15. Januar 2013, 10:28 Uhr

Schläge im Nachtbus: Karbener verdächtig

Bad Vilbel/Karben (pe). Randale im neuen Nachtbus von Frankfurt nach Karben: Die Polizei verdächtigt einen 18-Jährigen, den Busfahrer geschlagen und in die Kasse gegriffen zu haben. Außerdem schlitzten Jugendliche mit einem Messer einen der Sitze auf.
15. Januar 2013, 10:28 Uhr
Der Nachtbus n33: Wenige Wochen nach seinem erfolgreichen Start haben sich darin Straftaten ereignet. (Foto: Michel)

Während der Zeit wurden Videoaufnahmen gemacht, die DVD will die Polizei noch auswerten, um dem Täter oder den Tätern auf die Spur zu kommen. Das Image des so gut gestarteten Nachtbusses hat dadurch erheblichen Schaden genommen. Diese nach Meinung von Karbens Stadtsprecher Ekkehart Böing »unschönen Vorfälle« könnten für die Jugendlichen noch ein unliebsames Nachspiel haben: Die Inhaberin des mit dem Nachtbusverkehr beauftragten Unternehmens Eberwein, Ingeborg Strehl, kündigte gegenüber der WZ an: »Wenn sich ein derartiger Vorfall wiederholt, werden wir die Nachtbusfahrten nicht mehr durchführen.«

Nach Schilderung von Polizeisprecher Jörg Reinemer kam es am Samstag gegen 4.20 Uhr in dem Bus der Linie n33, der von Frankfurt nach Karben unterwegs war, zu gleich mehreren Straftaten. Der Fahrer des Busses hatte die Polizei informiert. Demnach würde es zu Problemen mit mehreren Jugendlichen kommen. Dabei sollen Personen das Sitzpolster des Fahrzeuges beschädigt haben. Auch solle ein Unbekannter den Busfahrer sowie einen Zeugen geschlagen haben. Diese unbekannte Person solle zuvor Münzgeld aus der Buskasse entwendet haben und anschließend geflüchtet sein.

Es stellte sich heraus, dass sich in dem Bus, den der Fahrer aufgrund der Vorkommnisse in der Friedberger Straße in Dortelweil gestoppt hatte, noch 13 Personen befanden. Von allen Personen stellten die Polizeibeamten die Personalien fest.

Vorwürfe gegen Polizei

Der mutmaßliche Schläger und Dieb habe zunächst nicht angetroffen werden können. Er erschien laut Reinemer jedoch wenig später wieder in der Nähe des Busses. Es stellte sich heraus, dass es sich bei dem Verdächtigen um einen 18-Jährigen aus Karben handelt. Gegen ihn wurden Verfahren wegen Verdachts der Körperverletzung und des Diebstahls eingeleitet. Unklar ist den Beamten noch, wer die Sachbeschädigung begangen hat. Hierzu sollen unter anderem die Videoaufnahmen ausgewertet werden. Die zuständige Polizeistation bittet auch um weitere Hinweise unter der Telefonnummer 0 61 01/5 46 00.

Busunternehmerin Strehl bestätigte, dass der Fahrer »eine abgekriegt« habe, also geschlagen wurde. Eine junge Frau habe allerdings durch beherztes Eingreifen verhindert, dass Geld aus der Kasse gestohlen wurde. Strehl ist empört über die Polizei. »Es hat fast eine Stunde gedauert, bis die Streifen da waren, das ist viel zu lang.« Bei der Amtsleitung der zuständigen Polizeistation in Bad Vilbel sei »niemand dran gegangen«. Daraufhin habe sie den Notruf betätigt, der von Burg-Gräfenrode aus in Friedberg bei der Polizei auflaufe. Dort habe »Gott sei Dank« der frühere Karbener Schutzmann vor Ort, Frank Bopp, Dienst gehabt, der dann veranlasst habe, dass Polizeistreifen zu dem Bus gefahren seien.

Im Zusammenhang mit dem nächtlichen Einsatz am Bus erhebt Strehl einen schweren Vorwurf gegen die Beamten: Eine Streife habe neben dem gestoppten Bus gehalten, sei dann aber weitergefahren. »Das ist auf dem Video eindeutig zu erkennen«, ist die Busunternehmerin empört.

Zeitgleiche Einsätze

Polizeisprecher Reinemer hatte zwar dafür am gestrigen Nachmittag keine Erklärung, sehr wohl aber dafür, dass es lange Zeit gedauert hat, bis die Streifen an dem Bus eintrafen. Der Polizei sei nur kurz vorher ein Einbruch in den Tegut-Markt in Bad Vilbel gemeldet worden. Daraufhin seien alle verfügbaren Kräfte zum Umstellen des Marktgeländes benötigt worden. Man habe auch zwei Tatverdächtige festnehmen können (siehe unten). Aufgrund dieser Zeitgleichheit der Taten und der Dringlichkeit des Einsatzes bei Tegut habe man keine Streife vom Lebensmittelmarkt abziehen können. Reinemer kündigte an, man werde den Vorwürfen der Unternehmerin nachgehen.

Die kündigte gegenüber der WZ schon mal an, dass sie die Nachtbusfahrten einstellen werde, falls sich ein derartiger Vorfall nochmals wiederhole. Sie habe eine Verantwortung für die Gesundheit ihrer Fahrer. Der Fahrer, der am kommenden Wochenende die Busse lenken sollte, »hat bereits abgewunken«.



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