04. Juni 2013, 13:18 Uhr

13. Rosenfest lockt zahlreiche Interessierte auf den Hang

Karben (dit). Zum 13. Rosenfest baten die Freunde des Rosenhangs am Sonntag. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung. Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen feierten sie mit Initiator Ralf Berster das 20-jährige Bestehen des Refugiums für historische Rosen.
04. Juni 2013, 13:18 Uhr
Die »Stadt Liegnitz«-Rose trägt zwar nur wenige Blüten, Karl-Heinz Phieler und Annelies Kehl aus Allendorf/Lumda sind trotzdem begeistert vom von Ralf Berster (r.) bepflanzten Rosenhang, den sie alljährlich mehrmals besuchen. (Foto: Ditscher)

Im Namen des bei der Feier mitwirkenden Sing- und Musizierkreises für Senioren gratulierte dessen Leiter Fritz Amann. Er betonte, dass Ralf Berster eine sinnvolle und nachhaltige Arbeit geleistet und mit dem Rosenhang ein »Juwel« für die Karbener Bürgerinnen und Bürger geschaffen habe. »Dafür sagen wir Dank«, so Amann.

Die Freude über den Geburtstag und das Gespräch über den Rosenhang solle und dürfe aber kein Schweigen über das Unbegreifliche sein, das vor einer Woche in Karben öffentlich geworden sei. »Ein Laden der Identitären Bewegung, die offen islamfeindlich auftritt, wurde in der Bahnhofstraße direkt neben dem muslimischen Gemeindezentrum eingerichtet.« Den Mitstreitern des Sing- und Musizierkreises sei bewusst, dass die größte Katastrophe der Menschheit mit Ausgrenzung begonnen habe, unterstrich er und zitierte aus Berthold Brechts Gedicht »An die Nachgeborenen«. Zum harmonischen Miteinander rief der Sing- und Musizierkreis mit dem Lied von Clemens Bittlinger »Wir wollen aufstehn, aufeinander zugehn, voneinander lernen, miteinander umzugehen« auf.

Harmonisch und melodisch verliefen die nächsten Stunden. Die Gäste ließen sich Rosensekt, alkoholfreie Holunderbowle und vegetarische Vollwertkost munden. Sie lauschten der Instrumentaldarbietung von Pfarrer Michael Neugber, Beate Hoffarth und Almuth Schlums. Das Gitarren-Trio interpretierte unter anderem die altbekannte Weise »Sah ein Knab ein Röslein stehn« sowie Kompositionen von Telemann und weitere barocke Weisen. Zwischen die Musik streute Monica Keichel lyrische Gedanken über die »Königin der Blumen«.

Ralf Berster führte auf engen, verschlungenen Pfaden durch die von Vogelgezwitscher erfüllte Anlage. Er informierte, dass am großen Rosenhang primär alte Sorten wie Gallica-, Alba-, Damaszener- und Zentifolien-Rosen wachsen. Oftmals machte er Halt, um interessante, mit einer spezifischen Sorte verknüpfte Geschichten zu berichten.

Die Gäste erfuhren auch, wie die Idee zur Bepflanzung des 5000 Quadratmeter großen Grundstücks entstand. »Vor mehr als 20 Jahren habe ich meine Liebe zu alten Rosen entdeckt«, erzählte Berster. Während eines Aufenthaltes in Eltville hätte er in der dortigen kurfürstlichen Burg den Rosengarten besucht. »Er ist wunderschön«, schwärmte Berster.

Er habe daraufhin begonnen, über Rosen zu lesen, sie zu kaufen und in seinem Garten anzupflanzen. Bald habe er festgestellt, dass es im Garten recht eng wurde. »Als ich dann einmal hier oben auf einer Bank saß und auf die Wiese blickte, die damals zweimal jährlich von der Stadt gemäht wurde, dachte ich, dass es schön wäre, soviel Platz zu haben.« Er habe sich mit der Stadt in Verbindung gesetzt, die
Idee sei positiv aufgenommen worden.

Bereits in der ersten Pflanzsaison im Herbst 1993 setzte Berster etwa 300 Rosenstöcke, mittlerweile sind es rund 550. Viele Jahre wurde die naturnahe Oase vom Initiator allein bewirtschaftet. Für die Durchführung von Pflegemaßnahmen konnte Rosemarie Kärcher-Schack von der Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur inzwischen eine Gruppe der Diakonie Karben gewinnen. Auf Initiative von Stefan Rücker kam der Freundeskreis Rosenhang Karben hinzu. Häufig besuchen Schulklassen und Kindergartengruppen die Anlage, die auch von Fachleuten und Rosenliebhabern geschätzt wird.

Karl-Heinz Phieler aus Allendorf/Lumda erzählte: »Seit ich durch einen Bericht in der Gießener Allgemeinen Zeitung vom Rosenhang erfahren habe, komme ich mehrmals im Jahr her. Es ist wunderschön hier.« Immer wieder erfreut er sich an der purpurroten »Gartenstadt Liegnitz«-Rose. Dass sie in diesem Jahr erst einzelne wenige Blüten entfaltet hat, ist laut Berster auf die kühle Witterung zurückzuführen. »In Kürze dürften sich die Blüten explosionsartig öffnen«, vermutete er.



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