16. April 2012, 19:48 Uhr

Richtfest für generationsübergreifendes Gebäude

Karben (jas). Für die neue Kindertagesstätte mit Seniorenwohnungen im Stadtzentrum ist jetzt Richtfest gefeiert worden. Während der Veranstaltung haben Bürgermeister Guido Rahn und Stadtrat Otmar Stein mitgeteilt, dass man voll im Zeitplan liege.
16. April 2012, 19:48 Uhr
Hoch oben auf dem Baugerüst verliest Rainer Böckel den Richtspruch für die neue Kita in der Stadtmitte. Rohbau und Dachstuhl des ersten generationsübergreifenden Gebäudes in Karben sind fertig. (Foto: Stavenow)

Nur Erfreuliches gab es für Bürgermeister Guido Rahn und Stadtrat Otmar Stein am gestrigen Montagnachmittag beim Richtfest für das erste generationsübergreifende Gebäude der Stadt in der Luisenthaler Straße zu berichten. »Wir liegen mit den Arbeiten genau im Zeitplan. Bei den Kosten konnten wir mit 1,9 Millionen Euro sogar etwas unter dem veranschlagten Rahmen bleiben«, informierte Rahn.Wie für diesen Zeitpunkt vorgesehen sind die Rohbauarbeiten abgeschlossen, und der Dachstuhl ist errichtet. Nach alter Tradition stieg Zimmermann Rainer Böckel aus Nidda-Michelnau auf das Baugerüst, um den Richtspruch zu verkünden, Gottes Segen für das Haus zu erbitten und durch das Zerschlagen eines Glases Glück heraufzubeschwören. »Der Einzugstermin September steht«, sagte Stein. Die 20 Betreuungsplätze für unter Dreijährige sind bereits alle vergeben.

Der Neubau mit der Hausnummer 20 wird jedoch nicht nur Platz für insgesamt 45 Kleinkinder bieten, sondern auch ältere Karbener finden in sechs über der Kita liegenden Wohnungen ein neues Zuhause. Vier Wohnungen mit fast identischem Grundriss befinden sich im zweiten Obergeschoss. Sie sind zwischen 57 und 60 Quadratmeter groß. Zwei weitere Appartements mit einer Wohnfläche von etwa 100 Quadratmetern können im Dachgeschoss bezogen werden. Auf Wunsch von Interessenten – derzeit stehen
22 auf der Liste – hatte der Leiter des Hochbauamtes, Peter Rhein, der das Gebäude geplant hatte, den Grundriss noch einmal verändert und statt vier kleinerer zwei große Wohnungen geschaffen. »Das war kein Problem. Die Grundrisse sind sehr variabel«, so Rhein. Bauleiter für die neue Kita in der Stadtmitte, für die im Oktober 2011 die Erdarbeiten begonnen hatten, ist Ulrich Felber.

Zugang zum Gebäude haben die neuen Mieter über einen separaten Eingang an der Gebäuderückseite. Über die Treppe oder per Fahrstuhl gelangen sie dann aus dem Zwischenbau zu ihren Wohnungen, von denen vier einen kleinen Balkon haben. Auch an Abstellmöglichkeiten für Rollatoren und Rollstühle haben die Planer gedacht. Das Haus, das auf einem 2000 Quadratmeter großen Areal errichtet wurde, ist voll unterkellert.

Die 20 Kleinkinder, die ab einem Alter von zwölf Monaten aufgenommen werden, finden ihr Domizil im Erdgeschoss und im ersten Stock des linken Gebäudeflügels. Die älteren Kindergartenkinder hingegen haben ihren Gruppenraum im rechten Teil des Gebäudes. Für diese Gruppe will die Stadt nicht sofort alle Plätze vergeben. »Wir werden nur etwa die Hälfte der Plätze besetzen. So haben wir ein wenig Luft, um die Kinder, die aus den U3-Gruppen hinauswachsen, übernehmen zu können«, erläuterte Rahn.

Was den Betreiber angeht, so hat die Stadt mittlerweile eine Vorentscheidung getroffen. »Wir haben am 30. April ein Gespräch mit dem Kinderzentrum Kunterbunt aus Nürnberg«, sagte Rahn. Der freie Träger »Terminal for Kids«, der ebenfalls noch im Rennen war, sei »zweite Wahl«, so Rahn. Das Kinderzentrum Kunterbunt werde Öffnungszeiten anbieten, die sich weitgehend an die der städtischen Einrichtungen angleichen. »Mindestens von 7 bis 17 Uhr, eventuell auch bis
18 Uhr«, so das Stadtoberhaupt.

Auf die pünktliche Fertigstellung des Gebäudes hoffen jedoch nicht nur die Kindergartenkinder, sondern auch die neuen Mieter. Bald in eine der seniorengerechten Wohnungen einziehen zu können, darauf setzt Marianne König aus Okarben, die gestern mit zwei Bekannten zum Richtfest gekommen war. Das Reihenhaus, in dem sie wohne, sei für sie allein zu groß, das Treppensteigen falle ihr schwer. »Ich brauche unbedingt eine Wohnung mit Aufzug«, sagte sie. Gut gefalle ihr die zentrale Lage des neuen Gebäudes in der Luisenthaler Straße. »Ich gehe gern ins Schwimmbad, und die Einkaufsmöglichkeiten sind nah.« Dass Senioren und Kinder zusammen ein Haus nutzen, findet die Okarbenerin, die selbst keine Enkel hat, ebenfalls gut.



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