23. März 2010, 17:44 Uhr

Mahlers »Adagietto« und Millers »In the Mood«

Münzenberg (pm). Ausverkauft war das »Kulturhaus Alte Synagoge«, als das Saxophonquartett »Saxism« um 20 Uhr die Bühne betrat. Unter dem Motto »Jazz meets Classic« hielten die vier Saxophonisten ein breites Repertoire bereit. Nach dem Eröffnungsstück erheiterte und informierte der Vorsitzende des Freundeskreises Burg und Stadt Münzenberg, Uwe Müller, mit einer witzigen Einführung zum Saxophon das Publikum in seiner Begrüßung.
23. März 2010, 17:44 Uhr
Jeder für sich und alle zusammen ein Hör-Erlebnis: »Saxism«. (Foto: pv)

Für das Konzert hatte das Quartett zwei Stücke von »Geburtstagskindern« ausgewählt: das sehr anspruchsvolle »Adagietto« aus der 5. Symphonie von Gustav Mahler und aus Robert Schumanns Kinderszenen die berühmte »Träumerei«. Dazwischen platzierte das Ensemble die »Bohemian Rhapsody« von »Queen«, die symphonische Satztechniken mit Popmusik verbindet. Das vom Tenor-Saxophonisten Alexander Fischer stammende Arrangement wurde mit rhythmischem Klatschen im Rockteil begleitet.

Mit dem schwungvollen St.-Louis-Blues wurde das noch immer schnipsende Publikum in die Pause zu Häppchen und Getränken verabschiedet. Eine musikalische Reise durch die Geschichte des Jazz unterhielt die Zuhörer im zweiten Teil. In der Ballade »Quark« des Engländers Mike Mower konnte Alt-Saxophonist Oliver Völzel sein Einfühlungsvermögen und seine Klangkultur unter Beweis stellen. Martin Zörb, der sowohl Sopran-Saxophon spielte als auch moderierte, informierte unterhaltsam über die musikgeschichtlichen Ereignisse der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Amerika. Mit dem schwungvollen Dixie »Bill Bailey« amüsierte das Quartett die Zuhörer und animierte zum Mitschnipsen beim »Blue Monk« des Afro-Amerikaners Thelonious Monk, bei dem Zörb sein Können in Jazzimprovisation unter Beweis stellte.

George Gershwin lieferte mit »Liza« ein weiteres Highlight. Mit »Everybody needs somebody to love« - bekannt durch die Rolling Stones und die Blues Brothers - und Irving Berlins Klassiker »Puttin’ on the Ritz« zündete das Quartett noch einmal zwei Feuerwerke, die das Publikum zu lang anhaltendem Applaus motivierten. Besonders Bariton-Saxophonist Bernd Niesner glänzte hierbei durch den stampfenden Groove.

Uwe Müller und Bürgermeister Hans Jürgen Zeiß dankten den Musikern als Vertreter der Veranstalter Freundeskreis und Stadt und gaben dann die Bühne frei für zwei Zugaben: »In the Mood« von Glenn Miller und »The Ballad of Bonnie and Clyde«, mit dem ein beeindruckendes Konzert endgültig endete.



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