21. September 2011, 13:35 Uhr

Notrufsäulen statt Videoüberwachung?

Karben (pe). Gibt es am Groß-Karbener Bahnhof bald zwei Notrufsäulen statt der seit Jahren diskutierten Videoüberwachung ? Zumindest ist das einer der Punkte, die bei einem abendlichen Treffen von Mitgliedern der Polizei und Ordnungsbehörden, der Deutschen Bahn und der Stadtverordnetenversammlung besprochen werden sollen.
21. September 2011, 13:35 Uhr
Statt einer Videoüberwachung des Park-und-Ride-Platzes und des Bahnhofsvorfeldes sind nun offenbar Notrufsäulen im Gespräch. (Foto: Pegelow)

Dieses Abendtreffen soll nach Angaben von Bürgermeister und Ordnungsdezernent Guido Rahn »noch in diesem Jahr stattfinden«. Die »Ortsbegehung im Dunkeln« soll Aufschluss darüber bringen, wie das subjektive Sicherheitsgefühl im Bahnhofsumfeld verbessert werden kann.

Vergangene Woche hatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Treffen von Magistrat, Stadtverwaltung, den Vorsitzenden der im Stadtparlament vertretenen Fraktionen sowie den Polizei- und Ordnungsbehörden stattgefunden. Hier sollte es um die in Juristenkreisen allerdings umstrittene Videoüberwachung am Bahnhof gehen. Wie bereits mehrfach berichtet, war ursprünglich angedacht, drei Videokameras zu installieren, die den Park-und-Ride-Platz, die Fahrradständer und die Unterführung filmen sollten. Damit sollten das Sicherheitsgefühl gestärkt und gleichzeitig eine Möglichkeit geschaffen werden, eventuelle Straftaten aufzuklären. Der städtische Hausjurist hatte im Vorfeld aber bereits auf die herrschende Rechtsprechung verwiesen, die nur in eng begrenzten Fällen eine solche Überwachung zulasse.

»Große Bedenken«

»Insgesamt gibt es große Bedenken gegen eine solche Videoanlage«, fasste Bürgermeister Rahn die Diskussion in der Runde zusammen. Zwar könnte eine Anlage dann installiert werden, wenn die Polizei den Bahnhof und dessen Umfeld zum Kriminalitätsschwerpunkt erklären würde, aber die Anlage müsste alle zwei Jahre überprüft werden. »Dann besteht die Gefahr, dass wir sie wieder abbauen müssen«, so Rahn. »Und das würde beide Male Geld kosten.«

Vielmehr sei die Idee von Notrufsäulen diskutiert worden. Solche Säulen könnten in Gefahrensituationen sowohl von Menschen, die einer gefährlichen Situation ausgesetzt seien, als auch von Zeugen ausgelöst werden. Man könne damit ein Alarmsignal auslösen, aber auch die Notrufzentrale bei der Polizei anrufen.

Wie das Stadtoberhaupt auf Anfrage der Wetterauer Zeitung weiter sagte, seien auch die Forderungen aus dem SPD-Antrag Inhalt der Diskussion gewesen. Wie berichtet, hatte die Oppositionspartei zur letzten Stadtverordnetensitzung einen Antrag eingebracht, der Magistrat solle einen Maßnahmenkatalog erarbeiten, um das Sicherheitsgefühl am Bahnhof zu stärken. Dazu gehören eine »Anpassung« der Öffnungszeiten der Ordnungspolizei im alten Bahnhofsgebäude, regelmäßige Streifengänge, Prüfung von gestalterischen Maßnahmen wie Rückschnitt des Grüns, eine »Notinsel« für Kinder sowie eine Überprüfung der vorhandenen Beleuchtung.

Die regierende bürgerliche Mehrheit hatte diesen Antrag zwar abgelehnt, aber der Bürgermeister auf das jetzt stattgefundene Gespräch verwiesen. In der Runde könnten die Themen angesprochen werden.

Rahn sagte des Weiteren, man habe in den Akten zum Gesprächskreis Prävention zehn Jahre alte Forderungen gefunden, wie etwa die nach Zurückschneiden der Hecken und Büsche. »Wir überlegen ernsthaft, die Bepflanzung am Bahnhof zu ändern, um bessere Sichtkontrolle zu gewähren.« 30 bis 50 Zentimeter hohe Bepflanzung reiche völlig aus, so der Bürgermeister abschließend.

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