03. Mai 2012, 19:28 Uhr

Vertrag zur Nordumgehung unterzeichnet

Karben (pe). »Heute ist einer der wichtigsten Termine für diese Stadt seit vielen Jahren.« Das sagte Bürgermeister Guido Rahn im Trausaal des Degenfeldschen Schlosses kurz vor der Unterzeichnung der »Verwaltungsvereinbarung zur Vorfinanzierung der Bau- und Grunderwerbskosten des Landes Hessen durch die Stadt Karben«.
03. Mai 2012, 19:28 Uhr
Der große Moment für Groß-Karben: Die Verwaltungsvereinbarung zum Bau der Nordumgehung unterzeichnen (v. r.) Stadtrat Otmar Stein, Bürgermeister Guido Rahn und der Präsident von »Hessen Mobil«, Burkhard Vieth. (Foto: Pegelow)

Rahn und sein Stellvertreter, Stadtrat Otmar Stein, nahmen gemeinsam mit dem Präsidenten von »Hessen Mobil«, Burkhard Vieth, diesen formalen Akt vor, mit dem zwischen Stadt und Land vertraglich festgeschrieben ist, dass die 16 Millionen Euro teure Nordumgehung von der Stadt vorfinanziert wird; die Kosten werden dann vom Land innerhalb von drei Jahren erstattet. Mitglieder der Bürgerinitiative »Nordumgehung jetzt!« sowie zahlreiche Vertreter aus Politik und Verwaltung waren erschienen, um bei der Unterzeichnung dabei zu sein.

Rahn informierte, dass die Geschichte dieser Straße bis ins Jahr 1971 zurückreiche. Aus diesem Jahr datiere der erste Eintrag in den Verwaltungsunterlagen der Stadt. 1973 sei die Straße in den Flächennutzungsplan aufgenommen worden. »Ich hoffe, dass es beim Bau deutlich zügiger vorangeht als bei der Planung«, sagte das Stadtoberhaupt.

Er hob außerdem den Einsatz der BI hervor. Meistens bildeten sich Bürgerinitiativen gegen etwas, hier habe sich eine BI für etwas gebildet und sich sehr stark für die Straße engagiert. »Wir als Stadt werden auch Wort halten: Der Lärmschutzwall für die Anwohner wird errichtet.« Damit seien alle rechtliche Bedenken beseitigt. Rahn spielte damit auf die Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss an. Letztlich wurde mit den Klägern aber eine Einigung erreicht und der von der Stadt zugesagte und finanzierte Lärmschutzwall festgeschrieben

Karben sei die einzige Stadt in Hessen, die eine Straße vorfinanziert, aber die Zeit dränge, weil man mit der Dorferneuerung in Groß-Karben vorankommen wolle, so Rahn weiter. Er erwähnte des weiteren, dass es im Stadtparlament eine sehr breite Mehrheit für diese Straße gebe. Über 90 Prozent der Stadtverordneten hätten der Verwaltungsvereinbarung zugestimmt, was zeige, dass das Projekt in der Stadt auf große Zustimmung stoße und sehr wichtig sei.

Der Präsident von »Hessen Mobil«, Vieth, sagte, in Hessen gebe es Baumaßnahmen, die noch länger dauern oder die letztlich nach jahrelanger Vorplanung ganz scheitern. Für das Groß-Karbener Projekt hoffe man, dass die Experten nicht noch auf große archäologische Funde treffen, von denen es in der Wetterau ja viele gebe. Nur das würde das Projekt noch verzögern, ansonsten rechne man mit einer Bauzeit von vier Jahren.

Mit der Vertragsunterzeichnung sei der Grundstein für den baldigen Baubeginn gelegt, »der voraussichtlich im Herbst stattfinden wird«, so das Präsident weiter, der gestern den erkrankten hessischen Verkehrsminister Dieter Posch vertrat, der eigentlich zur Unterzeichnung hatte kommen wollen.

Wie Vieth erläuterte, würden die Anwohner in der Ortsdurchfahrt künftig bis zu 70 Prozent vom Durchgangsverkehr entlastet. Das Verkehrsaufkommen in der Bahnhofstraße zwischen Gehspitze und Gewerbegebiet werde sich laut Prognosewert von 12 500 Fahrzeugen pro Tag und im Ortskern von Groß-Karben sogar von 13 400 Fahrzeugen pro Tag auf etwa 4500 Fahrzeuge verringern. Die Umgehung im Zuge der Landesstraße 3351 und der Kreisstraße 246 wird eine Länge von rund 3,2 Kilometern haben. Es werden zwei Brückebauwerke, eine Überführung der DB-Strecke sowie eine Unterführung der Nidda erforderlich, wie aus den Unterlagen von »Hessen Mobil« hervorgeht. Die Gesamtkosten sollen rund 16,2 Millionen Euro betragen.

Nach der Vertragsunterzeichnung, an der der größte Teil der Magistratsmitglieder, Stadtverordnetenvorsteherin Ingrid Lenz, die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD, Mario Beck und Thomas Görlich, sowie als Vertreter des Wetteraukreises, Kreisbeigeordneter Detlev Engel, teilnahmen, schloss sich Sektumtrunk mit kleinen Häppchen an. Die Mitglieder der BI »Nordumgehung jetzt!« zeigten sich »überglücklich«. Am Rande erklärten Hans-Joachim Kuhl, der auch Ortsvorsteher von Groß-Karben ist, Harald Ruhl und Peter Mayer, das sei ein Ergebnis, das gefeiert werden müsse. Man sei »überglücklich und erfreut, dass unsere Arbeit gefruchtet hat«. Sie erinnerten daran, dass man zwei Demonstrationen veranstaltet, 3000 Unterschriften gesammelt und 600 Briefe an verschiedene Einrichtungen geschickt habe. Zudem habe man im Ortskern rund 70 Schilder mit der Aufschrift »Nordumgehung jetzt!« aufgestellt. »Der einzige Sinn war, das Straßenprojekt beim Land Hessen nach oben zu bringen, und das ist uns gelungen.«

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