20. Januar 2015, 19:13 Uhr

Nordumgehung: Erste Rate ist gesichert

Karben (pe). Es ist kalt, eine leichte Schneedecke hat sich über die Landschaft gelegt und damit auch über die drei Baustellen für die Nordumgehung Groß-Karben. Die Arbeiten ruhen, die großen Maschinen stehen still. Nach der Weihnachtspause sind die Arbeiten noch nicht wieder aufgenommen worden. Sie liegen nicht mehr im Zeitplan
20. Januar 2015, 19:13 Uhr
Ruhe ist auf den Baustellen für die Nordumgehung. Hier der Blick vom künftigen Knotenpunkt mit der K 246 ins Tal, wo der Einschnitt für die Straße schon deutlich zu sehen ist. (Foto: Holger Pegelow)

Im Oktober hatte dies noch anders ausgesehen. Da hatte die federführende Landesstraßenbaubehörde noch das Gegenteil mitgeteilt. Bürgermeister Guido Rahn hatte kurz vor der Weihnachtspause einen Rückstand von etwa zwei Monaten genannt. Warum die Arbeiten im Zeitverzug sind, dazu konnte gestern niemand etwas sagen. Die Anfrage der WZ wurde bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe von Hessen Mobil nicht mehr beantwortet.

Dafür gibt es eine für die Stadt erfreuliche Mitteilung seitens des Landes: Die erste Rate für die Rückzahlung der von der Stadt vorfinanzierten Bauarbeiten steht im Landeshaushalt. Das sind nach Angaben des städtischen Pressesprechers Hans-Jürgen Schenk genau 4,35 Millionen Euro. »Im Landeshaushalt 2015 sind die Mittel veranschlagt, sodass wir die Zahlungen auch erhalten. Fraglich ist nur der Zeitpunkt.«

Wie berichtet, bauen die für die Stadt so wichtige nördliche Umfahrung Groß-Karbens das Land Hessen und der Wetteraukreis gemeinsam. Die 3,2 Kilometer lange Strecke beginnt an der B 3 am Berufsbildungwerk, überbrückt die Eisenbahnlinie und die Nidda und mündet schließlich in die Kreisstraße 246 vor Groß-Karben. Sie soll Ende kommenden Jahres fertiggestellt sein.

Die Gesamtkosten betragen rund 20 Millionen Euro, rund 3,5 Millionen Euro mehr, als ursprünglich veranschlagt. Die Stadt finanziert 17,4 Millionen Euro vor, Geld, das sie sich laut Bürgermeister zinsgünstig besorgt hat. Im Jahr 2014 hat die Stadt 4,7 Millionen Euro ans Land gezahlt. Ab diesem Jahr überweist die Stadt jedes Quartal
1,4 Millionen Euro ans Land, erhält von dort aber in einer Rate knapp ein Drittel des vorfinanzierten Geldes zurück, in den beiden Folgejahren dann jeweils die weiteren beiden Drittel. Der Anteil des Wetteraukreises an den Baukosten beträgt rund 2,7 Millionen Euro.

Im Jahr 2012 hatte die Stadt Karben mit dem damaligen Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) und mit Unterstützung des damaligen Wirtschaftsministers Dieter Posch (FDP) ausgehandelt, dass der Bau dadurch gesichert und beschleunigt werden kann, dass die Stadt vorfinanziert. Die mit dem Land Hessen ausgehandelte »Verwaltungsvereinbarung zur Vorfinanzierung der Bau- und Grunderwerbskosten des Landes Hessen durch die Stadt Karben«, so der offizielle Titel, sah einen Finanzierungsvorbehalt durch den Landtag vor, welcher jedes Jahr neu über die Auszahlung der Teilsumme zu beschließen hat. Der heimische FDP-Landtagsabgeordnete Jörg-Uwe Hahn hatte zugesichert, dass er auch in den folgenden Jahren ein Auge darauf haben wolle, dass diese Gelder in den Haushalt eingestellt werden, damit Karben sein vorausgelegtes Geld vertragsgerecht zurückerhält.

Der heimische FDP-Vorsitzende Oliver Feyl freut sich, dass der Vertrag noch mit der schwarz-gelben Landesregierung geschlossen wurde. »Wir bezweifeln, dass sich die Nordumgehung trotz der breiten Zustimmung in der Bevölkerung unter einem grünen Wirtschaftsminister so schnell hätte realisieren lassen können.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • CDU
  • Dieter Posch
  • Euro
  • FDP
  • Groß-Karben
  • Guido Rahn
  • Hessen Mobil
  • Jörg-Uwe Hahn
  • Thomas Schäfer
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos