31. Mai 2010, 10:36 Uhr

»Modernste Technik ersetzt Menschen nicht«

Karben (dit). Mit einem Festakt wurden das 75-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Klein-Karben und das 50-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr am Sonntag im Stützpunkt Am Breul gefeiert. In der zu einem Festsaal umfunktionierten Fahrzeughalle konnte Wehrführer Markus Rühl zahlreiche Gäste willkommen heißen, unter ihnen Bernard Monnier vom Feuerwehrverein St. Égrève sowie die Repräsentantin des Verschwisterungskomitees, Odile Guilmard. Ein besonderer Gruß galt den langjährigen Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Klein-Karben, darunter Ehrenmitglied Fritz Herrmann.
31. Mai 2010, 10:36 Uhr
Würdigt die Entwicklung der Feuerwehr: der ehemalige Stadtbrandinspektor Willi Kliem. (Foto: Ditscher)

»Sie haben uns jahrelang die Treue gehalten und zum Gelingen dieses Festes beigetragen«, betonte Rühl, der die Unterstützung durch den Feuerwehrverein ebenfalls hervorhob. Der stellvertretende Wehrführer Marco Seemann knüpfte an: »Ein Jubiläum ist ein Beleg dafür, dass sich eine Institution über einen respektablen Zeitraum hinweg über Wasser halten konnte.« Der Klein-Karbener Wehr sei dies durch die erbrachten Hilfeleistungen gelungen. »Die Einsatzgebiete sind vielfältiger geworden.« Neben der Brandbekämpfung seien technische Hilfeleistungen gefragt. Seemann wies darauf hin, dass innerhalb der Feuerwehr »Verlässlichkeit und Miteinander« gelebt würden. Diese Werte würde den Nachwuchskräften vermittelt.

Bürgermeister Guido Rahn erinnerte an die Zeit, in der die Klein-Karbener Wehr gegründet wurde. »Dem, was Sie leisten, gebührt Dank und Lob«, so Rahn. Mit dem Hinweis, dass ein kontinuierlicher uneigennütziger Einsatz für das Gemeinwohl Anerkennung verdiene, leitete er zu einer Ehrung über und verlieh den Ehrenbrief der Stadt an Franz Winter (gesonderter Bericht folgt). Stadtverordnetenvorsteherin Ingrid Lenz dankte der Wehr im Namen der Kommune. Unter Bezug auf den von der Jugend ausgerichteten Stadtwettkampf (die WZ berichtete) unterstrich sie, dass angesichts des Nachwuchses kein Anlass zur Sorge um die Zukunft der Wehr bestehe.

Bier: »Hilfe leisten ist die Motivation«

Stadtbrandinspektor Thomas Bier machte darauf aufmerksam, dass Feuerwehrleute weltweit bei Ereignissen um Unterstützung gebeten würden und erinnerte an den Anschlag auf das World Trade Center. Hilfe zu leisten sei die Motivation eines jeden aktiven Feuerwehrmitgliedes, schlug er den Bogen zu den Klein-Karbener Brandschützern. »Anlass der Gründung der örtlichen Wehr war ein Großbrand in der Wetterauer Mühle.« Bier ließ die Anschaffung von Gerätschaften wie einer Motorspritze im Jahr 1942 und den Erwerb modernen technischen Gerätes Ende der 1960er Jahre Revue passieren. Er zeigte die Standorte vom ersten Geräteschuppen bis zum heutigen Stützpunkt auf. »Die Anpassung an immer höhere Anforderungen, mit denen die Feuerwehr konfrontiert wird, erfolgte. Aber auch die modernste Technik kann den Menschen nicht ersetzen.« Um personelle Ressourcen sicherzustellen, sei in Klein-Karben 1960 die Jugendfeuerwehr gegründet worden. Die aus diesen Reihen hervorgehenden Einsatzkräfte würden auch in Zukunft den Brandschutz gewährleisten.

Arnold Faller bereicherte den Festakt mit einer humorvollen Geschichte. In hessischer Mundart »verzehlte« er »en Fall, wo en Schlauberjer drin vorkam, der in de Feuerwehr war« und erntete Lachen und Applaus.

»Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte, dass es Menschen gab, die freiwillig gegen Feuer und andere Unbilden ankämpften. Die Gründe mögen unterschiedlich gewesen sein. Das Motiv, Mitmenschen in der Not Hilfe zu gewähren, hatten und haben sie alle«, erklärte der ehemalige Stadtbrandinspektor Willi Kliem in seiner Laudatio. Nach 1945 seien in Deutschland Freiwillige Feuerwehren gegründet worden. Mit der Gebietsreform habe ein neuer Rechtsstatus Gültigkeit erlangt. In Karben hätten sich die Strukturen durch die Stadtgründung verändert. »Träger der Feuerwehr ist die Stadt, Bindeglied der Stadtbrandinspektor«, so Kliem, der eine starke Solidarität mit der Wehr, eine gute Zusammenarbeit und Rücksichtnahme für unerlässlich hält. »Eine Feuerwehr besteht entweder aus einem Guss oder sie besteht nicht.« Dieser Tatsache hätten Wehrführung und städtische Führung Rechnung zu tragen. »Freiwillige Brandschutzleistungen sind auch bei guter technischer Ausrüstung die kostengünstigste Variante«, betonte Kliem, nach dessen Einschätzung die Klein-Karbener Jugendabteilung, die seinerzeit als eine der ersten im Kreis Friedberg ins Leben gerufen wurde, ein Garant für den Fortbestand ist. Nach dem Mittagstisch wurden die Mitglieder der Einsatz- und Jugendabteilung vorgestellt. Gäste ergriffen das Wort, und Faller brachte einen weiteren Vortrag.

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