06. November 2009, 20:44 Uhr

Vor allem die Laster und polternden Steine stören

Nidda/Hungen (dv). Etwa 70 Einwohner von Steinheim und den Widdersheim-Orten waren am Mittwochabend der Einladung einer Gruppe von Bürgern ins Steinheimer Bürgerhaus gefolgt, die sich durch Entwicklungen im Basaltwerk Ober-Widdersheim belästigt fühlen.
06. November 2009, 20:44 Uhr
Stein des Anstoßes: das Nickel-Förderband, von dem der Basalt in die Tiefe poltert. (Foto: dv)

Nidda/Hungen (dv). Etwa 70 Einwohner von Steinheim und den Widdersheim-Orten waren am Mittwochabend der Einladung einer Gruppe von Bürgern ins Steinheimer Bürgerhaus gefolgt, die sich durch Entwicklungen im Basaltwerk Ober-Widdersheim belästigt fühlen.

Für sie eröffnete Gunter Schmidt den Informationsabend. In den letzten Jahren hätten sich die Belästigungen durch das Basaltwerk verstärkt. Er nannte Lärm durch den Lastwagenverkehr in den Ortsdurchfahrten, Lärm durch herabfallende Basaltbrocken aus über zehn Meter Höhe von einem Förderband, Lärm von nicht ummantelten Steinbrechern, Gestank der Asphaltmischanlage sowie Verschmutzung durch Staubablagerungen. Wenn künftig die Verarbeitung von Ober- nach Unter-Widdersheim verlagert würde, sei eine Straße geplant mit einer Brücke über die Bahnlinie. Die liege dann in einer Höhe mit Schallfreiheit nach Steinheim.

Schmidt betonte, es gehe nicht gegen den Bestand des Basaltwerks. Vielmehr wolle man eine verbesserte Lebensqualität in den betroffenen Orten erreichen.

Maxi Rohrbach beklagte aus Unter-Widdersheimer Sicht Erschütterungsschäden durch Lkw und Sprengungen. Der Regierungspräsident habe an das Bergamt als zuständige Behörde verwiesen, man sei dort um Ausgleich bemüht. Neue Sprengmethoden hätten nach Aussage des Unternehmens eine Verbesserung bringen sollen, dies sei aber zumindest in der Wahrnehmung nicht der Fall und die Sprengungen hätten zugenommen. Schließlich verschlamme der durch die Berieselung gebundene Staub den Dorfbach.

Conny Gilbert und Thomas Kaiser beklagten Staub und Lärm rund um die Uhr, manchmal auch am Wochenende. Sie forderten die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte und Betriebszeiten, die Einhausung der lauten Anlagen und eine geringere Fallhöhe vom Förderband. Außerdem befürchten sie Giftstoffe in den Emissionen.

Fakten sollten gesammelt werden, um dann kompetent mit der Firma Nickel zu sprechen. Auch ein am Ortsrand wohnender Steinheimer plädierte dafür, das Gespräch zu suchen, um Kompromissmöglichkeiten abzuklopfen.

Ortsvorsteher Klaus Christ kritisierte den Zustand der Schutzpflanzung am Steuerwald. Einer zusätzlichen Maßnahme für die ersten Wachstumsjahre hatte das Forstamt nicht zugestimmt. Ein Gärtner bestätigte, dass die von der Behörde vorgeschriebenen Pflanzen als baldiger Lärmschutz ungeeignet seien.

Als wesentliche Punkte der Kritik kristallisierten sich die Fallhöhe der Steine vom Förderband und der Schwerlastverkehr durch die Ortschaften heraus. Letzterer störte weniger, war man sich einig, wenn sich die Fahrer an die Tempovorschriften hielten und die Fahrten sich auf die Tageszeit beschränkten.

Unterdessen hat das Unternehmen Nickel bereits die Bewohner der drei betroffenen Ortschaften zu einem Informationstermin am Donnerstag, 12. November, um 18 Uhr ins Bürgerhaus Ober-Widdersheim eingeladen.

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