21. Mai 2013, 18:48 Uhr

Jugendtheater: Wenn die Mamas verschwinden...

Münzenberg-Trais (akm). Auf die Suche nach ihren verschwundenen Müttern machten sich die »Traaser Schausteckerchen« im Bühnenkrimi »Kommissar Klotzigs schlimmster Fall«. Wie viel Talent in ihnen steckt, und dass Theaterspielen viel Spaß machen kann, bewiesen sie am Pfingstwochenende an drei Abenden.
21. Mai 2013, 18:48 Uhr
Die Spurensicherung »Spusi« findet Indizien, doch Kommissar Klotzig verfolgt die falsche Spur. (Foto: Kammer)

Wer entführt wohl die Traiser Mütter? Rätselhaft, diese Entführungsserie. Eine Mutti nach der anderen verschwindet, Kinder und Papas reagieren betroffen – egal, ob sie Pudel, Kieselstein oder Schreck heißen. Sie müssen mit der Ungewissheit fertig werden, dass die Mama und Ehefrau an einem unbekannten Ort steckt. Sie müssen auch alleine einkaufen, kochen, Hausaufgaben machen, frühstücken und Wäsche waschen. Als Kommissar Klotzig und Privatdetektiv Donald Dackel mit ihrem kriminalistischen Spürsinn nicht mehr weiterkommen, suchen die Kinder selbst – als »Rote Sechs«. Und es gibt ein Happy End: Die Spürnasen finden ihre Mütter wieder. Und die stellen fest, dass es ihnen beim Wellness-Urlaub sogar besser geht als zu Hause.

Viel zu lachen gab es, etwas zum Nachdenken und Spannung pur beim Kriminalstück für junge Leute. Ein Familienabend im Traiser Kulturhaus, bei dem auch die jüngeren Kinder aufmerksam vor der Bühne saßen, um den Schauspielern zuzusehen. Vom großen Besucherandrang war Detektiv und Jung-Schauspieler Lars Hoppe überrascht: »Es kamen immer mehr, und wir mussten noch mehr Stühle hinstellen. « Stolz berichtete er, dass sie alles selbst gemacht hatten – die Straßenkulisse und die gemalten Karten.

»Bitte kein Märchen« hatten die Schüler ihrer Regisseurin Stefanie Kerschner letzten Sommer als Wunsch mit auf den Weg gegeben. Unerwartet viele, rund 20 Interessierte zwischen neun und 17 Jahren, hatten sich nach einem Aufruf im Sommer gemeldet – aus Trais, Münzenberg und aus Eberstadt. Nicht leicht sei es gewesen, für so viele Akteure ein Stück auszusuchen, gab Regisseurin Stefanie Kerschner zu. Dann habe sie das Kriminalstück von Alexa Thiesmeyer mit Charme und Wortwitz gefangen genommen. Einfach alles habe gepasst: Umfang, Rollen und eine nicht sofort durchschaubare Handlung. Bei der Auswahl half ihre eigene Erfahrung beim Schauspielern mit den »Traaser Schausteckern«: Es musste alles realisierbar sein, auch die Kulissen.

Dem Publikum gefielen besonders die witzig-ironischen Seitenblicke auf kleine und große Menschen. Eine Traiser Mutter amüsierte sich über die satirische Darstellung der zurückgebliebenen Restfamilie: Als der Ermittler fragte, wann sie das Verschwinden denn bemerkt hätten, blieben die trockenen Worte von Vater und Kindern im Gedächtnis haften: »Es war kein Kaffee am Bett.« – »Es waren kein Kakao und keine Wurstbrote da.«

In der Rollenbesetzung kamen alle auf ihre Kosten: Die, die sich wenig oder viel Text wünschten, und die, die laut und frech oder leise auftreten wollten. Ob ratlose Väter, akribischer Ermittler der Spurensicherung, Kriminalkommissar und Verbrecher – die Jungen glänzten in den männlichen Rollen, und die 17-Jährigen spiegelten ihre Erfahrungen mit dem weiblichen Geschlecht. In die Rollen zu schlüpfen habe allen Teilnehmern sehr viel Spaß gemacht, sagten Stefanie Kerschner und ihre Regiekollegin Kerstin Nadler. Heike Sames von den »Traaser Schausteckern« würdigte jeden einzelnen Schauspieler auf der Bühne. Nach dem gelungenen Auftakt am Freitag mit einem »Höhenflug« machte sich an den folgenden Abenden die Aufregung breit, denn gleich drei Rollen waren kurzfristig umzubesetzen. Trotz Nervosität habe die junge Truppe die neue Situation aber sehr gut gemeistert, erzählte die Regisseurin.

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