. Auch seien nur 30 Prozent der durch Steinheim fahrenden Lkw Fahrzeuge zum und vom Steinbruch.

Teilweise wurden die Aussagen aus dem Hause Nickel kritisch gesehen und es blieb einiges an Unzufriedenheit im Raum. Dennoch war der Schluss versöhnlich mit dem Beitrag eines Steinheimers, der zur Besonnenheit mahnte und zum Dialog aufrief.

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