03. Mai 2010, 20:34 Uhr

Monika Allendörfer neue Rapsblütenkönigin

Karben (aho). Monika I. heißt die neue hessische Rapsblütenkönigin. Am gestrigen Montag wurde sie auf dem Hof Cost in Groß-Karben unter großem Medieninteresse von ihrer Vorgängerin Kathrin I. gekrönt.
03. Mai 2010, 20:34 Uhr
Monika I. im Rapsfeld bei Groß-Karben.

Karben (aho). Monika I. heißt die neue hessische Rapsblütenkönigin. Am gestrigen Montag wurde sie auf dem Hof Cost in Groß-Karben unter großem Medieninteresse von ihrer Vorgängerin Kathrin I. gekrönt. Unmittelbar nach der »Krönung« flossen bei ihr ein paar Freudentränen. Der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Friedhelm Schneider, dankte ihrer Vorgängerin für deren geleistete ehrenamtliche Arbeit: »Du hast uns vorbildlich und charmant bei vielen Gelegenheiten vertreten.« Die neue Rapsblütenkönigin, Monika I., bürgerlich Monika Allendörfer, ist 22 Jahre alt, kommt aus Wehrheim im Taunus und ist Verwaltungsangestellte in der Ausländerbehörde des Hochtaunuskreises. In Kürze wird die »Neue« wieder in der Wetterau sein, wenn in Bad Vilbel die neue Quellenkönigin inthronisiert wird.

In ihrer Freizeit spielt sie Handball bei der HSG Wehrheim-Oberhain, wo sie auch in der Jugendarbeit engagiert ist. Ebenso engagiert sich Monika I. im Karneval, wo sie bei den »Freunden des Carneval« Bad Homburg auf der Bühne steht. Aufgewachsen ist sie auf dem Milchviehbetrieb ihrer Eltern. »Schon als Kind hat mich am Raps besonders die leuchtend gelbe Farbe fasziniert. Im Lauf der Zeit habe ich dann erfahren dürfen, welche Verwendungsvielfalt hinter dieser bemerkenswerten Pflanze steckt.«

Von dieser berichtete Bauernpräsident Schneider. Über den Raps freuten sich nicht nur die Menschen, sondern auch die Bienen, die in den Rapsblüten reichlich Nektar und damit ein reichhaltiges Nahrungsangebot fänden. So liefere ein Hektar Raps 50 Kilogramm sortenreinen Rapshonig, was zu einer Zusammenarbeit zwischen Imkern und Rapsanbauern führe. Zudem habe sich der Raps, wie Schneider betonte, in den vergangenen 20 Jahren zur »Ölpflanze Nummer Eins« entwickelt. Da Rapskörner zwischen 40 und 45 Prozent Öl enthielten, könne man bei 36 Doppelzentnern pro Hektar rund 1600 Liter Rapsöl gewinnen. Daraus werde einerseits hochwertiges Speiseöl, andererseits aber auch Biokraftstoff sowie Schmierstoff, Sägeketten- und Hydrauliköl. Zudem bleibe beim Auspressen der Rapskörner der »Rapskuchen« übrig, der als wertvolles Eiweißfuttermittel (Rapsschrot) vor allem in der Rinderfütterung eingesetzt werde.

Herwig Marloff, der Vorsitzende der Hessischen Erzeugergemeinschaft für nachwachsende Rohstoffe, hob die Nachhaltigkeit von Biodiesel hervor und nahm als Gegenentwurf die Ölkatastrophe vor der amerikanischen Küste. Dadurch, dass bei der Verbrennung von Bio-Diesel nur das CO2 wieder in die Umwelt abgegeben werde, wie dieser zuvor durch das Wachstum der Pflanzen entnommen worden sei, könne man diesen Treibstoff als CO2-neutral bewerten, führte Marloff die Vorzüge dieses Rohstoffes an. Wagen, die derart angetrieben würden, könnten bedenkenlos auch in Wasserschutzgebieten fahren.

Angesichts einer so vielfältigen und auffällig blühenden Pflanze braucht sich auch die neue Rapsblütenkönigin nicht zu verstecken. Sie versicherte: »Ich werde die Krone mit Ehre und Stolz tragen und mein Bestes geben, die nächsten zwei Jahre eine gute Repräsentantin für Raps und Rapsprodukte zu sein.« Auch wenn der Absatz als reiner Biokraftstoff im Jahr 2009 um 75 Prozent sank, sei der Biodiesel als Beimischung zu herkömmlichem Diesel noch immer eine gutes Absatzprodukt, so Marloff. Aber noch immer sei der Rapsmarkt der stabilste und liege vom Ertrag her knapp vor der Rübe.

Die bis zu diesem Termin amtierende zweite Rapsblütenkönigin, die aus Vöhl-Basdorf im Landkreis Waldeck-Frankenberg stammende Katrin Schäfer, sagte, sie gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Zum einen habe sie die rund 50 Veranstaltungen und Repräsentationsverpflichtungen pro Jahr - vom Hoffest bis zur Internationalen Grünen Woche in Berlin - genossen. Zum anderen freue sie sich aber auch auf die freien Wochenenden. Zudem hat die bisherige Studentin nun als Geschäftsführerin der Hessischen Landjugend Fuß im Berufsleben gefasst. Und nach der Übergabe des hoheitlichen Amtes an ihre Nachfolgerin wartet schon das nächste Ereignis auf sie: Nächste Woche Mittwoch steigt ihr Polterabend.



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