25. Mai 2010, 10:02 Uhr

Über 8000 Besucher beim Mittelalter-Fest

Münzenberg (bd). An den Pfingsttagen war die Burg Münzenberg, das »Wetterauer Tintenfass«, wieder einmal Anlaufpunkt für viele Freunde des mittelalterlichen Lebens, für Liebhaber von Minnesang, ritterlichem Kampfe, buntem Markttreiben und »Tandaradey«.
25. Mai 2010, 10:02 Uhr
Zu den Klängen von Dudelsack, Trommel und Harfe zeigt das »Ensemble stante pede« mittelalterliche Volkstänze im Innenhof der Burg.

Zum wiederholten Male hatte die »Freye Ritterschaft« der Burgenstadt zu ihrem »Mittelalterlichen Spektakulum« eingeladen. Die Sonne meinte es gut mit den Rittersleuten, und so gaben sich von Samstag bis Montag laut Veranstalter über 8000 Burgbesucher die Klinke der Eingangspforte in die Hand und pilgerten hinauf in den Innenhof der mächtigen Stauferruine. Entsprechend erschöpft waren Vereinshelfer und Akteure am Ende der drei »tollen« Tage.

Im Innenhof der Burg empfing eine mächtige Stimme die Ankömmlinge. Ein in authentisches Gewand gehüllter Herold gab kund, was alles an mittelalterlichen Besonderheiten auf die Besucher wartete. Troubadoure und Musikgruppen sorgten für die zeitgenössische Vertonung, Tanzgruppen zeigten ihre Schreittänze zu anmutigen Klängen, stolze Ritter, verwegene Schwertkämpfer und holde Frauen schritten umher.

Viele Kinder ließen sich vom Programm und den Angeboten verzaubern. Bogenschützen ihre Pfeile schwirren. Eine Märchenerzählerin wusste wundersame Geschichten zu berichten, mittelalterliche Runen wurden verlesen, ein Goldschmied und ein Korbflechter zeigten ihre Künste. Durch die Lüfte waberten allerlei köstliche Gerüche von Met und Fleisch. Ein eiserner Schandkorb öffnete sich für unehrenhafte Besucher (und für alle, die einmal in luftiger Höhe ihre Strafe absitzen wollten). An mehreren Ständen gab es Ritterkleidung (nicht nur Kettenhemden, auch Leichteres) zu kaufen.

An den Tagen um Christi Himmelfahrt feierten alte Kinderspiele feierlich »Urständ« (althochdeutsch für »Auferstehung«), das mittelalterliche Markttreiben zog die Besucher in seinen Bann. Am Westturm maßen tapfere Recken ihre Kräfte bei Schwertkämpfen. Die wurden besonders heftig, als die polnischen Ritter die Klingen zur Hand nahmen. Wem der Trubel zu viel wurde, suchte sich ein ruhiges Plätzchen, ließ das Treiben auf sich wirken oder schaute von den Zinnen der Burg und vom Besucherturm herab auf die gelben Rapsfelder, die grünen Wiesen und die bläulich schimmernden Wälder der nördlichen Wetterau.

Derweil zog ein unablässiger Strom von Besuchern die Fußwege zur Burg hinauf. Viele nutzten die Gelegenheit, nach den Heerlagern zu sehen, die um die Burg verteilt waren. Auf den Wiesen waren etwa 170 Zelte aufgebaut, in denen die meisten der Akteure nächtigten.

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