07. Februar 2011, 19:40 Uhr

Autorin Maja Nielsen beim Lesetag in der Kurt-Schumacher-Schule

Karben (zoe). Gebannt hängen die Fünftklässler in der Aula der Kurt-Schumacher-Schule an den Lippen der Autorin Maja Nielsen. Sie erzählt, wie es zu dem Untergang der Titanic kam. Wie zwei Menschen im Ausguck gesessen haben, ohne Fernrohr den Eisberg erkannten und den Kapitän warnten. Dass jener selbst nach der siebten Warnung nicht reagierte und das Schiff mit dem Eisberg schließlich kollidierte. Wie sich ein Teil der Passagiere in die Boote rettete und diese zusahen, wie das als »unsinkbar« deklarierte Schiff im dunklen Meer verschwand.
07. Februar 2011, 19:40 Uhr
Die Kurt-Schumacher-Schüler hängen Autorin Maja Nielsen an den Lippen. (Foto: Zöllner)

Karben (zoe). Gebannt hängen die Fünftklässler in der Aula der Kurt-Schumacher-Schule an den Lippen der Autorin Maja Nielsen. Sie erzählt, wie es zu dem Untergang der Titanic kam. Wie zwei Menschen im Ausguck gesessen haben, ohne Fernrohr den Eisberg erkannten und den Kapitän warnten. Dass jener selbst nach der siebten Warnung nicht reagierte und das Schiff mit dem Eisberg schließlich kollidierte. Wie sich ein Teil der Passagiere in die Boote rettete und diese zusahen, wie das als »unsinkbar« deklarierte Schiff im dunklen Meer verschwand.

Zum wiederholten Male fand in der Kurt-Schumacher-Schule (KSS) der Lesetag für die Klassen fünf bis zehn statt, der dieses Mal unter dem Motto »Gestalten der Finsternis« stand. Organisiert wurde er von Lehrerin Kerstin Wenke, die auch den Kontakt zur Autorin hergestellt hatte, Referendarin Nadine Malke und Lehrer Thomas Peche. »Die Idee des Ganzen ist es, die Schüler mehr fürs Lesen zu begeistern«, sagte Wenke.

Sie stellte in ihrer Klasse das Buch »Nichts« von Janne Teller vor. Mit Erfolg, denn einige ihrer Schüler wollen es nun selbst lesen.

Zum Lesen animieren will auch Nielsen. »Ich will in erster Linie Jungen ansprechen, weil die weniger lesen als Mädchen«, sagt die zweifache Mutter. »Mit meinen Büchern versuche ich, Wissen emotional über Menschen zu vermitteln. Das ist mein Rezept«, verriet die 46-Jährige. Aufgeteilt in zwei Lesungen, stellte Nielsen den rund 180 Schülern zum einen ihr Buch »Titanic« und zum anderen »Magellan« vor. Die Schriftstellerein stützt sich in den Sachbüchern auf Fakten und Tatsachen; das Ausdenken von Geschichten überlässt sie anderen. »Ich versuche immer eine Zeitspanne herzustellen. Ich schildere zum Beispiel nicht nur, was die Physikerin Marie Curie damals entdeckt hat, sondern auch, wie Physiker heute arbeiten.«

Nielsen verzichtete darauf, ausschließlich aus ihrem Buch vorzulesen. Sie bezog die Kinder aktiv ein, indem sie an sie Fragen stellte und von Menschen berichtete, die 1912 bei dem Unglück dabei waren. Mit ihrer lebendigen Art schaffte sie es, die Aufmerksamkeit der Fünftklässler auf sich zu ziehen. Ganz ruhig saßen die auf ihren Stühlen und lauschten der Geschichte. Im Hintergrund zeigte die 46-Jährige Bilder von dem Schiff, der Besatzung und auch von den Bergungsversuchen. Die Wirkung verstärkte sich, als sie hin und wieder das Hörbuch laufen ließ, das mit der Musik und den verschiedenen Stimmen für Spannung sorgte. Und sie zeigte damit, dass Geschichte nicht langweilig sein muss.

Die Kinder waren so angetan, dass sie ihr wissensdurstig viele Fragen stellten. Ein Mädchen wollte wissen, ob der Kapitän Frau und Kinder gehabt hatte. Wer war Schuld an dem Untergang? Der Kapitän, der Erbauer oder diejenigen, die schon vor der Abreise des Schiffes die Fernrohre verlegt hatten? Das beschäftigte die Mädchen und Jungen sehr, auch wenn diese Frage nicht einwandfrei geklärt werden konnte. Mit einer Quizfrage schloss die Autorin die Lesung: »Woher wusste man, wo die Titanic versunken ist?«, wollte sie wissen. Umut wusste die richtige Antwort: »Weil der Funker die Position durchgegeben hatte.« Damit schenkte sie der Schule das Buch.

»Es war wirklich sehr spannend, ich habe vorher gar nicht so viel über die Titanic gewusst. Ich kannte sie nur von einem Bild und dass sie gegen einen Eisberg gefahren ist«, sagte Emely Krieg (10). Jetzt will sie mehr wissen und das Buch auch gerne lesen. »Ganz gut« fand Danilo Bruno (10) die Lesung: »Es hat mir gefallen, dass sie auch Fotos gezeigt hat. Es war zwar spannend, aber ich werde das Buch nicht lesen.« Er lese nicht gerne; der Zehnjährige bevorzugt ohnehin Detektivgeschichten. Lea Endres (12) nutzte gleich die Gelegenheit, das Buch vor Ort zu erwerben: »Ich habe den Film auch viele Male angesehen und wusste schon viel über die Titanic. Ich liebe traurige Geschichten.« Und jetzt will sie noch mehr über das Unglück erfahren.



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